Neuseeland

04. März 2011 13:31; Akt: 04.03.2011 14:07 Print

Panik durch Nachbeben in Christchurch

Die täglichen Nachbeben in Christchurch sorgen für Angst und Schrecken. Zehntausende flüchten immer noch.

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Unter einer umgestürzten Statue des Stadtgründers aus dem 19. Jahrhundert fanden die Rettungsarbeiter ein handgeschriebenes Pergament in einer Flasche und einen versiegelten Kupferzylinder, in dem historische Dokumente vermutet werden. Die Statue stand auf dem Hauptplatz der Stadt nahe der historischen Kathedrale. Während des Erdbebens am vergangenen Dienstag stürzte sie um. Museumsexperten untersuchen nun die Gegenstände. Die Presslufthammer schwiegen, die Kirchenglocken läuteten und über dem Parlamentsgebäude der Hauptstadt Wellington erklang ein maorisches Klagelied: Die Welt stand für zwei Minuten still, um der vermutlich 240 Erdbebenopfer zu gedenken. Das Erdbeben der Stärke 6,3 hatte am 22. Februar 2011 um 12.51 Uhr Ortszeit Christchurch erschüttert und schwere Schäden angerichtet, wie das Leser-Bild zeigt. Auf den Strassen der zweitgrössten neuseeländischen Stadt herrschte Angst und Panik. Das Beben liess den Turm der örtlichen Kathedrale umstürzen. «Der Turm ist einfach abgebrochen», berichtet Leser-Reporter Philippe Mösch. Der 25-Jährige hat das Beben in seiner Sprachschule miterlebt. Zahlreiche weitere Gebäude stürzten ein und begruben Menschen unter sich. Zahlreiche Menschen sind bei dem Erdbeben in Neuseeland ums Leben gekommen. Die Rettungsarbeiten wurden durch zahlreiche Nachbeben behindert. Das Zentrum des Erdstosses lag rund zehn Kilometer südwestlich von Christchurch. Die Erde bebte nach Augenzeugenberichten mehr als eine Minute lang. Tausende Menschen flüchteten aus der Innenstadt.

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In Neuseelands zweitgrösster Stadt Christchurch liegen die Nerven nach dem schweren Erdbeben wegen ständiger Nachbeben blank. Jeden Tag spüren die Einwohner erneut Erschütterungen. Inzwischen seien etwa 20 Prozent der Bürger geflüchtet - mehr als 70 000 Menschen.

Dies erklärte Bürgermeister Bob Parker am Freitag. Nach neuesten Schätzungen kamen beim Beben vom 22. Februar wahrscheinlich 220 Menschen ums Leben. Die Innenstadt war zu grossen Teilen zerstört worden.

In dem kleinen Ort Lyttelton nahe dem Epizentrum des Bebens wurde eines von weltweit nur noch fünf funktionierenden Timeball-Gebäuden zerstört. Es hatte eine rote Kugel auf dem Dach, die täglich um ein Uhr mittags an einer Stange zu Boden fiel, um den Schiffen im Hafen die Zeit anzuzeigen.

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1876. Es müsse abgerissen werden, sagte der Direktor der Stiftung für historische Stätten, Bruce Chapman. «Wir tun es mit grossem Bedauern, aber die Sicherheit der Öffentlichkeit geht vor.»

(sda)