Umstrittener Bahnhof

20. Juni 2011 21:49; Akt: 21.06.2011 07:50 Print

Polizisten bei «Stuttgart 21»-Demo verletzt

Am Rande der Besetzung einer «Stuttgart 21»-Baustelle sind bei der Explosion eines Knallkörpers neun Polizisten verletzt worden, ein Beamter wurde verprügelt.

storybild

Demonstranten stürmten am Montagabend eine Baustelle am Stuttgarter Bahnhof. (Bild: Keystone/AP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Stuttgarter «Wutbürger» schienen schon fast vergessen, als am Montagabend ein regelrechter Sturm der Entrüstung der «Stuttgart 21»-Gegner losbrach. Rund ein Dutzend Aktivisten drang nach einer Demonstration auf die Baustelle hinter dem Hauptbahnhof ein. Zusammen mit weiteren Demonstranten rissen sie den Bauzaun ein, Dutzende stürmten das Gelände.

Einige Aktivisten besetzten die Halle, die die Grundwasseraufbereitungsanlage beherbergt, andere kletterten auf die daneben stehenden Wasserbehälter und die Baucontainer. «Wir sind gekommen, um zu bleiben», rief ein Parkschützer mit einem Megafon den abwartenden Demonstranten auf der anderen Seite zu.

Polizist verprügelt

Die Polizei verhielt sich zunächst abwartend. Wann und wie es zum Eklat kam, ist noch ungewisse. Sicher ist, dass plötzlich ein Knallkörper neben die Beamten geworfen wurde. Acht Beamte hätten durch einen Sprengkörper ein Knalltrauma erlitten, sagte ein Polizeisprecher.

Ein Zivilbeamter sei brutal zusammengeschlagen worden, als er Personalien von Aktivisten feststellen wollte. Er habe schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen erlitten. Alle neun Beamte würden im Krankenhaus behandelt.

Projektsprecher nennt Besetzung «kriminell»

«Stuttgart 21»-Sprecher Wolfgang Dietrich hat die Besetzung scharf kritisiert. «Es handelt sich ganz bestimmt nicht mehr um zivilen Ungehorsam. Aus meiner Sicht ist es nur noch kriminell», sagte Dietrich am Montagabend. Eine solche Besetzung lasse sich nicht mehr mit dem Demonstrationsrecht rechtfertigen.

Die Verantwortung für die erneute Eskalation sieht der Projektsprecher bei der grün-roten Landesregierung. «Es ist die Aufgabe der Regierung, einen Beitrag zur Deeskalation zu leisten», sagte Dietrich. So müsse deutlich gemacht werden, dass die Deutsche Bahn das Recht zum Bauen habe.

Monatelanger Protest

Am 30. September 2010 war es zur bislang gewalttätigsten Konfrontation zwischen den Gegner des Bauprojekts und Polizisten gekommen, als die Polizei Pfefferspray, Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die Demonstranten eingesetzt hatte.

(ap)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcel am 21.06.2011 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Was haben die eigentlich?

    Was haben die Stuttgarter eigentlich für ein Problem? Wenn ich die Bahn wäre, würde ich einfach abräumen und den alten Bahnhof als Baustelle zurücklassen. Wenn sie einen Bahnhof wollen, muss man den auch Aufrüsten aber anscheinend kommt Stuttgart gut ohne Bahnhof zurecht.

  • Anti21 am 21.06.2011 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    ein Sauprojekt

    Wäre ich ein Stuttgarter wäre ich nur noch auf der Strasse am demonstrieren, es ist doch eine Schweinerei was man dort hinpflanzen will, und die DB will alles so teuer wie möglich machen, um Geld einzustreichen wie die Sau. Eine Frechheit!

  • Marcel am 21.06.2011 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Die Bürger schlagen nun zurück! Wieso gibt sich die STASI (polizei) denn so überrascht?

Die neusten Leser-Kommentare

  • frank müller am 21.06.2011 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    die andere ansicht

    ..auch agenturmeldungen sollten hinterfragt werden ...oder was sagt denn die offizielle seite zu diesen videos?

  • B. Kerzenmacher am 21.06.2011 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Hat man immer noch

    nicht angefangen die Umtriebskosten den rückwärtsgewndten Verhinderern zuzustellen bzw. sie den Betrag im Gefängnis absitzen zu lassen. Damit sollte man schleunigst anfangen. Der Steuerzahler sollte wo immer es geht verschont werden vor Kosten die solche Demonstranten unnötig verursachen.

  • Marcel am 21.06.2011 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Was haben die eigentlich?

    Was haben die Stuttgarter eigentlich für ein Problem? Wenn ich die Bahn wäre, würde ich einfach abräumen und den alten Bahnhof als Baustelle zurücklassen. Wenn sie einen Bahnhof wollen, muss man den auch Aufrüsten aber anscheinend kommt Stuttgart gut ohne Bahnhof zurecht.

  • Bügi am 21.06.2011 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Kapital geht vor Gerechtigkeit

    "Ein Volk sollte nicht Angst vor der Regierung haben. Eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben." - V wie Vendetta. So ist es und so sollte es auch bleiben! Solange die Regierung das Volk und ihre Meinung und Anliegen ignoriert und nur auf Kapital aus sind, müssen sie früher oder später mit einer Eskalation rechnen. Es ist des Volkes Recht sich gegen etwas aufzubringen und zu demonstrieren, was sie nicht wollen. Den sie sind die, die ausgenommen werden und den ganzen Umbauschwachsinn bezahlen müssen. Gegen ihren Willen.

  • Ossi am 21.06.2011 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Warum die Bahn sich das antut

    Ist mir ein Rätsel. Last doch die Deppen einfach mit dem Shuttlebus zum nächsten Bahnhof fahren.