Iran

28. Februar 2011 16:18; Akt: 28.02.2011 20:24 Print

Ranghohe Oppositionelle in Haft

Sicherheitskräfte haben die Oppositions-Anführer Mehdi Karubi und Mir-Hossein Mussawi verhaftet. Auch die Frauen der beiden Politiker wurden ins Gefängnis gebracht.

storybild

Seit den neuesten Protesten im Iran waren die Oppositionspolitiker Mehdi Karubi und seine Frau sowie Mir-Hossein Mussawi unter Hausarrest gestellt. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die iranischen Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi und Mahdi Karubi sind nach dem Bericht einer zum Reformlager zählenden Webseite ins Gefängnis gebracht worden.

Auch die Frauen der Politiker seien in Haft genommen worden, meldete kaleme.com. Von den Behörden war dafür am Montag keine Bestätigung zu erhalten. Die Oppositionspolitiker seien ins Gefängnis Heschmatjeh in Teheran gebracht worden. Die beiden vergangenen Wochen standen sie bereits unter Hausarrest.

Zuvor hatte die Website Sahamnews.org am Montag unter Berufung auf eines der Kinder des Paares berichtet, dass Karubi und seine Frau bereits am vergangenen Donnerstagabend weggebracht worden seien.

«Wir haben mit einem Nachbarn gesprochen, der gesehen hat, wie unser Vater und unsere Mutter aus dem Haus geholt wurden», zitierte die Website eines der Kinder, das namentlich aber nicht genannt wurde. Demnach hielten acht Fahrzeuge vor dem Haus der Karubis in Teheran und fuhren wenige Minuten später mit dem Ehepaar und einem weiteren Wagen an einen unbekannten Ort.

Repressionen seit neuesten Protesten

Seitdem sei das Haus leer, es brenne nirgendwo Licht, berichtete Sahamnews.org. Karubi und seine Frau stehen ebenso wie der Oppositionsführer Mir-Hossein Mussawi und seine Frau faktisch unter Hausarrest und werden überwacht.

Die Oppositionellen hatten zu Protesten gegen die Regierung am 14. Februar aufgerufen und sehen sich seitdem verstärkten Repressionen ausgesetzt. Bereits in der vergangenen Woche gingen die iranischen Sicherheitskräfte massiv gegen Karubi und seine Familie vor und durchsuchten und verwüsteten deren Häuser.

Chatami fordert Freilassung

Am Sonntag forderte der frühere iranische Präsident Mohammed Chatami die Freilassung der beiden. Er hoffe, dass beide bald auf freien Fuss gesetzt würden, erklärte Chatami auf seiner Website. Chatamis Text enthielt keine Hinweise darauf, dass er Kenntnis von den offenbaren Entführungen hatte.

Chatami hatte die beiden Präsidentschaftskandidaten Mussawi und Karrubi bei der umstrittenen Wahl 2009 unterstützt. Der reformorientierte Expräsident wurde ebenfalls von regierungstreuen Abgeordneten angegriffen, ist aber im Land nach wie vor beliebt. Er war von 1997 bis 2005 Präsident.

(sda)