Nahost

12. Dezember 2011 12:36; Akt: 12.12.2011 14:18 Print

Rampe zu Al-Aksa-Moschee ist zu

Israel hat eine umstrittene Zugangsrampe zur Al-Aksa-Moschee in der Altstadt von Jerusalem geschlossen. Gleichzeitig genehmigte die Regierung den Bau von 40 neuen Wohnungen im Westjordanland.

storybild

Kein Zugang mehr zur Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem. (Bild: AFP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Polizei und die zuständige Stiftung für das Erbe der Klagemauer hätten die Holzrampe auf dem Tempelberg auf Anordnung der Stadtverwaltung geschlossen, teilte die Polizei in Jerusalem mit. Der Vorplatz der Moschee sei aber wie gewohnt für die muslimischen Gläubigen geöffnet.

Die Stadtverwaltung hatte die Schliessung am Donnerstag beschlossen und auf Sicherheitsrisiken für Besucher verwiesen. Die Holzrampe führt von der Klagemauer zum Maghrebiner-Tor, dem einzigen Zugangstor für Nicht-Muslime zur Al-Aksa-Moschee.

Der reguläre Zugang war 2004 durch einen Sturm beschädigt worden, anschliessend wurde als Provisorium die Holzrampe errichtet. Geplante Bauarbeiten an der Rampe wurden bereits 2007 wegen heftiger Proteste von Muslimen ausgesetzt.

In der vergangenen Woche hatten Palästinenser die bevorstehende Schliessung erneut scharf kritisiert. Wenn Israel es erlaube, könne die Rampe innerhalb weniger Tage restauriert werden, erklärte die Stiftung zur Verwaltung muslimischer Güter (Waqf).

Ausbau jüdischer Siedlung

Das israelische Verteidigungsministerium genehmigte derweil den Bau von 40 neuen Wohnungen im Westjordanland. Das sagte der Bürgermeister einer Siedlung in der Nähe des Ortes, in dem die Wohnungen entstehen sollen, am Montag.

Die Wohnungen würden ein dauerhaftes Wohnviertel nordöstlich der Siedlung Efrat schaffen und dortige Wohnwagen ersetzen, sagte Oded Rewiwi. Die Genehmigung für den Bau sei bereits vergangene Woche erteilt worden.

Eine Sprecherin der Anti-Siedlungsbewegung Peace Now, Hagit Ofran, kritisierte das israelische Vorgehen. Der Ersatz von Wohnwagen durch dauerhafte Wohnungen komme einer Genehmigung eines illegalen Aussenpostens gleich, sagte sie.

Zudem ist der Ausbau gemäss der Organisation Teil eines Plans der israelischen Regierung, das neu bebaute Gebiet in einem künftigen Abkommen mit den Palästinensern annektieren zu wollen.

(sda)