Odebrecht-Skandal

10. April 2019 22:10; Akt: 10.04.2019 22:32 Print

Perus Ex-Präsident sitzt in U-Haft

Ein Gericht in Peru hat einen Haftbefehl gegen den Ex-Präsidenten Pedro Kuczynski ausgestellt. Gegen den 80-Jährigen wird im Skandal um den Bauriesen Odebrecht ermittelt.

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Im Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht hat ein peruanisches Gericht Untersuchungshaft gegen den früheren Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski verhängt. Der 80-Jährige werde zunächst für zehn Tage inhaftiert, teilten die Justizbehörden am Mittwoch mit. Kurz darauf wurde er festgenommen.

Zudem sollten Wohnungen, Häuser und Büros von Kuczynski durchsucht werden. Der Ex-Präsident soll in den Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verstrickt sein.

Kuczynski wird Geldwäsche vorgeworfen. Er war im vergangenen Jahr im Zuge des Skandals zurückgetreten. Nach der Festnahme sollte in der Präfektur von Lima zunächst sein Gesundheitszustand untersucht werden.

Hunderte Millionen Dollar an Schmiergeldern

In den weitverzweigten Odebrecht-Skandal sind vier peruanische Ex-Präsidenten verstrickt: Neben Kuczynski (2016-2018) sind das Ollanta Humala (2011-2016), Alan García (2006-2011) und Alejandro Toledo (2001-2006). Der liberale Ex-Staatschef Kuczynski hatte lange Zeit Geschäfte mit dem Odebrecht-Konzern bestritten. 2017 gab er zu, Beratergelder von dem Bauriesen erhalten zu haben.

Odebrecht soll Hunderte Millionen Dollar an Schmiergeldern in ganz Lateinamerika gezahlt haben, um an lukrative Staatsaufträge zu kommen. Die Korruptionsaffäre erschüttert mehrere Staaten Lateinamerikas. Seit 2014 förderten die Ermittlungen nach und nach ein ausgeklügeltes System zur Zahlung von Schmiergeldern an Politiker, Parteien, Staatsbeamte und Manager zutage.

(kle/sda/afp)