Fall Eric Garner

20. August 2019 02:45; Akt: 20.08.2019 05:44 Print

Polizei feuert Beamten 5 Jahre nach Würgegriff

Am 17. Juli 2014 starb der Afroamerikaner Eric Garner bei einer Polizeikontrolle in New York. Nun hat das für den verantwortlichen Beamten Konsequenzen.

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Mehr als fünf Jahre nach dem Tod des Afroamerikaners Eric Garner bei einer Kontrolle in New York hat die Polizei den verantwortlichen Beamten entlassen. Der Polizist könne unter den gegebenen Umständen nicht mehr als Beamter der New Yorker Polizei arbeiten, sagte der Chef der Behörde, James O'Neill, am Montag.

Diese «schwere» Entscheidung sei in den vergangenen Tagen gefallen, nachdem eine behördeninterne Richterin die Entlassung des Polizisten empfohlen hatte. O'Neill sprach in Bezug auf den Tod Garners von einer «unumkehrbaren Tragödie».

Garner war am 17. Juli 2014 im New Yorker Stadtteil Staten Island von Polizisten gestoppt worden, weil er vermutlich illegal mit Zigaretten handelte. Ein Passant hielt auf einem Video fest, wie ihn drei Polizisten zu Boden warfen und ihm die Luft abdrückten.

5,9 Millionen Dollar Entschädigung

Der damals 43-Jährige starb danach im Krankenhaus. Laut Autopsie führte der Würgegriff mit zum Tod Garners. Die Familie hatte von der Stadt New York als Entschädigung eine Zahlung von 5,9 Millionen Dollar erhalten.

Garners Tod hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt und seine letzten Worte - «I can't breathe» («Ich kann nicht atmen») - waren zu einer Parole der Bewegung «Black Lives Matter» («Schwarze Leben zählen») geworden. Diese setzt sich in den USA für Gleichberechtigung von Schwarzen und Weissen und gegen Polizeigewalt ein.

Menschenrechtsaktivisten hatten immer wieder die Entlassung des Polizisten gefordert, die Polizeigewerkschaft hatte die Forderungen als unberechtigt zurückgewiesen und gesagt, der Polizist werde zum Sündenbock gemacht.

Polizeibrutalität gegen Afroamerikaner

Polizeibrutalität gegen Afroamerikaner waren in den USA schon vorher immer wieder beklagt worden, trotzdem wurde der Fall Garner in der öffentlichen Wahrnehmung zu einem Wendepunkt.

Dieser und auch folgende Fälle bekamen viel mehr Aufmerksamkeit und zogen mehr Kritik nach sich als zuvor: Dazu gehören Michael Brown in Ferguson, Walter Scott in North Charleston und Freddie Gray in Baltimore. Vielerorts wurden Polizisten mit Kameras ausgestattet, neue Richtlinien eingeführt und spezielle Trainings angeordnet.

Im Fall Garner aber war zunächst vergleichsweise wenig passiert. Der verantwortliche Polizist wurde zunächst auf einen Schreibtischjob versetzt, eine Jury sprach sich gegen einen Strafprozess aus.

Das US-Justizministerium verkündete, die Ermittlungen gegen den Polizisten auf Bundesebene ohne Anklage einzustellen. Es gebe keine ausreichenden Beweise dafür, dass er gegen das Gesetz verstossen habe.

Tochter fordert Strafverfahren

Die Tochter von Eric Garner, Emerald Garner, dankte Polizeichef O'Neill für seine Entscheidung. Diese hätte aber fünf Jahre früher kommen müssen, sagte sie bei einer Pressekonferenz, bei der sie ein T-Shirt mit dem Gesicht des nun entlassenen Polizisten und der Aufschrift «Mörder» trug.

