Staatskrise in Guinea

27. Dezember 2008 12:12; Akt: 27.12.2008 18:23 Print

Putschisten beschwichtigen mit Infoveranstaltungen

Das neue Militärregime im westafrikanischen Guinea hat am Samstag ein Treffen mit Vertretern der internationalen Gemeinschaft verschoben. Nun soll kommende Woche über Gründe und Folgen des Staatsstreichs informiert werden.

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Das für Samstagmittag vorgesehene Treffen mit den in Conakry ansässigen Diplomaten und Vertretern internationaler Institutionen sei auf Dienstag verschoben worden, erklärten die Putschisten vom «Nationalrat für Entwicklung und Demokratie» (CNDD). Zu den Gründen machten sie keine Angaben.

Eine Informationsveranstaltung für nationale Vertreter aus Politik und Gesellschaft fand hingegen am Samstag in Conakry statt. Zu der Versammlung im Camp Alfa Yaya Diallo, dem grössten Militärstützpunkt des Landes, kamen etwa 1000 Vertreter von Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Organisationen.

Auch der bisherige Parlamentspräsident Aboubacar Somparé, der nach der bisher geltenden Verfassung nach dem Tod des langjährigen Staatschefs Lansana Conté dessen Amt übergangsweise übernehmen sollte, kam zu dem Treffen.

Gegen Korruption

Regime-Chef Mussa Dadis Camara kündigte an, künftig jede Veruntreuung staatlicher Gelder zu bestrafen. Er versprach zudem eine Überprüfung der staatlichen Ausgaben sowie ein «Aktionsprogramm gegen Ungerechtigkeit und Unsicherheit».

Die für Ende 2010 geplanten Wahlen sollten «frei und transparent» sein, sagte Camara weiter. Er versprach, nicht als Kandidat anzutreten. Die Verträge im Bergbau sollen nach seinem Willen neu ausgehandelt werden, der Betrieb in den Goldminen vorerst ausgesetzt werden.

Die Putschisten haben eine nächliche Ausgangssperre verhängt. Nach Schiessereien forderten sie die Bewohner von Conakry im staatlichen Rundfunk auf, die Sperrstunde von 20 Uhr bis 6 Uhr unbedingt zu befolgen.

(sda)