Eklat

19. Juni 2011 19:03; Akt: 20.06.2011 08:27 Print

Republikaner schmeissen Komiker raus

von Philip Elliot, AP - Solange er über Witze über Obama und andere Demokraten machte, erhielt Parodist Reggie Brown auf einem Führungstreffen der Republikaner tosenden Applaus. Doch dann kippte die Stimmung.

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Komiker und Obama-Parodist Reggie Brown fiel wegen seiner frechen Schnauze bei den Republikanern in Ungnade. (Bild: Keystone/AP)

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Denn Reggie Brown schoss nicht nur gegen die Demokraten, sondern verlegte sich auf Spitzen gegen republikanische Politiker. Als er sich die bisher bekannten republikanischen Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur im kommenden Jahr vornahm, wurde ihm das Mikrofon abgestellt. Musik erklang und Brown, der als Obama verkleidet auftrat, wurde von der Bühne geführt.

Witze auf Kosten des über erotische Eskapaden gestrauchelten demokratischen Kongressabgeordneten Anthony Weiner kamen bei dem konservativen Publikum noch bestens an. Als Brown dann aber von Weiner auf den Obama-Herausforderer Newt Gingrich überleitete und erklärte: «Seine Unterstützer fallen schneller als Anthony Weiners Hosen» kühlte die Stimmung ab.

Eisig wurde es bei Browns derben Scherzen über einen weiteren Obama-Herausforderer, dem Gouverneur von Minnesota Tim Pawlenty. Der sei nicht zur Konferenz in New Orleans gekommen, «weil sein Fuss chirurgisch aus seinem Mund entfernt wurde». Die Kosten der Operation seien kein Problem: «Keine Sorge, das wird von Obamneycare übernommen. Zusammen mit der Rückgrat-Transplantation.»

Pawlenty hat sich einen Schlagabtausch mit einem anderen Präsidentschaftsbewerber seiner Partei, dem Gouverneur von Massachusetts Mitt Romney geliefert. Für Pawlenty ist Romneys Gesundheitspolitik in dem US-Staat ein Modell für Obamas Gesundheitsreform, die von den Republikanern bekämpft wird. Pawlenty hat dies als erster «Obamneycare» genannt, eine Zusammensetzung aus Obamacare und Romneycare. Bei einer Debatte mit Romney am vergangenen Montag nahm er aber nicht die Gelegenheit wahr, diesen Begriff zu benutzen. Dies bezeichnete er selbst danach als Fehler.

Als Brown sich dann dem mormonischen Glauben Romneys und der Polygamie zuwendete und sich dann auch noch mit der Tea Party befasste, wurde ihm das Mikrofon abgestellt. Zu den Gerüchten, Obama sei gar nicht in den USA geboren worden, sagte er: Der Präsident sei auf Hawaii geboren worden, «oder, wie die Tea-Party-Anhänger es nennen, Kenia.»