Verbindung zum Fall Epstein

22. November 2019 22:17; Akt: 24.11.2019 12:15 Print

Queen wirft Andrew aus Buckingham-Palast

Wegen seiner Verwicklung in den Epstein-Skandal gehen Unternehmen auf Distanz zu Projekten von Prinz Andrew. Da braucht er wohl auch sein Büro im Palast nicht mehr.

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Das erste gemeinsame Bild nach dem misslungenen TV-Interview: Am 22. November 2019 reiteten Prinz Andrew und die Queen zusammen im Windsor Park. Dabei dürfte die Königin ihrem Sohn mitgeteilt haben, dass er sein Büro im Buckingham-Palast räumen müsse. Am 20. November 2019 legte Prinz Andrew seine öffentlichen Ämter als Mitglied des britischen Königshauses nieder. Grund dafür ist ein Interview, welches er zum Thema Jeffrey Epstein gegeben hat. Prinz Andrew hatte mit einem am 16. November 2019 im Sender BBC ausgestrahlten Fernsehinterview zur Epstein-Affäre heftige Kritik auf sich gezogen. In dem Interview hatte sich der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. erstmals zu seiner Beziehung zu Epstein und den gegen ihn selbst erhobenen Missbrauchsvorwürfen geäussert. Der Prinz wies dabei die Missbrauchsvorwürfe einer zum mutmasslichen Tatzeitpunkt minderjährigen Frau gegen ihn zurück. Er habe an jenem Tag mit seiner Tochter Pizza im Restaurant Pizza Express in Woking, England, gegessen. Er habe «Ihre Majestät gebeten, auf absehbare Zeit von öffentlichen Aufgaben zurücktreten zu dürfen», erklärte Prinz Andrew am 20. November 2019. Königin Elizabeth II., seine Mutter, habe dem Anliegen zugestimmt. «Ich bedaure weiterhin in unmissverständlicher Weise meine unbedachte Verbindung zu Jeffrey Epstein», erklärte Prinz Andrew in Bezug zum misslungenen Interview. Der Vorwurf: Andrew soll in den Jahren 2001 und 2002 dreimal Sex mit der damals Minderjährigen Virginia Giuffre gehabt haben. Virginia Giuffre soll von US-Unternehmer Epstein an den Prinzen ausgelehnt worden sein. Das britische Königshaus hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Queen soll «jenseits von wütend» sein. Am 21. November 2019 wurde bekannt, dass die «entsetzte» Queen Andrew zum Rücktritt gezwungen habe. Das FBI hat die Ermittlungen aufgenommen. Prinz Andrew hat angegeben, mit allen möglichen Justizbehörden zusammenarbeiten zu wollen. Der US-Milliardär Jeffrey Epstein soll Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Michelle Licata (rechts) und Courtney Wild sind zwei seiner Opfer, die nun brisante Details bekannt geben. Epstein soll die beiden sexuell missbraucht haben, als sie noch minderjährig waren. Einige der Mädchen sollen bei den Übergriffen erst 14 Jahre alt und «höchst anfällig für Ausbeutung» gewesen sein: Opfer-Anwalt David Boies spricht vor den Medien. Die Übergriffe fanden zwischen 2002 und 2005 in Epsteins Immobilien in New York (im Bild), Palm Beach und an anderen Orten statt. Bei der Durchsuchung eines Tresors in Epsteins Anwesen in Manhattan wurden mehrere Datenträger mit Nacktfotos von augenscheinlich minderjährigen Mädchen beschlagnahmt. Epstein war am 6. Juli 2019 mit seinem Privatjet aus Frankreich kommend nach der Landung in New Jersey festgenommen worden. Epstein verstarb am 10. August 2019 in Gefangenschaft.

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Prinz Andrew musste am Freitagnachmittag eine neue Demütigung über sich ergehen lassen. Queen Elizabeth II. hat ihren zweitältesten Sohn aus dem Buckingham Palace geworfen. Wie die «Times» berichtet, zwang die Queen ihren Sohn, sein Privatbüro zu räumen.

Nach seinem umstrittenen Fernsehinterview zu den gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfen in der Epstein-Affäre legte Andrew zunächst seine öffentlichen Ämter als Mitglied des britischen Königshauses nieder. Bald kündigten mehrere Unternehmen an, ihre finanzielle Unterstützung für die vom Prinzen geleiteten Wirtschaftsinitiativen einzustellen, wie etwa das «Pitch@Palace»-Netzwerk. Seine Sponsoren fürchten offenbar um ihre Reputation, wenn sie mit dem Duke of York in Verbindung gebracht werden.

Die Entscheidung wurde getroffen, wenige Stunden nachdem Prinz Andrew mit seiner Mutter bei einem Reitausflug im Windsor Park gesichtet worden war. Die Queen dürfte ihrem Sohn bei der Gelegenheit mitgeteilt haben, dass Andrews ehemalige Privatsekretärin Amanda Thirsk künftig das Projekt unter dem Namen Pitch leiten wird.

(kle)