Boko Haram

15. Juli 2014 17:39; Akt: 17.07.2014 11:39 Print

Polizei nimmt «Chef-Schlächter» fest

Erfolg für die nigerianschen Sicherheitskräfte: Sie konnten einen der Anführer der Terrorgruppe Boko Haram aufspüren. Mohammed Zakari soll für zahlreiche Morde verantwortlich sein.

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Am 17. Oktober sagte Boko Haram zu, die gefangenen Schülerinnen im April 2015 freizulassen. Ende Februar haben einige Mädchen nach Vergewaltigungen Kinder geboren. Islamisten der Gruppe Boko Haram erlangten internationale Beachtung, weil sie am 15. April 2014 mehr als 200 Schulmädchen in ihre Gewalt gebracht hatten. Mitte Juni wurden in Nigeria erneut 60 Frauen und Mädchen sowie 31 Buben verschleppt Er gilt als Chef der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram: Abubakar Shekau. Dieses Foto stammt aus einer Videobotschaft, die am 12. Mai 2014 veröffentlicht wurde. Es zeigt Dutzende der entführten Schulmädchen. Erst Anfang Juni sollen Boko-Haram-Kämpfer weitere 22 Frauen im Norden des Landes entführt haben. Hier protestieren einige Frauen der «Bring back our Girls»-Bewegung. Am 12. Juni hatte ein Gericht in Abuja das durch die nigerianische Polizei eingeführte Demonstrationsverbot wieder aufgehoben. Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan verspricht, die 270 entführten Schulmädchen in Sicherheit zu bringen. Die radikalislamistische Terrorgruppe Boko Haram solle für ihre Taten verantwortlich gemacht werden. Er ist seit 2010 Chef der nigerianischen Terrororganisation Boko Haram: . Er gilt als intelligent, präsentiert sich in Videobotschaften aber gerne als völlig durchgeknallt. Die USA, die Boko Haram 2013 als Terrorgruppe definierten, haben ein Kopfgeld von sieben Millionen Dollar auf Shekau ausgesetzt. Seit 2009 terrorisiert Boko Haram Nigeria. Die Organisation ist für den Tod von rund 10'000 Menschen verantwortlich. Erklärtes Ziel der Terrorgruppe ist es, den mehrheitlich muslimisch geprägten Norden Nigerias vom christlich dominierten Süden abzutrennen und ein strikt islamistisches Kalifat zu errichten. Am 6. Mai bot US-Aussenminister John Kerry Hilfe an: Er will ein helfen. Die Massenentführung von gegen 300 Schülerinnen seit dem 14. April 2014 setzt Staatspräsident zunehmend unter Druck. Ihm wird Untätigkeit, Unfähigkeit und Korruption vorgeworfen. Auch die steht unter Beschuss. Abgesehen davon, dass sie ebenfalls korrupt ist, soll sie mit Boko Haram zusammenarbeiten. Ausserdem wirbt die Terrororganisation Mitglieder der Armee ab und schleust eigene Mitglieder in die Armee. (Bild: Brigadegeneral Chris Olukolade versucht, Demonstranten zu beruhigen, 6. Mai) Seit Wochen fordern die Menschen in zahlreichen Städten Nigerias die Freilassung der fast 300 entführten Mädchen und demonstrieren gegen die Regierung und die Terrororganisation. (Bild: trauernde Mutter) «Keine Freilassung, keine Stimme»: Das Plakat bezieht sich auf die Wahlen, die im 2015 anstehen. «Das ist Terrorismus, nicht Islam»: Die Massenentführung hat die ethnisch gespaltene Bevölkerung zusammengeführt. Doch am 6. Mai verschleppte Boko Haram in Warabe im Norden weitere elf Mädchen. Am 5. Mai wurde bekannt, dass die First Lady zwei Protestführerinnen hatte verhaften lasssen. Patience Goodluck (Bild) warf den beiden vor, sie wollten den Ruf ihres Mannes zerstören. Die Proteste gegen die Untätigkeit der Regierung nehmen täglich zu. Christen und Muslime fordern die Freilassung der Mädchen und ein Ende der Entführungen. Am 5. Mai 2014 bekennt sich der Boko-Haram-Führer Abubakar Shekau (Mitte) in einem Video zur Entführung der gegen 300 Mädchen im Norden Nigerias. «Ich habe eure Mädchen entführt», sagt Shekau im Video, «ich werde sie auf dem Markt verkaufen, so Gott will.» Die Mädchen waren am 14. April 2014 im Norden des Landes entführt worden. Je nach Angaben gelang zwischen 43 und 52 Kindern die Flucht. 2.5. Die Vorstellung, dass die Mädchen als Sexsklavinnen missbraucht werden, ist unerträglich. Es ist nicht das erste Mal, dass Boko Haram Mädchen und junge Frauen entführt. Aber noch nie wurden so viele aufs Mal entführt: 276 Schülerinnen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren wurden am 14. April in Chibok im Norden Nigerias verschleppt. Rund 52 Schülerinnen gelang die Flucht.

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Nigerianische Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben einen der Anführer der berüchtigten Terrorgruppe Boko Haram festgenommen. Mohammed Zakari sei am Wochenende im Nordosten des Landes in der Nähe des Balmo-Waldes aufgespürt worden, teilte Polizeisprecher Frank Mba am Dienstag mit.

Zakari, der sich selbst auch als «Chef-Schlächter» der Islamisten bezeichnet, war offenbar auf der Flucht, nachdem das Militär Stützpunkte der Gruppe in dem Waldgebiet ausfindig gemacht und eine Anti-Terror-Operation gestartet hatte. Er soll für zahlreiche Morde verantwortlich sein.

Zuletzt war er offenbar an Anschlägen im Bundesstaat Bauchi und einem Blutbad an sieben Menschen beteiligt. Unter den Opfern waren auch mehrere Frauen und Kinder. Die Polizei hoffe, durch mögliche Aussagen des Mannes weitere Verdächtige festnehmen zu können, hiess es.

Fast 40 Tote bei Angriff

Erst am Montag richteten mutmassliche Boko-Haram-Islamisten in einem Dorf im Nordosten Nigerias ein Blutbad an, bei dem mindestens 38 Menschen getötet wurden. Dorfbewohner berichteten, dutzende Bewaffnete seien am Sonntagabend in das christliche Bauerndorf Dille im Bezirk Askira Uba gestürmt.

Sie hätten Granaten und Sprengsätze auf Häuser geworfen und wahllos geschossen. Daraufhin seien die Bewohner in den Busch geflohen und hätten dort die Nacht verbracht, sagte der Augenzeuge Michael Umaru Jar.

Als sie am Montagmorgen zurückkehren wollten, hätten die Angreifer sie von umliegenden Hügeln aus unter Beschuss genommen, sagte ein anderer Dorfbewohner, John Buba.

Von Armee-Flugzeug beschossen

Einige Menschen hätten versucht, mit einem Bus aus dem Ort zu fliehen. Dabei seien sie von Kampfflugzeugen der Armee offenbar für fliehende Aufständische gehalten und attackiert worden.

Den Zeugen zufolge brannten die Angreifer das gesamte Dorf nieder, darunter drei Kirchen. Dille liegt etwa 200 Kilometer von Maiduguri, der Hauptstadt des Bundesstaates Borno, entfernt.

Polizei und Militär waren für eine offizielle Stellungnahme nicht erreichbar. Aus Armeekreisen wurde aber bestätigt, dass «viele» Menschen bei dem Angriff auf das Dorf und dem Einsatz zweier Kampfflugzeuge getötet worden seien.

(sda)