44 Einbrüche

18. Mai 2012 09:55; Akt: 18.05.2012 11:15 Print

Panzerknackern wird der Prozess gemacht

In Österreich hat eine Bande aus Osteuropa Dutzende von Tresoren geknackt und enormen Schaden angerichtet. Zwei von ihnen wurden geschnappt und müssen nun mit Strafen rechnen.

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Eine Tresorknackerbande aus Serbien und dem Kosovo hat seit 2010 in Österreich mindestens 44 Einbrüche verübt und dabei einen Schaden von 850 000 Euro verursacht. Zwei Verdächtige wurden festgenommen, sechs weitere sind noch auf der Flucht, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Seit dem Jahr 2010 war es in den Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und Burgenland in unregelmässigen Abständen immer wieder zu Serien von Firmeneinbrüchen gekommen, erklärte die Polizei Oberösterreich.

Die Bande zeigte eine typische Handschrift: Meist wurden Zäune in unwegsamen Bereichen des Firmengeländes aufgeschnitten, um auch gleich wieder einen sicheren Fluchtweg zu haben. In einer Nacht brach die Gruppe so lange Gebäude auf, bis schliesslich ein lohnendes Ziel darunter war.

Meist wurden die Räumlichkeiten völlig verwüstet. Die Täter durchwühlten alles, bis sie schliesslich einen Tresor fanden. Die Geldschränke wurden meist an Ort und Stelle aufgeschnitten. Die darin enthaltene Beute war vorwiegend Bargeld.

Häufig fielen den Einbrechern aber auch Kameras, Handys oder Laptops in die Hände. Bei einigen Coups stahlen sie insgesamt 2000 Autobahnvignetten, die über Hehler - für zwei klickten bereits die Handschellen - verkauft wurden.

Ferien in St. Moritz finanziert

An den einzelnen Einbrüchen waren bis zu fünf Personen beteiligt. Insgesamt dürfte die Bande aus mindestens acht Mitgliedern bestehen. Sie reisten zu den Taten aus dem Kosovo oder aus der Slowakei an, denn der Rädelsführer hatte extra in Bratislava seine Zelte aufgeschlagen, um von dort die Einbruchsfahrten zu organisieren.

Im Lauf der Ermittlungen stellte sich heraus, dass einige Bandenmitglieder bereits früher in der Schweiz, in Spanien und Belgien straffällig geworden waren. Mit dem erbeuteten Geld finanzierten die Kriminellen Ferienaufenthalte, etwa in St. Moritz, in Italien oder Spanien sowie Luxuskarossen.

Die Ermittler haben der Gruppe 44 Taten - 17 in Niederösterreich, zwölf in Oberösterreich, neun in Salzburg und sechs im Burgenland - zugeordnet. Von den acht Verdächtigen im Alter von 25 bis 47 Jahren wurden zwei festgenommen, nach sechs läuft noch eine Fahndung. Die Ermittlungen sind laut Polizei im Wesentlichen abgeschlossen.

(sda)