Abzug aus dem Irak

14. Dezember 2011 19:06; Akt: 14.12.2011 20:16 Print

Präsident Obama ganz Patriot

US-Präsident Barack Obama hat aus dem Irak heimkehrende Soldaten gewürdigt. Er lobte die «aussergewöhnlichen Errungenschaften» der Vereinigten Staaten.

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Barack Obama empfängt US-Soldaten zurück in der Heimat. Bis Ende Jahr will sich die US-Armee aus dem Irak zurückziehen. (Bild: AFP)

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Mit einer bewegenden Rede hat US-Präsident Barack Obama am Mittwoch einen symbolischen Schlussstrich unter den Irakkrieg gezogen und den Truppen für ihren Einsatz gedankt. Zugleich gedachte er der mehr als 4400 US-Soldaten, die im Krieg ums Leben kamen.

«Willkommen zuhause», rief Obama der jubelnden Menge zu. Vor der Kulisse von Transportflugzeugen und wüstenfarbenen Armeefahrzeugen erinnerte der Präsident an das «Kämpfen und Sterben» und «Bluten und Aufbauen» der US-Soldaten, das schliesslich zu diesem «Moment des Erfolges» geführt habe.

«Keine finale Schlacht, sondern ein finaler Marsch»

Dank ihrer «Opfer» hätten die Iraker nun ihr eigenes Schicksal in der Hand. «Wir hinterlassen ein souveränes, stabiles und selbständiges Irak, mit einer vom Volk gewählten Regierung», sagte Obama, der mit seiner Frau Michelle nach Fort Bragg gekommen war. «Und wir beenden einen Krieg nicht mit einer finalen Schlacht, sondern mit einem finalen Marsch nach Hause.»

Nun sei es aber an der Zeit, dass sich das Land der Heimkehrer annehme, die ihr Leben im Irak riskiert hätten. Er spielte damit wahrscheinlich unter anderem auf die überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit unter Veteranen der Kriege im Irak und in Afghanistan an.

Krieg als Quelle von Kontroversen

Obamas Vorgänger George W. Bush hatte im Frühjahr 2003 gegen heftigen internationalen Widerstand den Einmarsch in den Irak befohlen und Machthaber Saddam Hussein gestürzt.

Rivalitäten zwischen den sunnitischen und schiitischen Bevölkerungsgruppen und ein Erstarken des Terrornetzwerks Al-Kaida beförderten eine Spirale der Gewalt, der Schätzungen zufolge mehr als hunderttausend irakische Zivilisten zum Opfer fielen.

Als Abgeordneter im Senat seines Bundesstaates Illinois hatte Obama den Einmarsch in den Irak einst als «dummen Krieg» bezeichnet und war 2008 mit dem Versprechen in den Präsidentschaftswahlkampf gezogen, den Militäreinsatz zu beenden. In seiner Rede erinnerte Obama nun daran, dass der Krieg «eine Quelle für grosse Kontroversen» in den USA gewesen sei.

170 000 US-Soldaten

Auf dem Höhepunkt des Einsatzes waren 2007 rund 170 000 US-Soldaten im Irak stationiert. Insgesamt waren nach Obamas Angaben mehr als 1,5 Millionen US-Soldaten im Irak. Etwa 4400 wurden getötet, mehr als 30 000 verletzt.

Im Oktober hatte Obama den Abzug so gut wie aller Truppen bis Jahresende angekündigt. Der Termin steht offiziell bereits seit 2008 fest, im Sommer 2010 hatten die letzten US-Kampftruppen den Irak verlassen. Beide Regierungen führten aber Verhandlungen über den Verbleib tausender US-Soldaten zur Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte. Die Gespräche scheiterten, weil Bagdad den US-Militärs keinen Schutz vor Strafverfolgung gewähren wollte.

Der Irak hat in den vergangenen Jahren eigene Armee- und Polizeikräfte mit einer Stärke von mehr als 900 000 Mann aufgebaut, die künftig die Stabilität garantieren sollen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zyniker am 14.12.2011 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Das ich nicht lache...

    "Wir hinterlassen ein souveränes, stabiles und selbständiges Irak, mit einer vom Volk gewählten Regierung." Souverän; war der Irak schon vorher. Stabil; kein Kommentar. Selbständig; Klar, die Truppen werden ja abgezogen. Vom Volk gewählten Regierung; In Afghanistan hiess es das auch. Fazit: Die Errungenschaften der USA im Irak sind inn der Tat aussergewöhnlich.

  • orakel am 14.12.2011 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    jaja, mission accomplished...

    naja, vor dem angriffskrieg der usa war der irak stabiler. die al- kaida und die irakischen widerständler hätten viel weniger unterstützung erfahren wenn das land nicht durch die usa besetzt gewesen wäre.

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  • chef audjudant am 14.12.2011 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    immunität für ausbildner?

    warum hätten diese "ausbildner" eignetlich immunität benötigt?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sylvia Habegger am 14.12.2011 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Zehntausende irakische Zivilisten?

