Russland bestätigt

12. November 2013 17:18; Akt: 12.11.2013 17:50 Print

Pussy Riot wird in Sibirien «resozialisiert»

Nachdem Medien darüber spekulierten, bestätigen es jetzt auch die russischen Behörden: Nadeschda Tolokonnikowa von Pussy Riot wird nach Sibirien verlegt - zur «Resozialisierung».

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Die inhaftierte Pussy-Riot-Musikerin Nadeschda Tolokonnikowa wird in ein Straflager nach Sibirien verlegt. Die Gefängnisverwaltung habe entschieden, die 24-Jährige in der Region Krasnojarsk unterzubringen, erklärte der russische Menschenrechtsbeauftragte Wladimir Lukin am Dienstag.

Die Entscheidung sei Ende Oktober getroffen worden, weil Tolokonnikowa aus der Region stamme und eine Unterbringung dort «zu ihrer Resozialisierung beiträgt». Der Ehemann und die kleine Tochter der Musikerin leben allerdings in Moskau - mehr als 3000 Kilometer von Krasnojarsk entfernt.

Bereits Anfang November berichtete die Bild-Zeitung, dass Tolokonnikowa ins die Strafkolonie IK-50 verlegt wird - eines der härtesten Arbeitslager der Welt. (20 Minuten berichtete)

Tolokonnikowa erhielt Morddrohungen

Tolokonnikowa hatte ihre Verlegung in eine andere Haftanstalt beantragt, nachdem sie im vorherigen Straflager eigenen Angaben zufolge Morddrohungen erhalten hatte. Die Musikerin war im August 2012 in einem international kritisierten Prozess mit ihren Bandkolleginnen Maria Alechina und Jekaterina Samuzewitsch wegen «Rowdytums» und «Anstachelung zu religiösem Hass» zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden.

Sie hatten im Februar 2012 in einer Moskauer Kathedrale ein «Punkgebet» gegen den heutigen Präsidenten Wladimir Putin aufgeführt. Samuzewitsch wurde später auf Bewährung freigelassen.

(woz/sda)