Sie kündigte an, eine Wiederaufnahme des Strafprozesses anzustreben und auch die anderen Beteiligten Polizisten zur Rechenschaft ziehen zu wollen.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steve am 20.08.2019 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unerklärlich

    5 Jahre für so eine Entscheidung? Ich hätte sie nach 2 Sekunden getroffen.

  • Rose' am 20.08.2019 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polizeigewalt

    Es ist immer die gleiche Tragik! In Amerika ist die Armut unter den Afros höher als der Weissen! Auch die Gewaltbereitschaft ist extrem, wie überall leidet dann der Rest dieser Gruppe darunter! Das Geschehene ist schlimm aber auch für die Polizei eine missliche Situation! In der Schweiz fängt es auch schon an. Wegen ein paar dunkelhäutigen die sich nicht ans Gesetz halten werden auch anständige plötzlich ausgegrenzt oder angegriffen! Wie schon lange gefordert wird, sollen Verbrecher sofort ausgeschafft werden, damit der Rest ein normales Leben führen kann! Gesetz endlich anwenden!

  • Tommy D am 20.08.2019 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Afroamerikaner nicht die einzigen

    Black Lives Matter setzt sich vor allem gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner ein. Wenn weisse dran kommen, ist es ihnen egal. Polizeigewalt ist immer ein Problem!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Biker am 20.08.2019 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Garner Teil 1

    NYC ist im Vergleich zu vor 30-40 Jahren. Eine ziemlich sichere Stadt geworden. Dies nicht, weil die Polizei Mimosen verteilt. Garner war mehrfach vorbestraft. Verkauf illegaler Zigaretten, Drogenbesitz, Einbruch, falscher Angaben zu seiner Person. Ausserdem war er ziemlich gross und schwer, wohl auch kräftig. Er versuchte sich zu wehren als die Polizei ihn, zurecht, durchsuchen wollte. Dass es 5 Mann brauchte um ihn niederzuringen, zeigt, dass er sich heftig gewehrt hat. Als Polizist (ich bin keine), hat man es täglich mit Irren zu tun. Man weiss nie was passiert und muss sich schätzen.

  • Tommy D am 20.08.2019 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Afroamerikaner nicht die einzigen

    Black Lives Matter setzt sich vor allem gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner ein. Wenn weisse dran kommen, ist es ihnen egal. Polizeigewalt ist immer ein Problem!

  • Steve am 20.08.2019 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unerklärlich

    5 Jahre für so eine Entscheidung? Ich hätte sie nach 2 Sekunden getroffen.

  • Rose' am 20.08.2019 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polizeigewalt

    Es ist immer die gleiche Tragik! In Amerika ist die Armut unter den Afros höher als der Weissen! Auch die Gewaltbereitschaft ist extrem, wie überall leidet dann der Rest dieser Gruppe darunter! Das Geschehene ist schlimm aber auch für die Polizei eine missliche Situation! In der Schweiz fängt es auch schon an. Wegen ein paar dunkelhäutigen die sich nicht ans Gesetz halten werden auch anständige plötzlich ausgegrenzt oder angegriffen! Wie schon lange gefordert wird, sollen Verbrecher sofort ausgeschafft werden, damit der Rest ein normales Leben führen kann! Gesetz endlich anwenden!

  • Benj Mbombo am 20.08.2019 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kausalität, den schwarz und weiss sind gleiche Men

    Tragisch, wenn jemand den Tod findet. Aber es geht hier nicht um schwarz oder weiss. Fact ist, dass ein 120 Kilo 190cm grosser Mensch gegen das Gesetz verstossen hat, sich dann der Polizei widersetzte und ein anderer Krimineller das Filmte. Jetzt steht Polizeigewalt im Mittelpunkt. Allerdings ist ja nicht ein weisser durch die Strassen gelaufennund hat sich gedacht:Oh, jetzt würg ich mal einen schwarzen!". So gesehen ist es Diskriminierung der Polizei.

    • Rufer in der Wüste am 20.08.2019 12:27 Report Diesen Beitrag melden

      @Benj Mbombo

      Geht es wirklich um den Fakt, dass die Person 120 Kilo und 190 cm gross war oder geht es um verhältnismässiges Vorgehen? Das in den USA die Polizei wesentlich schneller zu Gewalt greift als hierzulande ist bekannt. Im ersten Moment Wiederstand zu leisten bzw. der Versuch der Verhaftung zu entkommen ist Reflex. Das rechtfertig jedoch nicht, eine faktisch überwältigte Person noch weiter mit einem Würgegriff zu drangsalieren. Geschulte Polizisten sollten fixiernde Griffe auch bei einer kräftigen Person ohne Gefährdung für Leib und Leben anwenden können (so der Polizist das will)!

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