    Wie bitte? "Zehntausende irakische Zivilisten ums Leben?" Das ist ja eine freche Lüge! NACHGEWIESEN (über Militärrapporte bestätigt) sind mindestens 104'080 tote Zivilisten. Damit nicht eingerechnet sind feindliche Kämpfer und die Opfer durch den Einsatz von Uranmunition. Hilfsorganisationen schätzen die tatsächlichen Opferzahlen auf 600'000 - 1'000'000 zivilen Opfern! Die Webseite "hat über den Blutzoll des Irakkrieges Buch geführt. Was auch zu erwähnen wäre: Saddam Hussein war nicht in die Terroranschläge vom 11. September involviert, noch war je Al-Qaida im Irak!

    • gustav am 14.12.2011 22:10 Report Diesen Beitrag melden

      hundert...

      es steht hunderttausende Zivilisten

    • de gusti vom musti am 15.12.2011 08:53 Report Diesen Beitrag melden

      genau...

      und wenn es 104'080 wären, könnte man ja trotzdem zehntausende schreiben.... aber wie gesagt, richtig lesen ... !!!

    • It's me, Mario am 15.12.2011 09:17 Report Diesen Beitrag melden

      Aber..

      Und wieviel hat Sadam auf dem Gewissen? Beispielsweise mit den Giftgasanschlägen? Wäre es besser gewesen den Despoten weiter regieren zu lassen? Ich weiss es nicht, aber ihn abzusetzen wars sicher auch nicht falsch.

    • Frank am 15.12.2011 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Mario

      Würde sich dein Wissen nicht bloss auf westlich Propaganda beschränken, wüsstest Du, dass Sadam amerikanisches Giftgas bloss spärlich im Krieg gegen den Iran eingesetzt hat. Also bitte nicht verwechseln mit den Ausmassen der Einsätze von Giftgasen der USA in Vietnam. Zudem hielt die Faust Sadams den Irak geeint zusammen, was heute wegen den USA nicht mehr der Fall ist, wenn man nun den Bürgerkrieg zwischen den Suniten und Shiiten erkennt.

    • Andy M am 15.12.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

      Warum nur?

      Respekt Sylvia das was du da geschrieben hasst ist die traurige Wahrheit. Ich moechte ihr noch ergänzen, das während des Krieges die wirtschaftlichen Verlust nicht einmal berücksichtigt sind, die zerstoerte Infrastruktur, Umweltverschmutzung durch Waffen, Kinder die in der Zukunft fehlen (ermordet wurden oder schwerst behindert sind) und noch vieles mehr! Wo sind hier die Menschrechtsanwälte, Kriegsgericht die endlich die USA abstrafen für diesen Kriegseinsatz der ja gar keine berechtigt war. Frage warum ziehen die USA immer in so ferne Länder in den Krieg? Steckt vielleicht Israel dahinter?

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  • orakel am 14.12.2011 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    jaja, mission accomplished...

    naja, vor dem angriffskrieg der usa war der irak stabiler. die al- kaida und die irakischen widerständler hätten viel weniger unterstützung erfahren wenn das land nicht durch die usa besetzt gewesen wäre.

    • Thomas am 15.12.2011 09:02 Report Diesen Beitrag melden

      Naja...

      Als "stabil" konnte man das Land nicht unbedingt bezeichnen vor dem Krieg. Ich gebe Dir Recht, es wurden Fehler gemacht seitens USA und Übergangsregierung, aber es gibt schon auch Positives. Zuerst mal gibt es jetzt eine halbwegs funktionierende Demokratie. Zudem gibt es mehr sichere Schulen und mehr Freiheit für das Idividuum. Dazu gehört auch Presse- und Meinungsfreiheit.

    • Thorsten am 15.12.2011 11:34 Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      Wie nennt sich dein Rauschmittel? Tatsache ist; der Irak war definitif stabilER vor der Zerstörung der USA. Die harte Führung durch Sadam unterdrückte den nun entfachten Krieg zwischen Shiiten und Suniten. Die USA ist weit davon entfernt eine halbwegs funktionierende Demokratie zu sein und da soll es nun um den Irak besser stehen?? Mehr sichere Schulen?? Für die Oberschicht vielleicht, da die sonstige Bevölkerung sich zuerst einmal um den Wiederaufbau ihrer Existenz kümmern muss als den Luxus zu geniessen in Schulen zu gehen. Presse- und Meinungsfreiheit gilt nur für die westliche Propaganda.

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  • chef audjudant am 14.12.2011 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    immunität für ausbildner?

    warum hätten diese "ausbildner" eignetlich immunität benötigt?

  • Zyniker am 14.12.2011 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Das ich nicht lache...

    "Wir hinterlassen ein souveränes, stabiles und selbständiges Irak, mit einer vom Volk gewählten Regierung." Souverän; war der Irak schon vorher. Stabil; kein Kommentar. Selbständig; Klar, die Truppen werden ja abgezogen. Vom Volk gewählten Regierung; In Afghanistan hiess es das auch. Fazit: Die Errungenschaften der USA im Irak sind inn der Tat aussergewöhnlich.