Vergewaltigungsvorwurf

23. September 2018 03:44; Akt: 23.09.2018 03:44 Print

Professorin will gegen Trumps Richter aussagen

Die Frau, die dem Richterkandidaten Brett Kavanaugh versuchte Vergewaltigung vorwirft, will sich am Donnerstag definitiv einer Befragung vor dem US-Senat stellen.

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Kritisierte das lange Stillschweigen des mutmasslichen Opfers: US-Präsident Donald Trump. Die US-Demokraten wollen seine Wahl bis nach den Kongresswahlen hinauszögern: Supreme Court-Kandidat Brett Kavanaugh. (Archivbild) Bundesrichter Brett Kavanaugh soll als 17-jähriger Mittelschüler ein 15-jähriges Mädchen sexuell angegriffen haben. Diese Anklage könnte die Bestätigung Kavanaughs als neues Mitglied des Supreme Court durch den US-Senat vereiteln. Bild: Kavanaugh bei den Hearings im Senat am 5. September 2018. Die Anklägerin ist Christine Blasey Ford, eine Psychologieprofessorin aus Kalifornien. Bild: undatiert mit Kind. Blasey Ford ist aktives Mitglied der demokratischen Partei. An einem Frauenmarsch trug sie eine Wollmütze mit Gehirnwindungen. Die Anklage passt schlecht zu Kavanaugh, der sich als Frauenfreund darstellt und Basketball-Frauenteams trainiert. Bild: Mit Teammitgliedern am 6. September 2018 im Senat. Wahrscheinlich wird es Hearings mit Kavanaugh und Basley Ford geben. Sie erinnern stark an das Bestätigungshearing des obersten Bundesrichters Clarence Thomas. (1. Juni 2017) 1991 wurde er von der Ex-Mitarbeiterin Anita Hill der sexuellen Belästigung angeklagt. Thomas wurde aber trotzdem in seinem Amt bestätigt. (8. Dezember 2017) Der republikanische Senator Chuck Grassley aus Iowa muss jetzt als Vorsitzender des Justizausschusses einen Weg finden, um der Anklägerin Gehör zu verschaffen und gleichwohl Kavanaugh zu bestätigen. (13. September 2018) Eine wichtige Rolle spielt die republikanische Senatorin Susan Collins aus Maine. Wenn sie der Frau glaubt, könnte die Bestätigung Kavanaughs scheitern. (17. September 2018) In ein schlechtes Licht geriet Senatorin Dianne Feinstein aus Kalifornien. Sie erhielt Informationen über den Vorwurf der Frau schon im Juli, sagte aber nichts darüber. (6. September 2018)

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Der Termin der Anhörung wurde auf Donnerstag festgelegt, berichtete unter anderem die «New York Times» unter Berufung auf ein Schreiben der Anwältin der Frau an den Justizausschuss des Senats. Über die weiteren Details sollte noch am Sonntag verhandelt werden.

Seit Tagen laufen hinter den Kulissen Verhandlungen über den Termin und die Umstände einer solchen Befragung vor dem US-Senat. Christine Blasey Ford hatte mehrere Bedingungen für eine Aussage gestellt.

An diesen Bedingungen und Details könnten die Verhandlungen noch scheitern, schrieb die «New York Times». Sollte es am Sonntag keine Einigung geben, müsse der Vorsitzende des Justizausschusses, Charles Grassley, über eine eventuelle Abstimmung über Kavanaugh am Montag entscheiden.

Versuchte Vergewaltigung an Schülerparty?

Die Psychologie-Professorin aus Kalifornien gibt an, Kavanaugh habe versucht, sie nach einer Schülerparty Anfang der 1980er Jahre zu vergewaltigen. Kavanaugh bestreitet das energisch.

US-Präsident Donald Trump hat ihn als Richter für den Supreme Court vorgeschlagen, den obersten Gerichtshof der USA. Kurz vor der Entscheidung des US-Senats über die hochrangige Personalie hatte Ford die schweren Vorwürfe gegen den umstrittenen konservativen Juristen erhoben. Seine Berufung an das höchste US-Gericht ist damit ins Wanken geraten.

Die Vorwürfe gegen Kavanaugh sind Gegenstand einer heftigen parteipolitischen Auseinandersetzung in Washington geworden. Die Demokraten sehen eine Chance, Kavanaughs Nominierung hinauszuzögern, bis sich nach den anstehenden Kongresswahlen am 6. November möglicherweise die Mehrheitsverhältnisse im Senat ändern und der erzkonservative Richter verhindert werden könnte.

(sda)