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04. März 2012 18:13; Akt: 04.03.2012 21:50 Print

Putin feiert seinen «sauberen Sieg»

Mit über 60 Prozent der Stimmen gewinnt Wladimir Putin wenig überraschend die Präsidentschaftswahl in Russland. Er spricht von einem «sauberen Sieg», die Opposition von Wahlbetrug.

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Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat die Präsidentschaftswahl am Sonntag gemäss ersten Ergebnissen im ersten Wahlgang gewonnen. Demnach erhielt Putin 64 Prozent der Stimmen. Putin erklärte sich am Abend vor mehr als 110 000 Anhängern zum Sieger. «Wir haben gewonnen! Ruhm für Russland!», rief der 59- Jährige auf einer live im Staatsfernsehen übertragenen Ansprache auf dem Manegenplatz nahe dem Kreml. Er sprach von einem «sauberen Sieg».

Das russische Volk habe gezeigt, dass Versuche der Zerstörung des Staates zum Scheitern verurteilt seien, erklärte Putin mit Blick auf die jüngsten friedlichen Massenproteste. Nach der Auszählung von 40 Prozent der abgegebenen Stimmen an zweiter Stelle lag Gennadi Sjuganow von der Kommunistischen Partei mit 18 Prozent, wie die Wahlkommission in Moskau mitteilte.

Dahinter folgten der Nationalist Wladimir Schirinowski, der Milliardär Michail Prochorow und der frühere Vorsitzende des Föderationsrates, Sergej Mironow. Sie kamen alle nicht über den einstelligen Bereich hinaus.

Sjuganow nannte die Abstimmung in einer ersten Reaktion «weder sauber noch gerecht» und «nicht legitim». Er werde niemandem zum Sieg gratulieren, erklärte er.

Mehr als 3200 Verstösse

Wahlbeobachter aus den Reihen der Opposition registrierten mehr als 3200 Wahlrechtsverstösse. Nach den Massenprotesten gegen den Sieg von Putins Partei Geeintes Russland (Edinaja Rossija) bei der Dumawahl im Dezember hatte die Zivilgesellschaft rund 27 000 Beobachter mobilisiert.

Auch der Schweizer SP-Nationalrat Andreas Gross, der als Wahlbeobachter im Auftrag der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Russland war, berichtete von zahlreichen Hinweisen auf Unregelmässigkeiten.

Unter anderem hätten sich relativ viele Wähler in den Wahllokalen registriert. Es könne kaum kontrolliert werden, ob diese ihre Stimme in mehreren Lokalen abgaben. Gross berichtete auch von einer mobilen Wahlurne, die verschwunden war. «Viele Leute haben den Eindruck, dass wieder ähnlich betrogen wird wie bei den Parlamentswahlen im Dezember», sagte er.

Um die Bevölkerung von der Transparenz der Wahlen zu überzeugen, liess Putin in allen 91 000 Wahllokalen Webcams installieren. Die Opposition kritisierte diese Massnahme als wirkungslos. Wahlbeobachter monierten, dass die Kameras zu weit weg von den Urnen positioniert worden und die Aufnahmen vor Gericht ohnehin nicht verwertbar seien.

Gegner kündigen Demonstration an

Die Opposition kündigte für Montag in Moskau eine Demonstration gegen die nach ihrer Meinung manipulierte Wahl an. Von Wladiwostok im Osten bis zur westlichen Exklave Kaliningrad waren 109 Millionen Wähler aufgerufen, den Nachfolger von Staatschef Dmitri Medwedew zu bestimmen. Wegen der Grösse des Landes und der insgesamt neun Zeitzonen erstreckte sich der Urnengang über 21 Stunden.

Die Zentrale Wahlkommission in Moskau sprach von einer regeren Beteiligung als 2008. Die Wahlbeteiligung lag gegen 15.00 Uhr nach offiziellen Angaben bei mehr als 58 Prozent.

Putin war bereits von 2000 bis 2008 russischer Präsident. Eine direkte dritte Amtszeit verwehrte ihm die Verfassung. Er wechselte ins Amt des Ministerpräsidenten und überliess seinem Gefolgsmann Medwedew für vier Jahre den Präsidentenposten.

Putins Rückkehr ins Präsidentenamt galt bereits im Vorfeld der Wahl als sicher. Ungewissheit herrschte darüber, ob er bereits in der ersten Runde die absolute Mehrheit erreichen würde.

(sda/ap)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

"With tears in his eyes", dass ich nicht lache. Ein dubioses, symbiotisches Pärchen, dieser Putin und Medwedew. Die Demokratie hat noch nicht wirklich Fuss gefasst in Russland. – Paul Buchegger

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex am 05.03.2012 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere Herrn Vladimir Vladimirovic Putin

    Gratuliere Herr Putin. Das neue Russland braucht nach 20 Jahren eine Starke hand. Ein System wechsel wären da nur Gift. Betrug hin oder her. Lieder Putin als der Rote ober der Fascho.

  • Flurin am 04.03.2012 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Im Osten nichts neues

    Im Osten nichts neues

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  • CH-HC am 04.03.2012 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation!

    Will den der Westen das der Nationalist Schiriovski oder der Kommunist Sjuganow gewinnt? Die Opposition immer als "die Guten" zu betrachten ist hier unangebracht und zeigt wie viele Leser keine Ahnung von de anderen Kandidaten haben. Bravo Putin, hoffentlich weitere 12 Jahre Präsident!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • La desconocida1 am 05.03.2012 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Bis wann diese Diktatur?

    Schade für das russische Volk, nachdem sie wieder diesen Mann zum Präsidenten gewählt haben. Wie lang noch will er regieren?Die Leute realisieren nicht die Diktatur selbst.

  • Halbruss am 05.03.2012 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ernsthafte Herausforderer?

    Fragt sich nur wo ernsthaft wählbare Alternativen von Putin geblieben sind. Seine Gegner sind ja ein Witz. Bei einem Ultranationalisten, Kommunisten und einem Oligarch als Auswahl wählt man halt das kleinere Übel. So musste Putin keine ernsthafte Konkurrenz fürchten.

    • Patrick am 05.03.2012 15:59 Report Diesen Beitrag melden

      Herausforderer self made

      Er hat sich die Konkurrenz selber geschafft! Bitte nicht vergessen, dass der Typ ein herrvorragender Stratege und ex des KBG ist!

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  • Nobody am 05.03.2012 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Diktatur

    Herr Putin hat die Bedeutung der PR-Aktionen, des Marketings, der schönen Frauen und der Scheinwelt richtig verstanden und zu seinem Gunsten eingesetzt. Berlusconi war in dieser Bereich ein Meister und übrigens mit Putin gut befreundet.

  • Frank T. am 05.03.2012 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht wirklich glaubwürdig...

    Frag mich warum Wahlen durchgeführt werden, wenn der Sieg schon klar ist, bevor abgestimmt wird.....

  • L.K. am 05.03.2012 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Putin

    Solange Putin an der Macht ist gibt es ein starkes Russland. Mit China zusammen sind sie der zwingend nötige Gegenpol zum Westen. Oder wollen wir Schweizer uns weiterhin von den Amis und den Deutschen diktieren lassen?