Brenzlig

06. Dezember 2008 13:38; Akt: 06.12.2008 14:55 Print

Pakistan reagiert mit Kampfjets auf Scherzanruf

Inmitten der angespannten Beziehungen zwischen Indien und Pakistan hat ein Scherz-Anrufer die Lage gefährlich angeheizt.

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Am 19. Dezember 2014 hat ein pakistanisches Gericht den mutmasslichen Drahtzieher der Anschläge 2008 im indischen Mumbai auf Kaution freigelassen. Der Anwalt von Zaki-ur-Rehman Lakhvi (Bild) bestätigte die Freilassung. Die Freilassung sorgte in Indien zu Protesten. Die Hindus verbrannten Bilder des pakistanischen Premierministers Nawaz Sharif. Bei den Anschlägen in Mumbai am 26. November 2008 kam es in der indischen Metropole Mumbai innerhalb kurzer Zeit zu 17 Explosionen, Angriffen mit Schnellfeuerwaffen und zu Geiselnahme. Nach Angaben der indischen Behörden hat es dabei mindestens 239 Verletzte und 174 Tote gegeben. Nur einer der in Pakistan ausgebildeten Täter, Ajmal Kasab wurde festgenommen. Er wurde am 21. November 2012 gehängt. Diese Familie trauert um einen Angehörigen. Inder versammeln sich vor dem Leopold Cafe, einem der Tatorte. Verwüstung im Inneren des Hotels Taj Mahal. Taj Mahal nach dem Terror. Zerstörung im Taj Mahal. Trauer um die Terroropfer: Die letzte Ehre. Trauerzug für den getöteten Kommander Gajendra Singh. Trauer und Leid. Die letzten Brandherde werden gelöscht. Zwei Soldaten richten einen Granatwerfer auf das Hotel Taj Mahal. Ein Soldat zielt auf das Hotel Taj Mahal. Granaten schlagen im alten Teil des Hotel Taj Mahal ein. Der italienische Koch des Trident Oberoi verlässt mit seiner Tochter das Hotel. Sicherheitskräfte nehmen das Hotel Taj Mahal ins Visier. Während sich der Wohnungsmieter unter dem Bett versteckt, feuern Soldaten in Richtung des jüdischen Zentrums. Spezialeinheiten stürmen das jüdische Zentrum. Ein Helikopter setzt indische Einsatzkräfte beim jüdischen Zentrum ab. Einsatzkräfte versuchen das jüdische Zentrum zu stürmen. Ein Scharfschütze gibt Feuerschutz, während Spezialeinheiten das jüdische Zentrum stürmen. Banges Warten auf eine Befreiung im Trident-Oberoi-Hotel. Eine Sicherheitseinheit positioniert sich vor dem Hotel Taj Mahal in Mumbai am 27. November. Leere Strassen im sonst belebten Stadtteil Kulaba in Bombai nach Schüssen am 27. November. Polizisten bewachen das Hotel Taj Mahal in Mumbai am Abend des 27. Novembers. Retter holen mit einer Leiter eine Frau am 27. November aus dem Hotel Taj Mahal in Mumbai. Ein Beamter der Zugbewachungseinheit kontrolliert mit einem Spürhund einen Waggon. Menschen verstecken sich nach Schüssen aus dem Hotel Taj Mahal in Mumbai hinter einem Palisadenzaun. Leute ducken sich am 27. November hinter einen Palisadenzaum um das Hotel Taj Mahal in Mumbai, als Schüsse durch die Luft peitschen. Ein Mann, der fast 24 Stunden lang als Geisel festgehalten wurde, wird vom Hotel Trident Oberoi in Mumbai wegbegleitet. Ein Tourist, der über 24 Stunden im Trident Oberoi Hotel in Mumbai als Geisel gefangen gehalten wurde, wehrt Medienleute ab. Zwei erschöpfte Touristen, die gegen 24 Stunden im Trident Oberoi Hotel in Mumbai gefangen gehalten wurden laufen nach ihrer Freilassung gemeinsam weg. Die Indian National Security Guard positionieren sich im Bereich des Kulaba Marktes am 27. November. Die Indian National Security Guard positioniert sich im Bereich des Kulaba-Marktes. Ein Mann der Indian National Security Guard positioniert sich in einem Gebäude beim Kulaba-Markt. Ein TV-Bild zeigt einen der islamistischen Terroristen, die am 26. November 2008 im Mumbai ein Blutbad angerichtet haben. TV-Bilder der Terroristen, die im Taj Mahal Hotel Geiseln genommen haben. Während der Nacht gelang es der Polizei einige der Geiseln aus dem Taj Mahal Hotel zu befreien. Befreite Geiseln und Gäste des Taj Majhal Hotels. Trümmer liegen überall herum. Eine Ambulanz auf dem Weg zu einem Spital. Schaulustige betrachten, was nach der Explosion einer Bombe übrig blieb. Rauch über dem Taj Mahal Hotel in Mumbai. Ein Fotograf bei den Aufnahmen der traurigen Bilder. Polizisten inspizieren einen Ort, an dem die Terroristen gewütet haben. Ein Polizist führt eine ältere Dame aus der Bahnhofshalle, wo kurz davor ein Massaker stattfand.

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Wie die pakistanische Zeitung «Dawn» am Samstag berichtete, gab sich der Anrufer als indischer Aussenminister Pranab Mukherjee aus und schaffte es, direkt mit dem pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari verbunden zu werden. Diesem drohte er dem Bericht zufolge mit militärischen Schritten Indiens, sollte Pakistan nicht die Hintermänner der Terroranschläge der vergangenen Woche ausliefern.

Pakistan versetzte daraufhin seine Luftstreitkräfte in Alarmbereitschaft, Kampfjets flogen mit scharfer Munition schützend über Islamabad, wie die Zeitung unter Berufung auf Diplomaten und Sicherheitskreise weiter berichtete.

Sofort habe eine intensive diplomatische Tätigkeit eingesetzt. US-Aussenministerin Condoleezza Rice wurde über die «gefährliche Lage» informiert.

Erst als Rice mitten in der Nacht den indischen Aussenminister Mukherjee anrief und dieser bestritt, der Anrufer gewesen zu sein, begann sich die Lage langsam wieder zu beruhigen, berichtete «Dawn». Es habe jedoch noch mehrere Stunden intensiver internationaler Bemühungen bedurft, um die Situation endgültig zu bereinigen.

Laut «Dawn» blieb zunächst unklar, ob der Anruf aus Indien oder aus Pakistan kam. Jedenfalls habe er fast 24 Stunden lang die Verantwortlichen in Atem gehalten.

Nach den Anschlägen von Mumbai mit mehr als 170 Toten war es zu wachsenden Spannungen zwischen Neu Delhi und Islamabad gekommen, da von indischer Seite immer wieder betont wurde, die Attentäter hätten Verbindungen nach Pakistan gehabt.

(sda)