Wahl in Moskau

10. Februar 2014 18:00; Akt: 11.02.2014 08:37 Print

Pussy Riot wollen ins Parlament

Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa erwägen eine Kandidatur für das Moskauer Stadtparlament. Die beiden wurden erst im Dezember aus russischen Straflagern entlassen.

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Am zu besprechen. : Pussy-Riot-Mitglied Nadescha Tolokonnikowa darf das Gefängnis verlassen. Kaum in Freheit fordert sie ein «Russland ohne Putin». Nadescha Tolokonnikowa zeigt sich in Siegerpose. Kurz davor war bereits Maria Aljochina freigelassen worden. Ein Amnestie-Gesetz ermöglichte ihre Freilassung. Im Hintergrund steht ihr Anwalt Piotr Saikin. In diesem Gefängnis in Nischni Nowgorod sass Aljochina ein. Die 23-jährige Aktivistin und Mutter tritt aus Protest gegen die «unmenschlichen Haftbedingungen» in den Hungerstreik. Tolokonnikowa war in diesem Gefängnis in Krasnojarsk eingesperrt. : Das höchste Moskauer Gericht bestätigt das Urteil gegen die beiden Inhaftierten Pussy-Riot-Mitglieder und wirft Vorwürfe eines politischen Prozesses zurück. «Sie sind keine politischen Häftlinge, sondern einfach nur Rowdys», heisst es. Maria Aljochina, die eine Woche zuvor in den Hungerstreik getreten war, da man sie von ihrer eigenen Bewährungsanhörung ausgeschlossen hatte, wurde in ein Spital eingeliefert. Wende im Prozess gegen drei Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot. Eine der drei verurteilten Frauen, Jekatarina Samuzewitsch, wird im Berufungsverfahren freigesprochen. Die Anwältin von Samuzewitsch sagte vor Gericht, die Aktion habe ohne ihre Mandantin stattgefunden. Samuzewitsch sei bereits wenige Sekunden, nachdem sie die Kirche betreten hatte, festgenommen worden. Als mehrere Pussy-Riot-Künstlerinnen ihr «Punkgebet» aufgeführt hätten, habe sich Samuzewitsch bereits ausserhalb der Kirche befunden. Die zwei anderen Frauen, Maria Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa, müssten aber für zwei Jahre ins Gefängnis, teilte das Gericht am mit. Der Berufungsprozess gegen die zweijährige Haftstrafe für die drei Frauen wird fortgesetzt. Die Verteidigung befand das Urteil für falsch: Das Gericht habe in erster Instanz ignoriert, dass es sich um einen politischen und nicht um einen religiösen Protest gehandelt habe, sagte sie. Vor dem Gebäude demonstrierten Anhänger der Band. Die Polizei markierte Präsenz. Zwei Personen wurden festgenommen. Am 17. August 2012 werden die Mitglieder der Punkband Pussy Riot - Jekaterina Samuzewitsch, 30, Maria Aljochina, 24, und Nadeschda Tolokonnikowa, 23 (v.l.) - wegen Rowdytums «aus religiösem Hass» von einem Moskauer Gericht zu je zwei Jahren Straflager verurteilt. Putin kann nicht gnädig sein: Pussy Riot haben ein . «Machen Sie Witze? Natürlich nicht. Eher sollte er uns und Sie um Gnade bitten», schrieb Nadeschda Tolokonnikowa der regierungskritischen Zeitung «Nowaja Gaseta». An ein unanabhängiges Urteil glaubt die 22-Jährige nicht. «Das ist eine Illusion.» Die Anklage gegen die Musikerinnen hatte international Empörung ausgelöst. Auch am Tag der Urteilverküdung kam es vor dem Gerichtssaal in Moskau zu Tumulten und Verhaftungen. Bei den Protesten wurde laut Nachrichtenagentur Interfax der Oppositionsführer ) Bürgerrechtler aus aller Welt haben für den , Proteste gegen Prozess angekündigt. Amnesty International erkennt die drei Musikerinnnen als politische Gefangene an. statt: Der russische Staat und die orthodoxe Kirche gehen hart gegen drei Mitglieder der Punkband Pussy Riot vor. Nadeschda Tolokonnikowam, Maria Aljochina und Jekaterina Samutzewitsch (v.l.) am 8. August 2012 im Gerichtssaal. Bereits am Morgen des , stehen Sicherheitskräfte vor dem Gerichtsgebäude in Moskau präsent. Ebenfalls bereits am Vormittag werden die drei angeklagten Frauen ins Gericht gebracht, im Bild Maria Aljochina. Unterstützung erhalten die drei Pussy-Riot-Mitglieder von der ukrainischen Frauenrechtsbewegung Femen. Am 17. August 2012 fällen sie ein orthodoxes Kreuz, das als Zeichen für die Opfer politischer Repression errichtet worden war. Die für Pussy Riot typischen farbigen Sturmmasken auf einem sozialistischen Monument zu Ehren der sowjetischen Armee in der bulgarischen Hauptstadt Bereits in den Tagen vor der angekündigten Urteilseröffnung kommt es weltweit zu Protesten: Vor dem spanischen Aussenministerium in . Selbst in Südamerika protestierten Frauen gegen den Prozess. Zivile Polizisten verhaften Demonstrantinnen vor der russischen Botschaft in . Drei Demonstrantinnen mit den für Pussy Riot typischen Sturmmasken vor der russischen Botschaft in . Das Symbol von Pussy Riot - und inzwischen ein Symbol für den Protest gegen Putin: Farbige Sturmmasken bei einer Demonstration in am 14. August. Unterstützung für Pussy Riot auch in . Hart gingen die Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in vor der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau, wo Pussy Riot Filmaufnahmen machte, die zur Anklage führten. Internationale Künstler solidarisierten sich mit den angeklagten Mitglieder der Frauenband. «Nadeschda rechnet nicht damit, dass Putin ihnen vergeben hat», sagt der Ehemann der angeklagten Nadeschda Tolokonnikowa (im Bild). Er konnte seine Frau nach Monaten erstmals Mitte August im Gefängnis besuchen. Tolokonnikowa gab sich am Rande des Prozesses kämpferisch - obwohl der Mutter einer vierjährigen Tochter mehrere Jahre Haft drohten. Die drei angeklagten Mitglieder der Putin-kritischen Punkband mussten sich während des Prozesses in einem Plexiglas-Häuschen im Gerichtssaal aufhalten. Den Prozess ausgelöst hatte ein lautloser Auftritt der Band in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale. Sie hatten dort Filmaufnahmen gemacht für das Putin-kritische Lied «Gottesmutter, vertreibe Putin». Internationale Bands setzten sich für die drei jungen Frauen ein. haben sich kritisch über die Gefangenschaft der Musikerinnen geäussert. Auch in Russland protestierten Prominente. Die russische Filmregisseurin Olga Darfy tauchte im Juni 2012 am Moskauer Filmfestival in einer Maske auf - eine Anspielung auf die typischen Sturmmasken von Pussy Riot. Ein Künstler hat sich dabei die Lippen zugenäht.

