Weniger Atomkraft

22. Juli 2015 20:37; Akt: 22.07.2015 20:46 Print

Paris beschliesst die Energiewende

Frankreich bringt seine Energieversorgung auf Ökokurs. Das hat die Nationalversammlung in Paris bestimmt.

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Faktor Wind: Frankreich will die Energieversorgung ökologischer gestalten. (Archiv Keystone)

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Frankreich will sein Energiesystem umkrempeln: Weniger CO2, mehr Ökostrom und weniger Atomkraft. Das umstrittene Gesetz ist auch ein Signal an die Klimakonferenz Ende des Jahres – doch die Opposition bezweifelt, dass alle hehren Ziele zu erreichen sind.

Die französische Nationalversammlung hat in Paris endgültig das Gesetz über die nationale Energiewende beschlossen. Demnach soll der Ausstoss von Treibhausgasen deutlich sinken und mehr Strom aus erneuerbaren Quellen produziert werden. Besonders umstritten war das Ziel der sozialistischen Regierung, den Anteil des Atomstroms am Strommix in zehn Jahren von heute etwa 75 Prozent auf 50 Prozent zu senken. Abgeordnete der Opposition bezeichneten dies als nicht realisierbar.

Zeichen vor Klimakonferenz

Das Projekt sollte auch ein politisches Zeichen vor der Pariser Klimakonferenz Ende des Jahres setzen. Umweltministerin Ségolène Royal sagte, das Gesetz sei das «ehrgeizigste in Europa». Bis 2050 will Frankreich 75 Prozent weniger CO2 ausstossen als 1990. Schon 2030 soll 40 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen. Zudem sollen der Energieverbrauch und die Nutzung fossiler Energieträger deutlich zurückgefahren werden.

Um diese Ziele zu erreichen, will Paris beispielsweise die Gebäudesanierung vorantreiben, Elektroautos fördern und neue Finanzierungsmöglichkeiten für erneuerbare Energien bereitstellen.

Die Konservativen hatten während des monatelangen Streits über den Passus zur Atomkraft vor steigenden Energiepreisen gewarnt, die der französischen Industrie schadeten. Die Atomlobby wies zusätzlich stets darauf hin, dass ohne die CO2-arme Atomkraft die Treibhausgasziele nicht zu erreichen seien.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom Fender am 22.07.2015 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heute zählt nur die Absicht

    Das möchte ich sehen! 40% erneuerbare Energie in 15 Jahren.... Wenn sie auf 20% kommen wandere ich zu Fuss nach Paris um zu gratulieren.

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  • Noldi Schwarz am 23.07.2015 07:24 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Hosenknöpfen bezahlt?

    Und wie wollen die Franzosen das bezahlen? Mit Hosenknöpfen? Das Land ist ja bereits jetzt schon fast pleite. Und wenn sie jetzt die Strompreise erhöhen würgen sie die noch vorhandene Wirtschaft auch noch abe. Oder bekommen die nun auch noch Geld von der EU? Bin ja mal gespannt.

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  • Ernst Neusommer am 23.07.2015 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Welt

    Deutschland stellt die AKW ab. Polen baut neue an der Grenze zu Deutschland, um den Deutschen den Strom zu verkaufen. Jetzt können die Polen sogar nach Frankreich liefern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jürg Jehle am 02.08.2015 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles klar zur Energiewende

    Deutschland hat einige AKW abgestellt und Milliarden Euro in Sonne- und Windkraftwerke investiert und fördert diese zusätzlich - diese bezahlen jetzt die Konsumenten mit steigenden Strompreisen. Aber weil diese neuen Energien bei Dunkelheit und Flaute den Strombedarf niemals werden decken können, werden die Stromlücken mit alten und neuen Kohlekraftwerken ergänzt (CO2)!In der Schweiz sind bessere Lösungen bekannt zum Beispiel ein Hybridwerk in Solothurn. Aber die Finanzwelt wartet vermutlich auf klare Realitäten zu Deutschland's Energiewende.

  • M.G. am 24.07.2015 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Sachzwänge

    hat Deutschland geschaffen. Jetzt wo die neuen Leitungen nach Süden doch gebaut werden muss Paris reagieren soll die staatliche EDF nicht in Schwierigkeiten geraten. Deutschland kann ab 2019 praktisch seinen gesamten Energiebedarf aus den Offshore-Windparks decken. Zusammen mit den noch vorhandenen konventionellen Kraftwerken wird die Überschussproduktion an Energie immer größer. Da Strom immer nur nach Bedarf produziert werden kann und immer nur der billigste eingespeist wird muss Frankreich billiger werden als Deutschland sonst verliert es Marktanteile.

  • Reto am 23.07.2015 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das freut Mali

    Endlich können die franz. Soldaten wieder nach Hause, wenn man ja jetzt kein Uran braucht..

  • Hough Never-Know am 23.07.2015 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Und es ward dünkel ...

    Ich werde den Ausstieg aus der Kernenergie der Franzosen mit grossem Interesse verfolgen. Für eine Nation, die 80 Prozent ihresStrom-Bedarfes aus Reaktoren deckt - ist das ein äusserst ambitioniertes Ziel.

  • Mr. Green am 23.07.2015 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich mal ein positiver Impuls

    Super das auch Frankreich endlich in die richtige Richtung geht. Hoffentlich bleiben es nicht nur leere Worte. Und wie immer kommen die Gegner mit den üblichen Ausreden weshalb das nicht funktionieren kann. Die würden am liebsten alles so lassen wie es ist und irgendwann wenn unsere (noch) schöne Erde total kaputt und kaum mehr bewohnbar ist, haben sie wenigstens viel Gewinn erwirtschaftet. Wer braucht schon eine saubere Umwelt wenn man Geld im Überfluss haben kann?

    • Toni K am 24.07.2015 18:37 Report Diesen Beitrag melden

      Wasserstoff

      leider auch nur linker Populismus ihrerseits , wieso haben wir keine Brennstoffzelle im Keller . Wasserstoff ist real und kein Thema bei der Energiewende . Bei Energie muss Komplett um gedenkt werden. Freie Energie Existiert. Die Energiewende ist so zum scheitern verurteilt .

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