Aus Protest

30. Mai 2013 03:09; Akt: 30.05.2013 03:48 Print

Pussy-Riot-Girl nach Hungerstreik im Spital

Aus Protest trat Maria Aljochina vor einer Woche in den Hungerstreik. Nun ist sie zusammengebrochen. Derweil bestätigt ein Gericht das Urteil gegen die Band.

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Maria Aljochina, Mitglied der Kunst-und Musikgruppe Pussy Riot, ist in das Krankenhaus ihres Straflagers in Beresniki eingeliefert worden. Vor gut einer Woche war sie in den Hungerstreik getreten, da man sie von ihrer eigenen Bewährungsanhörung ausgeschlossen hatte.

Über ihre Anwälte teilte sie zudem am Montag der Öffentlichkeit mit, dass ihre Gefängniswärter versucht hätten, ihre Mithäftlinge gegen sie aufzuhetzen.

Gericht schmettert Beschwerde ab

Das höchste Moskauer Gericht hat das umstrittene Urteil gegen zwei Frauen der kremlkritischen Band Pussy Riot bestätigt und Vorwürfe eines politischen Prozesses zurückgewiesen. «Sie sind keine politischen Häftlinge, sondern einfach nur Rowdys», sagte die Vorsitzende Richterin Olga Jegorowa vom Moskauer Stadtgericht am Mittwoch.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hingegen erkennt die jungen Frauen als politische Gefangene an. Jegorowa lehnte eine Aufsichtsklage der Verteidigerin von Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa gegen das Urteil zu je zwei Jahren Straflager nach Angaben der Agentur Interfax ab.

Der Richterspruch vom Oktober 2012 wegen «Rowdytums aus religiösem Hass» sei gesetzeskonform, sagte sie. Die Frauen hatten im Februar 2012 in der wichtigsten Moskauer Kirche gegen Kremlchef Wladimir Putin demonstriert.

Paul McCartney setzte sich vergebens ein

In einem Schreiben an die russischen Behörden hatte der Ex-Beatles-Star Paul McCartney um Gnade für die beiden inhaftierten Pussy-Riot-Mitglieder gebeten. In einem handgeschriebenen Brief appellierte er an das russische Ehrgefühl:

«Ich persönlich glaube, dass eine weitere Inhaftierung schädliche Auswirkungen auf Maria haben wird, ebenso auf die gesamte Situation, die natürlich von Menschen aus der ganzen Welt beobachtet wird», so der Ex-Beatle. «In der grossen Tradition der Aufrichtigkeit, für die die russische Bevölkerung so berühmt ist (und von denen viele meine Freunde sind), glaube ich, dass eine Entsprechung von Marias Gesuch ein sehr positives Zeichen an all die Menschen aussenden würde, die den Fall verfolgen.»

(rey/sda)