Moskau

31. März 2010 19:37; Akt: 31.03.2010 22:29 Print

Rebellenchef bekennt sich zu Anschlägen

Zwei Tage nach den Moskauer Metro-Anschlägen hat der Anführer der Islamisten im Nordkaukasus, Doku Umarow, in einer Internetbotschaft die Verantwortung für das Blutbad mit 39 Toten übernommen.

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Auf seinen Befehl hin hätten die Selbstmordattentäterinnen am Montag Sprengsätze in der U-Bahn gezündet, teilte Umarow nach Angaben der Seite kavkaz.tv am Mittwoch in einer Videobotschaft mit.

Experten des Internetportals intelcenter.com zur Überwachung islamistischer Inhalte im Netz stuften die Mitteilung als echt ein. Russische Ermittler hatten Umarow zwar verdächtigt. Eine Reaktion der Moskauer Behörden lag aber zunächst nicht vor.

Umarow wird in Russland als Staatsfeind Nummer eins gesucht. Noch am Mittwochvormittag hatten Medien in Moskau allerdings von einer anderslautenden Botschaft Umarows berichtet, in der er die Verantwortung zurückgewiesen habe.

Rache für Moskaus Besatzungspolitik

Nach Angaben von kavkaz.tv bezeichnete Umarow die Anschläge in Moskau als Rache für die «blutige Besatzungspolitik» der russischen Führung im Konfliktgebiet Nordkaukasus. In der Region würden auf Befehl des russischen Regierungschefs Wladimir Putin friedliche Menschen massenhaft ermordet. Umarow drohte zudem mit neuen Anschläge in Russland.

«Der Krieg wird in Eure Strassen kommen und Ihr werdet ihn in Euren eigenen Leben spüren», sagte Umarow nach Angaben von kavkaz.tv. Umarow, der sich auch der «Emir vom Kaukasus» nennt, kämpft nach eigenen Angaben für die Errichtung eines unabhängigen islamischen Gottesstaats im Nordkaukasus. Putin hat gedroht, ihn jagen und töten zu lassen.

(sda)