Nigeria

01. Juli 2014 13:17; Akt: 01.07.2014 13:17 Print

Polizei nimmt Entführer von Schülerinnen fest

Mehrere Mitglieder einer «Spionagezelle» sind im Entführungsfall der nigerianischen Mädchen verhaftet worden. 219 Schülerinnen werden derzeit noch vermisst.

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Am 17. Oktober sagte Boko Haram zu, die gefangenen Schülerinnen im April 2015 freizulassen. Ende Februar haben einige Mädchen nach Vergewaltigungen Kinder geboren. Islamisten der Gruppe Boko Haram erlangten internationale Beachtung, weil sie am 15. April 2014 mehr als 200 Schulmädchen in ihre Gewalt gebracht hatten. Mitte Juni wurden in Nigeria erneut 60 Frauen und Mädchen sowie 31 Buben verschleppt Er gilt als Chef der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram: Abubakar Shekau. Dieses Foto stammt aus einer Videobotschaft, die am 12. Mai 2014 veröffentlicht wurde. Es zeigt Dutzende der entführten Schulmädchen. Erst Anfang Juni sollen Boko-Haram-Kämpfer weitere 22 Frauen im Norden des Landes entführt haben. Hier protestieren einige Frauen der «Bring back our Girls»-Bewegung. Am 12. Juni hatte ein Gericht in Abuja das durch die nigerianische Polizei eingeführte Demonstrationsverbot wieder aufgehoben. Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan verspricht, die 270 entführten Schulmädchen in Sicherheit zu bringen. Die radikalislamistische Terrorgruppe Boko Haram solle für ihre Taten verantwortlich gemacht werden. Er ist seit 2010 Chef der nigerianischen Terrororganisation Boko Haram: . Er gilt als intelligent, präsentiert sich in Videobotschaften aber gerne als völlig durchgeknallt. Die USA, die Boko Haram 2013 als Terrorgruppe definierten, haben ein Kopfgeld von sieben Millionen Dollar auf Shekau ausgesetzt. Seit 2009 terrorisiert Boko Haram Nigeria. Die Organisation ist für den Tod von rund 10'000 Menschen verantwortlich. Erklärtes Ziel der Terrorgruppe ist es, den mehrheitlich muslimisch geprägten Norden Nigerias vom christlich dominierten Süden abzutrennen und ein strikt islamistisches Kalifat zu errichten. Am 6. Mai bot US-Aussenminister John Kerry Hilfe an: Er will ein helfen. Die Massenentführung von gegen 300 Schülerinnen seit dem 14. April 2014 setzt Staatspräsident zunehmend unter Druck. Ihm wird Untätigkeit, Unfähigkeit und Korruption vorgeworfen. Auch die steht unter Beschuss. Abgesehen davon, dass sie ebenfalls korrupt ist, soll sie mit Boko Haram zusammenarbeiten. Ausserdem wirbt die Terrororganisation Mitglieder der Armee ab und schleust eigene Mitglieder in die Armee. (Bild: Brigadegeneral Chris Olukolade versucht, Demonstranten zu beruhigen, 6. Mai) Seit Wochen fordern die Menschen in zahlreichen Städten Nigerias die Freilassung der fast 300 entführten Mädchen und demonstrieren gegen die Regierung und die Terrororganisation. (Bild: trauernde Mutter) «Keine Freilassung, keine Stimme»: Das Plakat bezieht sich auf die Wahlen, die im 2015 anstehen. «Das ist Terrorismus, nicht Islam»: Die Massenentführung hat die ethnisch gespaltene Bevölkerung zusammengeführt. Doch am 6. Mai verschleppte Boko Haram in Warabe im Norden weitere elf Mädchen. Am 5. Mai wurde bekannt, dass die First Lady zwei Protestführerinnen hatte verhaften lasssen. Patience Goodluck (Bild) warf den beiden vor, sie wollten den Ruf ihres Mannes zerstören. Die Proteste gegen die Untätigkeit der Regierung nehmen täglich zu. Christen und Muslime fordern die Freilassung der Mädchen und ein Ende der Entführungen. Am 5. Mai 2014 bekennt sich der Boko-Haram-Führer Abubakar Shekau (Mitte) in einem Video zur Entführung der gegen 300 Mädchen im Norden Nigerias. «Ich habe eure Mädchen entführt», sagt Shekau im Video, «ich werde sie auf dem Markt verkaufen, so Gott will.» Die Mädchen waren am 14. April 2014 im Norden des Landes entführt worden. Je nach Angaben gelang zwischen 43 und 52 Kindern die Flucht. 2.5. Die Vorstellung, dass die Mädchen als Sexsklavinnen missbraucht werden, ist unerträglich. Es ist nicht das erste Mal, dass Boko Haram Mädchen und junge Frauen entführt. Aber noch nie wurden so viele aufs Mal entführt: 276 Schülerinnen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren wurden am 14. April in Chibok im Norden Nigerias verschleppt. Rund 52 Schülerinnen gelang die Flucht.

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Im Fall der seit April vermissten Schülerinnen aus Nigeria hat das Militär des Landes nach eigenen Angaben mehrere Verdächtige festgenommen. Es handle sich um den Anführer einer «Spionagezelle» und mehrere Mitglieder der Gruppe, teilte die Armee am späten Montag mit.

Die Gruppierung sei «aktiv an der Entführung der Mädchen beteiligt» gewesen. Bei dem Anführer handle es sich um einen Geschäftsmann, der verdächtigt werde, der Chef des Geheimdienstes der Organisation zu sein, teilte das nigerianische Militär am Dienstag mit.

Zahlungen an Boko-Haram

Er soll demnach in die Planungen der Entführung und mehrerer Angriffe der Islamisten in Maiduguri im Nordosten Nigerias involviert gewesen sein. Der Verdächtige habe seine Mitgliedschaft in einer regierungsloyalen Bürgerwehr als Tarnung genutzt, sagte Generalmajor Chris Olukolade.

Der Mann habe seit 2011 mehrere tödliche Angriffe koordiniert, unter anderem auf Militärstellungen. Zudem seien zwei Frauen festgenommen worden. Eine von ihnen soll Zahlungen an Boko-Haram-Kämpfer organisiert haben.

219 Mädchen vermisst

Zur Entführung der 276 Mädchen hatte sich die islamistische Gruppe Boko Haram bekannt, die für einen Gottesstaat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias kämpft. Von den Mädchen werden noch immer 219 vermisst, 57 befinden sich inzwischen wieder auf freiem Fuss.

Seit dem Jahr 2009 verübt die Boko Haram immer wieder Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen, Schulen und Lokale. Der Regierung in Abuja wird vorgeworfen, weitgehend machtlos gegen die Islamistengruppe zu sein. Bei Kämpfen und Anschlägen sind bislang tausende Menschen getötet worden.

(sda)