Epstein-Affäre

20. November 2019 19:05; Akt: 21.11.2019 01:26 Print

Prinz Andrew tritt von seinen Pflichten zurück

Prinz Andrew hat die Queen gebeten, ihn aus seinen königlichen Ämtern zu entlassen. Der Rücktritt folgt auf ein misslungenes Interview, das er zum Thema Jeffrey Epstein gegeben hatte.

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Das erste gemeinsame Bild nach dem misslungenen TV-Interview: Am 22. November 2019 reiteten Prinz Andrew und die Queen zusammen im Windsor Park. Dabei dürfte die Königin ihrem Sohn mitgeteilt haben, dass er sein Büro im Buckingham-Palast räumen müsse. Am 20. November 2019 legte Prinz Andrew seine öffentlichen Ämter als Mitglied des britischen Königshauses nieder. Grund dafür ist ein Interview, welches er zum Thema Jeffrey Epstein gegeben hat. Prinz Andrew hatte mit einem am 16. November 2019 im Sender BBC ausgestrahlten Fernsehinterview zur Epstein-Affäre heftige Kritik auf sich gezogen. In dem Interview hatte sich der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. erstmals zu seiner Beziehung zu Epstein und den gegen ihn selbst erhobenen Missbrauchsvorwürfen geäussert. Der Prinz wies dabei die Missbrauchsvorwürfe einer zum mutmasslichen Tatzeitpunkt minderjährigen Frau gegen ihn zurück. Er habe an jenem Tag mit seiner Tochter Pizza im Restaurant Pizza Express in Woking, England, gegessen. Er habe «Ihre Majestät gebeten, auf absehbare Zeit von öffentlichen Aufgaben zurücktreten zu dürfen», erklärte Prinz Andrew am 20. November 2019. Königin Elizabeth II., seine Mutter, habe dem Anliegen zugestimmt. «Ich bedaure weiterhin in unmissverständlicher Weise meine unbedachte Verbindung zu Jeffrey Epstein», erklärte Prinz Andrew in Bezug zum misslungenen Interview. Der Vorwurf: Andrew soll in den Jahren 2001 und 2002 dreimal Sex mit der damals Minderjährigen Virginia Giuffre gehabt haben. Virginia Giuffre soll von US-Unternehmer Epstein an den Prinzen ausgelehnt worden sein. Das britische Königshaus hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Queen soll «jenseits von wütend» sein. Am 21. November 2019 wurde bekannt, dass die «entsetzte» Queen Andrew zum Rücktritt gezwungen habe. Das FBI hat die Ermittlungen aufgenommen. Prinz Andrew hat angegeben, mit allen möglichen Justizbehörden zusammenarbeiten zu wollen. Der US-Milliardär Jeffrey Epstein soll Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Michelle Licata (rechts) und Courtney Wild sind zwei seiner Opfer, die nun brisante Details bekannt geben. Epstein soll die beiden sexuell missbraucht haben, als sie noch minderjährig waren. Einige der Mädchen sollen bei den Übergriffen erst 14 Jahre alt und «höchst anfällig für Ausbeutung» gewesen sein: Opfer-Anwalt David Boies spricht vor den Medien. Die Übergriffe fanden zwischen 2002 und 2005 in Epsteins Immobilien in New York (im Bild), Palm Beach und an anderen Orten statt. Bei der Durchsuchung eines Tresors in Epsteins Anwesen in Manhattan wurden mehrere Datenträger mit Nacktfotos von augenscheinlich minderjährigen Mädchen beschlagnahmt. Epstein war am 6. Juli 2019 mit seinem Privatjet aus Frankreich kommend nach der Landung in New Jersey festgenommen worden. Epstein verstarb am 10. August 2019 in Gefangenschaft.

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Prinz Andrew legt nach seinem umstrittenen Fernsehinterview zu den gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfen in der Epstein-Affäre seine öffentlichen Ämter als Mitglied des britischen Königshauses nieder.

Er habe «Ihre Majestät gebeten, auf absehbare Zeit von öffentlichen Aufgaben zurücktreten zu dürfen», erklärte Prinz Andrew am Mittwochabend. Königin Elizabeth II., seine Mutter, habe dem Anliegen zugestimmt.

Der 59-Jährige erklärte, er habe erkannt, dass seine Verbindungen zum verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein eine «immense Störung» im britischen Königshaus sowie bei den öffentlichen Einrichtungen und wohltätigen Organisationen, mit denen er verbunden sei, verursacht hätten. «Ich bedaure weiterhin in unmissverständlicher Weise meine unbedachte Verbindung zu Jeffrey Epstein», erklärte Prinz Andrew.

Heftige Kritik

Epsteins Suizid im August lasse «viele Fragen offen, vor allem für seine Opfer», erklärte Prinz Andrew. Er empfinde Mitgefühl für «alle Betroffenen» und hoffe, dass sie «mit der Zeit in der Lage sein werden, ihr Leben wieder aufzubauen». Er sei bereit, «wenn nötig», die Strafverfolgungsbehörden in ihren Ermittlungen zu unterstützen, fügte er an.

Prinz Andrew hatte mit einem am Sonntag im Sender BBC ausgestrahlten Fernsehinterview zur Epstein-Affäre heftige Kritik auf sich gezogen. In der Folge waren immer mehr Unternehmen und Universitäten von dem Mitglied des britischen Königshauses abgerückt.

In dem Interview hatte sich der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. erstmals zu seiner Beziehung zu Epstein und den gegen ihn selbst erhobenen Missbrauchsvorwürfen geäussert. Zwar wies der Prinz die Missbrauchsvorwürfe einer zum mutmasslichen Tatzeitpunkt minderjährigen Frau gegen ihn im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre zurück.

Vorwurf: Kein Mitgefühl mit Opfern

Zahlreiche Medien und Beobachter kritisierten jedoch, dass der Royal dabei kein Wort des Mitgefühls für Epsteins Opfer verloren habe. Stirnrunzeln löste zudem aus, dass Andrew Epsteins Verhalten lediglich als «unziemlich» bezeichnet hatte.

Der US-Multimillionär Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben. Er hatte über längere Zeit gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten, darunter auch zum heutigen US-Präsidenten Donald Trump.

Die Zeugin Virginia Giuffre hatte ausgesagt, als Minderjährige von Epstein zum Sex mit dessen wohlhabenden Freunden gezwungen worden zu sein, darunter auch mit Prinz Andrew. Dies wies der Prinz in dem Fernsehinterview kategorisch zurück.

Epstein war im August in seiner New Yorker Gefängniszelle tot aufgefunden worden, er beging nach offiziellen Angaben Suizid.

(sda)