Diplomatische Verstimmungen

30. Januar 2011 22:53; Akt: 31.01.2011 10:31 Print

Pakistani wollen US-Diplomaten hängen

In Pakistan sitzt ein US-Diplomat wegen Mordes im Gefängnis. 15 000 Demonstranten wollen seinen Tod sehen. Die USA sind empört.

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15 000 Pakistani fordern den Tod des Diplomaten. (Bild: Keystone)

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In der pakistanischen Stadt Lahore haben am Sonntag mindestens 15 000 Menschen gegen die mögliche Freilassung eines US-Bürgers demonstriert, der zwei Pakistaner erschossen hat. Viele forderten, der Amerikaner solle öffentlich gehängt werden. Nach Angaben aus Washington hatte der Mann aus Notwehr gehandelt, als er am Donnerstag zwei Bewaffnete tötete, die ihn ausrauben wollten. Organisiert wurde der Massenprotest von radikalislamischen Parteien. «Jeder Freund Amerikas ist ein Verräter», war in der Menge zu hören.

Der US-Botschaft zufolge geniesst der Amerikaner diplomatische Immunität. Die pakistanische Regierung hat seine Freilassung bislang abgelehnt und erklärt, ein Gericht solle über sein Schicksal entscheiden.

Sollte die Regierung dem Festgenommenen helfen, würden die Demonstranten «die US-Botschaft und den Präsidentenpalast in Islamabad» umstellen, sagte Hafiz Hussain Ahmed von der Partei Jamiat Ulema Islam. Parteichef Maulana Fazlur Rahman erklärte, «ein amerikanischer Schuft» habe zwei unschuldige Jugendliche getötet. Nur eine Gerichtsentscheidung über seine Tat sei für die Menge akzeptabel. «Die amerikanische Hegemonie in Pakistan sollte ein Ende haben», erklärte Rahman.

Nach Polizeiangaben nahmen zwischen 15 000 und 20 000 Menschen an der Kundgebung in der Innenstadt teil. Sie richtete sich eigentlich gegen die Änderung von Gesetzen, die für die Beleidigung des Islams die Todesstrafe vorsehen.

(sda/ap)