Haftentlassung abgelehnt

24. Juli 2013 16:11; Akt: 24.07.2013 16:38 Print

Pussy Riot müssen hinter Gittern bleiben

Pussy-Riot-Mitglied Maria Alechina wird nicht aus dem Straflager entlassen – obwohl die 25-jährige Musikerin ein kleines Kind hat. Sie durfte an der Verhandlung über ihre frühzeitige Entlassung nicht teilnehmen.

(Video: Reuters)
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Das Mitglied der russischen Punkband Pussy Riot, Maria Alechina, ist gemäss Medienberichten auch in zweiter Instanz mit dem Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gescheitert. Wie die Agentur RAPSI News am Mittwoch berichtete, lehnte ein Berufungsgericht in Perm das Gesuch ab.

Alechina hatte der Agentur zufolge am Morgen per Video dem Gericht ihre Forderungen dargelegt. Sie war in einem Straflager in Beresniki im Ural inhaftiert. Im Mai hatte es das dortige Gericht abgelehnt, die 25-jährige Mutter eines kleinen Kindes vorzeitig aus der Haft zu entlassen.

Hungerstreik half nichts

Alechina war daraufhin in einen elftägigen Hungerstreik getreten, mit dem sie dagegen protestierte, dass das Gericht ihr nicht die Möglichkeit gegeben hatte, persönlich an der Verhandlung ihres Antrags teilzunehmen. Vor der Verhandlung ihres Berufungsantrags wurde Alechina von Beresniki in ein Gefängnis in Perm verlegt.

Auch das Pussy-Riot-Mitglied Nadeschda Tolokonnikowa hatte eine vorzeitige Haftentlassung gefordert, was bereits Ende April abgelehnt wurde. Ihr Einspruch soll am Freitag verhandelt werden.

Tolokonnikowa verbüsst ihre Strafe in einem Lager in der ostrussischen Region Mordowien. Sie und Alechina waren im Februar 2012 festgenommen worden, als sie in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale aus Protest gegen den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatschef Wladimir Putin ein sogenanntes Punk-Gebet aufführten.

Protest-Brief internationaler Künstler

Im August 2012 wurden sie wegen «Anstachelung zu religiösem Hass» und «Rowdytums» zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Die mit ihnen festgenommene Aktivistin Jekaterina Samuzewitsch kam im Oktober auf Bewährung frei.

In einem am Montag veröffentlichten Brief hatten sich mehr als hundert international bekannte Künstler, darunter Musiker wie Madonna, Elton John, Bob Geldof und Adele, für die Freilassung von Alechina und Tolokonnikowa eingesetzt. In ihrem Brief verwiesen sie auf die Bedeutung des «schockierend unfairen» Verfahrens für Künstler, Musiker und Bürger in aller Welt.

(esu/sda)