Tebartz-van Elst

23. Oktober 2013 11:36; Akt: 24.10.2013 09:27 Print

Papst zieht den Protz-Bischof vorläufig ab

Nach der Audienz beim Papst muss sich der Limburger Bischof Tebartz-van Elst von seinen Amtsgeschäften zurückziehen. Das lässt der Vatikan verlauten.

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Der Vatikan hat dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst vorerst die Führung der Amtsgeschäfte entzogen. Tebartz-van Elst werde bis zum Abschluss der Überprüfung der Vorwürfe gegen ihn «eine Zeit ausserhalb der Diözese» verbringen, teilte der Vatikan am Mittwoch mit. Das Bistum soll nun vorläufig durch den bisherigen Wiesbadener Stadtdekan Wolfgang Rösch geführt werden.

Die «Bild»-Zeitung hatte zuvor in ihrer Online-Ausgabe berichtet, Tebartz-van Elst solle sich lediglich für zwei bis drei Monate zurückziehen und danach seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen. Dies geht aus der offiziellen Erklärung des Vatikans aber nicht hervor.

Papst war «zu jedem Zeitpunkt umfassend und objektiv informiert»

In der Diözese sei es zu einer Situation gekommen, in der der Bischof seinen Dienst «zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausüben kann», heisst es in der Mitteilung des Vatikans. Der Papst sei über die Lage in der Diözese «zu jedem Zeitpunkt umfassend und objektiv informiert worden».

Derzeit nimmt eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Kommission die Kosten der Limburger Residenz unter die Lupe. Bis Ergebnisse vorlägen, werde Tebartz-van Elst «eine Zeit ausserhalb der Diözese» verbringen.

Auch die Justiz ermittelt

Der Bischof steht vor allem wegen seiner Amtsführung und der mindestens 31 Millionen Euro teuren Residenz auf dem Limburger Domberg in der Kritik. Am Montag hatte ihm Papst Franziskus eine Audienz gewährte, um seine Sicht zu den Vorwürfen vorzutragen.

Der Bischof hat nicht nur in der katholischen Kirche Probleme, auch die Justiz ermittelt gegen ihn. Dem 53-Jährigen droht neben einem Strafbefehl wegen einer falschen eidesstattlichen Erklärung um einen Erste-Klasse-Flug nach Indien weiterer Ärger mit der Justiz.

Die Staatsanwaltschaft Limburg prüft derzeit, ob sie nach Untreue-Anzeigen gegen den Oberhirten ein Ermittlungsverfahren einleiten wird.

«Rückkehr ausgeschlossen»

Nach der Entscheidung des Papstes hält der Kirchenrechtler Thomas Schüller eine Rückkehr von Franz-Peter Tebartz-van Elst ins Bistum für ausgeschlossen. Auch im Bulletin des Vatikans werde von einer möglichen Rückkehr des angeschlagenen Kirchenmannes nichts erwähnt, sagte er der Nachrichtenagentur DPA. «Der Papst hat die Zügel in die Hand genommen. De Facto ist er jetzt Bischof von Limburg.»

Die vorübergehende Suspendierung des Bischofs sei «systemkonform», sagte Schüller. Der Papst warte nun ab, bis die Unterlagen zum kostspieligen Bau des Bischofssitzes untersucht worden seien und Fakten vorlägen. «Hätte er den Bischof direkt zum Amtsverzicht gezwungen oder des Amtes enthoben, wäre das einer Vorverurteilung gleichgekommen.»

Wichtig sei vor allem, dass mit der vorgezogenen Amtsübernahme des Wiesbadener Stadtdekans Wolfgang Rösch als Generalvikar und Stellvertreter des Bischofs der bisherige Generalvikar Franz-Josef Kaspar «weg ist und nichts mehr vertuschen kann», sagte Schüller. Kaspar sei neben Tebartz-van Elst der Hauptverantwortliche für den Finanzskandal in Limburg.

Es brodelt schon lange im Bistum

Der vorübergehende Stellvertreter des Bischofs in Limburg, Wolfgang Rösch, gilt als Vertrauter von Tebartz-van Elst. Der 54 Jahre alte Theologe war bereits zuvor zum 1. Januar 2014 zum neuen Generalvikar ernannt worden. Ein Generalvikar ist der Vertreter des Diözesanbischofs im Bereich der allgemeinen Verwaltung.

Bereits im März 2012 warf ein Kreis von Priestern Tebartz-van Elst einen autoritären Führungsstil vor. Im Sommer dieses Jahres reichte es dann auch der Basis: Mehr als 4000 Menschen unterzeichneten einen offenen Brief gegen die Amtsführung des Bischofs. Im Bistum Limburg, das sich auf Teile von Hessen und Rheinland-Pfalz erstreckt, leben etwa 650'000 Katholiken.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martina Meier-Hübscher am 23.10.2013 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    austreten aus der kirche,glaube auch so

    bin echt entäuscht über solch einen lahmen entscheid des papstes. Echt bin ich froh keine Kirchensteuer mehr zu zahlen.

    einklappen einklappen
  • Dani am 23.10.2013 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wie heisst es doch so schön:

    Alle sind gleich nur manche sind gleicher.......

    einklappen einklappen
  • Thomas am 23.10.2013 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre für eine Strafmission

    Strafmission in Afrika, wenn der wehrte Bischof den Schneid hatte so viel Geld zu veruntreuen dann würde es Ihm nicht fehlen mal nach Afrika zu reisen und dort mal Gottes Wort zu verbreiten, oder in Kambodscha oder sonst einem Kriegsgebiet. Vielleicht würde er einiges mehr lernen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • B. Kerzenmacher am 23.10.2013 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    Der...

    clevere Mann hat sich gedacht: Was soll die reiche Kirche auf dem Haufen Bares sitzen bleiben, das ohnehin bald nicht mehr viel wert sein wird... bau ich hier doch noch rechtzeitig was für die Ewigkeit! Und? Glaubt jemand, die 31 Millionen würden das Vermögen der Kirche erwähnenswert verringern? Also...

  • Papstine am 23.10.2013 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wow! Das ging schnell!!!

    Danke für die Richtigstellung, respektive die Erweiterung des Berichts.

  • Leserin aus Zh am 23.10.2013 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    An ins geschlossene Koster!

    Das ist das Mindeste! Wenn ich nicht schon längst aus diesem Verein ausgetreten wär würde ich sicherlich jetzt sofort tun. Dieser Bischof gehört abgesetzt und in ein geschlossenes Kloster gesteckt, wo er kein Schaden mehr anrichten kann!

  • Thomas am 23.10.2013 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre für eine Strafmission

    Strafmission in Afrika, wenn der wehrte Bischof den Schneid hatte so viel Geld zu veruntreuen dann würde es Ihm nicht fehlen mal nach Afrika zu reisen und dort mal Gottes Wort zu verbreiten, oder in Kambodscha oder sonst einem Kriegsgebiet. Vielleicht würde er einiges mehr lernen.

  • hans bgrte am 23.10.2013 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Geld für solches

    Keinen fünfer mehr für die Kirchensteuer