Drogenkrieg

18. Oktober 2019 10:06; Akt: 18.10.2019 11:36 Print

Polizei lässt El Chapos Sohn nach Krawallen frei

Der Sohn des mexikanischen Drogenbosses wurde in einem Haus festgenommen. Bandenmitglieder holten sogleich zu einer Gegenreaktion aus und sorgten für Chaos.

Die Festnahme von Ovidio Guzmán López führte zu einer gewaltsamen Gegenreaktion. (Video: Tamedia)
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In Mexiko haben Sicherheitskräfte einen Sohn des in den USA inhaftierten Drogenbosses El Chapo festgenommen. Ovidio Guzmán López sei am Donnerstag in Culiacán, der Hauptstadt des Bundesstaates Sinaloa, gefasst worden, erklärte Sicherheitsminister Alfonso Durazo.

Ovidio und sein Bruder Alfredo sollen die Führung über einen Teil des jahrelang von «El Chapo» geführten Sinaloa-Kartells übernommen haben, nachdem ihr Vater 2017 an die USA ausgeliefert worden war. Zur Festnahme kam es nun nach Angaben von Sicherheitsminister Durazo, als eine Patrouille der Nationalgarde in Culiacán attackiert wurde.

Panik nach Gewaltaktionen

Die Sicherheitskräfte seien aus dem Inneren eines Hauses angegriffen worden und hätten das Haus daraufhin gestürmt. Vier Verdächtige seien festgenommen worden - unter ihnen Ovidio Guzmán López, der auch Iván genannt wird.

Polizei lässt El Chapos Sohn nach Krawallen frei

Daraufhin hätten Bandenmitglieder das Haus umstellt, was zu einem Schusswechsel geführt habe, führte Durazo aus. Auch an anderen Orten der Stadt hätten die Kriminellen «gewaltsame Aktionen» ausgeführt und damit für «Panik» gesorgt. Mehrere Polizisten wurden verletzt.

In den Strassen der Stadt herrschte stundenlang Chaos. Ein AFP-Journalist filmte schwerbewaffnete vermummte Bandenmitglieder und in Brand gesetzte Fahrzeuge. Bilder zeigen zudem mehrere leblose Körper, die am Boden liegen. Die Behörden riefen die Bewohner von Culiacán auf, nicht auf die Strasse zu gehen.

Freilassung zur Verhinderung weiterer Gewalt

Kurze Zeit später wurde Ovidio wieder freigelassen. Dies, um weitere Gewalt zu verhindern und das Leben der Polizisten zu schützen, wie BBC berichtet. Ausserdem wollten die Behörden so wieder Ruhe ins Viertel bringen.

Joaquín «El Chapo» Guzmán war im Juli in den USA zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Der langjährige Anführer des berüchtigten Sinaloa-Kartells galt einst als der mächtigste Drogenbaron der Welt.

(vro/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tommy am 18.10.2019 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Bilder?

    Also zeigen die Bilder jetzt die Kartellmitglieder oder allenfalls doch Polizisten in Zivil? Schon krass, wie die Kartells da besser bewaffnet und wohl auch ausgebildet sind als selbst die Armee. Sind ja eigentlich nur Gangs, aber das gleicht mehr einem Krieg als Kriminalität.

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  • Unodue am 18.10.2019 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Machtverhältnisse

    Da hat das Gesetz schon längst versagt. Das Land wird von Drogenkartellen geführt. Unheimlich was für eine Macht dahinter steckt.

  • Siegfried am 18.10.2019 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterschied - augenfällig

    Ähnlich wie bei uns, nur läuft alles hintendurch. Wer glaubt, es stehe hier alles zum Besten, der irrt sich gewaltig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Chrige am 18.10.2019 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    bankrott

    Die absolute Bankrotterklärung des Staates gegenüber der organisierten Kriminalität.

  • Peter.L am 18.10.2019 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    El Chapo

    El Chapo ist einer der mächtigsten in Mexiko. Er hat die Regierung und Staat unter seiner macht. Da können selbst die DEA nichts dagegen tun.

  • juan am 18.10.2019 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    ??

    natürlich ist auch hier nicht alles gut, aber ich denke sie wissen auch nicht,wie gut sie es hier haben!

  • Teresa am 18.10.2019 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    @Tommy, soviel ich weiss haben die grossen einflussreichen Banden, das Militär und die Polizei auf ihrer Seite. Ganz speziell wenn es um Geld geht...

  • Leserin am 18.10.2019 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Respekt mehr

    Schade dass in der heutigen Zeit die Polizei Angst hat die Leute zu inhaftierten etc. Die heutige Generation lässt sich nichts mehr gefallen von der Polizei. Wo das noch hinführen wird? Sie haben weder Respekt noch Achtung von unseren Ordnungshüter.