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Die beiden im Dezember aus russischer Haft entlassenen Mitglieder der Punk-Band Pussy Riot, Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa, wollen möglicherweise fürs Moskauer Stadtparlament kandidieren. «Es ist einen Versuch wert», sagte Tolokonnikowa am Montag bei einem Auftritt an der Berlinale. Die Wahl dürfte vermutlich im September stattfinden, ein Datum wurde allerdings noch nicht festgelegt.

Aljochina und Tolokonnikowa waren im Dezember nach beinahe zwei Jahren freigelassen worden. Sie waren wegen «Rowdytums aus religiösem Hass» verurteilt worden, weil sie ein Protestkonzert in einer russischen Kirche gegeben hatten.

Die beiden Frauen erklärten auch, dass das dritte Bandmitglied, die bereits im Oktober 2012 freigelassene Jekaterina Samuzewitsch, nicht an ihrer Menschenrechtsorganisation «Zone des Rechts» beteiligt sein werde, mit der sie sich um die Belange von Häftlingen kümmern wollen. (Video: Reuters)

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maxim am 10.02.2014 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    grösster Witz

    Aber typisches verhalten nach westlichem Regime-Change Handbuch...

    einklappen einklappen
  • Apop am 10.02.2014 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht...

    Noch mehr "Politiker" die Null Ahnung von Politik haben... Super Idee...

  • Kahina am 10.02.2014 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Völlig ungeeignet

    Das macht keinen Sinn, in der Politik braucht es konstruktive Kräfte, rabauzen in so vollendet stilloser Manier bringt kein Land vorwärts. Haben die Frauen nicht Besseres zu tun? Sind da nicht kleine Kinder die froh wären endlich eine Mama zu haben?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kahina am 10.02.2014 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Völlig ungeeignet

    Das macht keinen Sinn, in der Politik braucht es konstruktive Kräfte, rabauzen in so vollendet stilloser Manier bringt kein Land vorwärts. Haben die Frauen nicht Besseres zu tun? Sind da nicht kleine Kinder die froh wären endlich eine Mama zu haben?

  • V. Klichko am 10.02.2014 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht jeder ist für Politik

    Die beide wollen ins Parlament, aber welches: von EU, Deutschland oder USA?

  • M.S. am 10.02.2014 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    No riot for pussies

    Ich kann diese News über dieses Pussy Riot nicht mehr hören! Jetzt treten sie sogar mit Madonna und Co. auf an Konzerten. Wie lächerlich!! Ich habe immer noch nicht kapiert, was diese Frauen für ein Ziel haben!? Mit diesen lächerlich Strumpfhosenmasken! Was haben sie denn erreicht bisher? GAR NICHTS, im Vergleich zu anderen Menschen die anonym sind und nicht in den Medien auftreten und auch die Welt verändert haben!

  • Phil am 10.02.2014 20:17 Report Diesen Beitrag melden

    Politik ist kein Spielplatz

    Nichts für ungut. Aber dann haben wir in Russland bald dieselben Probleme wie in der Ukraine.

  • Apop am 10.02.2014 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht...

    Noch mehr "Politiker" die Null Ahnung von Politik haben... Super Idee...