Kuba

04. Dezember 2016 04:22; Akt: 04.12.2016 06:46 Print

Personenkult um Fidel Castro wird verboten

Die neuntägige Staatstrauer um den kubanischen Revolutionsführer neigt sich dem Ende zu. Präsident Raúl Castro überraschte in seiner Rede mit einer Ansage.

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Die in einer Staatsflagge gehüllte Urne mit der Asche des früheren Staatspräsidenten ist unterwegs zum Friedhof Santa Ifigenia. (4. Dezember 2016) Ein Jeep zieht den zweirädrigen, olivgrünen Anhänger, auf der Castros Urne liegt, durch die Strassen von Santiago de Cuba. Mit der Beisetzung endet die neuntägige Staatstrauer. Ehemalige Flüchtlinge aus dem Südsudan bei einer Gedenkfeier in der südsudanesischen Hauptstadt Juba. Cuba nahm 1986 rund 600 südsudanesische Jugendliche auf. Die Gedenkfeier wurde von der Südanesische Volksbefreiungsbewegung SPLM und der «Roten Armee» organisiert. Die SPLM ist die politische Partei, die einer Rebellenmiliz entsprang – der Volksbefreiungsarmee SPLA. Die «Rote Armee» sind ehemalige Kindersoldaten derselben Bewegung. Tausende Kubaner gingen für den verstorbenen «Maximo Líder» auf die Strasse. (3. Dezember 2016) «Ich bin Fidel»: Ein Mann mit «Fidel»-Brille. Fidel-Anhänger auf dem Hauptplatz in der kubanischen Stadt Santiago. Der kubanische Präsident, Fidels Bruder Raúl Castro, bei seiner Rede in Santiago. Zu den prominenten Trauergästen gehörten die ehemaligen brasilianischen Staatschefs Dilma Rousseff und Lula da Silva (m.) Gemeinsame Trauer: Kubas Präsident Raul Castro (rechts) begrüsst Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. (29. November 2016) Winken dem Volk zu: Raul Castro und die Präsidenten von Nicaragua, Daniel Ortega, und Ecuador, Rafael Correa (von links). (29. November 2016) Chinas Vizepräsident Li Yuanchao spricht zur versammelten Politikprominenz und den trauernden Kubanerinnen und Kubanern. (29. November 2016) Der frühere Emir aus Katar, Sheikh Hamad bin Khalifa Al Thani, wird beklatscht. (29. November 2016) Hunderttausende haben sich auf dem Platz der Revolution in Havanna versammelt. (29. November 2016) Tausende Kubaner wollen einen Loyalitätseid auf die Revolutionsideale Fidel Castros unterzeichnen. Etliche Menschen, darunter viele Schulkinder, bildeten vielerorts in dem Karibikstaat Warteschlangen, bevor sie ihre Unterschrift unter das Gelöbnis setzen durften. (28. November 2016) Ein Polizist läuft in Havanna an einem Porträt von Fidel Castro vorbei. (28. November 2016) Armeeangehörige warten darauf, den Revolutionsführer zu würdigen. (28. November 2016) Menschen schreiben ins Kondolenzbuch in Havanna. (28. November 2016) In einem Raum der Ciudad Escolar Libertad, einer Schulstadt im Westen Havannas, schreiben uniformierte Studentinnen in ein Kondolenzbuch und unterzeichnen den Loyalitätseid. Mit einem Blumenkranz trauern Studenten der Ciudad Escolar Libertad um Fidel Castro. US-Präsident Barack Obama (im Bild neben Fidel Castros Bruder Raul) wird nicht an der Beerdigung des verstorbenen kubanischen Revolutionsführers teilnehmen. Wer die US-Delegation bei der Beisetzung anführen wird, ist noch nicht bekannt. Deutschland wird vertreten von Altbundeskanzler Gerhard Schröder. Deutschland wies auf die historische Bedeutung Castros hin, aber auch auf seine Verantwortung für Verletzungen der Menschenrechte. Auch in Guatemala City wird getrauert: Kränze, Flaggen und Erinnerungsstücke vor der kubanischen Botschaft.

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Auf Kuba wird es keine Strassen, Institutionen oder andere Gedenkstätten im Namen des verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro geben. Das sagte sein Bruder Raúl am Samstagabend während der Abschlusszeremonie der neuntägigen Staatstrauer in Santiago. Damit werde dem Wunsch des Revolutionsführers entsprochen, der keinen Kult um seine Person haben wollte, erklärte er. Die Nationalversammlung werde bei ihrer kommenden Sitzung ein entsprechendes Gesetz verabschieden.

Castro sprach am Ende einer zweiten Grossversammlung zu Ehren des «Maximo Líder». Die über das gesamte Land verhängte tagelange Trauerzeit nähert sich damit dem Ende – am Sonntag findet die Beisetzung in Santiago statt.

Züge religiöser Verehrung

Während der Gedenkveranstaltung riefen Hunderttausende trauernde Kubaner «Fidel» und «Ich bin Fidel». Sie applaudierten zu Reden von Vertretern staatlich organisierter Gruppen. In der Bevölkerung hat die Trauer um Castro in den vergangenen Tagen zum Teil Züge religiöser Verehrung angenommen.

Unter den Gästen der Kundgebung waren auch der bolivianische Präsident Evo Morales, Präsident Daniel Ortega von Nicaragua, Präsident Nicolás Maduro von Venezuela sowie die früheren brasilianischen Staatschefs Dilma Roussef und Lula da Silva.

(chi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Meteo am 04.12.2016 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Grund ist einfach :

    Er war für die Gerechtigkeit und Verteilung. Das gefällt den reichen gar nicht.

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  • Meteo am 04.12.2016 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Biographie

    Fidel Castro ist ein absoluter Held.

  • Rosenfuchs am 04.12.2016 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stockholm-Syndrom

    Für diese kollektive Liebe gegenüber einem Täter gibt es nur einen Namen: Stockholm-Syndrom

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rosenfuchs am 04.12.2016 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stockholm-Syndrom

    Für diese kollektive Liebe gegenüber einem Täter gibt es nur einen Namen: Stockholm-Syndrom

  • Meteo am 04.12.2016 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Biographie

    Fidel Castro ist ein absoluter Held.

  • Meteo am 04.12.2016 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Grund ist einfach :

    Er war für die Gerechtigkeit und Verteilung. Das gefällt den reichen gar nicht.

    • mrfiveduck am 04.12.2016 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Meteo 

      Er sprach von Freiheit und brachte Unterdrückung und Diktatur.

    • SgtMaj.ERT am 04.12.2016 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Meteo

      "Gerechtigkeit" (Ausser man ist Schwul, in der Opposition etc....)

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