Grossbritannien

14. Januar 2020 04:12; Akt: 14.01.2020 09:31 Print

Reuters bekam geheime Gelder von Regierung

In den 1960er und 1970er Jahren erhielt die Nachrichtenagentur von Grossbritannien Subventionen.

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«Wir würden das heute nicht mehr machen»: Reuters in London. (Archivbild) (Bild: Reuters/Toby Melville)

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Die Nachrichtenagentur Reuters hat in den 1960er und 1970er Jahren versteckte Subventionen der britischen Regierung erhalten. Das geht aus inzwischen freigegebenen Geheimdokumenten aus dem Jahr 1969 hervor.

Mit dem Geld sollte Reuters den Ausbau der Berichterstattung aus dem Nahen Osten und Lateinamerika finanzieren. Für die Kooperation verantwortlich war das Information Research Department (IRD), eine Einrichtung, die für anti-sowjetische Propaganda zuständig war und enge Verbindungen zum britischen Geheimdienst hatte.

Verdeckte Zahlweise

Die geschwärzten, einst als geheim eingestuften Dokumente betreffen den Weg der verdeckten Finanzierung. Die Staatsgelder flossen laut den Angaben in Form von erhöhten Abonnementzahlungen des staatlichen Senders BBC. Ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass die Regierung Einfluss auf die Reuters-Nachrichten hatte, geht aus den Unterlagen nicht hervor.

Ein Reuters-Sprecher sagte: «Viele Nachrichtenanbieter haben in irgendeiner Form staatliche Hilfen nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten.» Die Vereinbarung von 1969 habe allerdings nicht in Einklang mit den Reuters-Prinzipien gestanden, mit denen Unabhängigkeit und Vertrauenswürdigkeit der Agentur gesichert werden sollen. «Wir würden das heute nicht mehr machen», betonte der Sprecher.

Regierung bleibt stumm

Er fügte hinzu, Reuters verkaufe seine Nachrichten an ein grosses Spektrum von Kunden, darunter auch Regierungen. Aber keine Regierung habe Kontrolle darüber, wie oder was Reuters produziere. Eine BBC-Sprecherin sagte: «Die BBC-Satzung garantiert redaktionelle Unabhängigkeit, ganz gleich ob die Finanzierung über die britische Regierung, Gebühreneinnahmen oder Werbung erfolgt.» Eine Regierungssprecherin wollte sich zu der Angelegenheit nicht äussern.

Reuters wurde 1851 in London gegründet. Die Agentur gehört zu den grössten Nachrichtenanbietern weltweit. Inzwischen ist sie Teil des Konzerns Thomson Reuters mit Sitz im kanadischen Toronto.

(chk/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • marco zweifel am 14.01.2020 06:09 Report Diesen Beitrag melden

    Die vierte Gewalt

    Da sieht man wie fest sich "Unabhängigkeit" und für die Regierung schreiben widersprechen - das ist heute nicht anders.

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  • z.s. am 14.01.2020 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso?

    und jetzt frage ich mich als ottonormal bürger.. wenn das damals möglich war.. dann ist es heute erst recht..oder?? aber wieso hinterfragen unsere journalisten denn nicht sowas?? songern haken auf iran irak nahost rum..??

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  • Kurth von Freienburg am 14.01.2020 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Propagandamonopol verloren

    Und so funktionieren auch heute noch unsere Antlantikbrücke-Leitmedien, nur dass die Geldgeber v.a. aus den USA kommen und mit dem Pentagon verbandelt sind. Internet sei Dank haben sie inzwischen ihr Propagandamonopol verloren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Raffi O. am 14.01.2020 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Reuters

    Bei der Bericherstattung über den syrischen "Bürgerkrieg" verlässt sich Reuters, genau wie viele andere westlich freie Medien, sehr häufig auf Pentagon-Informationen und auf die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte...gibt ein sehr wahrheitsverzerrendes Bild der Lage. Soll das heutzutage immer noch antikommunistische Propaganda bekämpfen?

  • cool zurich boy am 14.01.2020 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    propaganda

    Das ist kommunistische Propaganda. UK hat vorzügliche Medien. Murdoch und Reuters sind Spitze. EU-Medien sind linksunterwandert. CH muss gemeinsame Sache machen mit Trump, Johnson, Bolsonaro, den Freiheitlichen.

  • Onbudsmann am 14.01.2020 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    wieviel Geld kriegt die SRG vom Bund?

  • Daisydream am 14.01.2020 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So oder so

    Naja, so ziemlich alles, was man von den Medien vorgesetzt bekommt, ist mit Vorsicht zu geniessen. Wer nicht selbst dabei war, kann eben auch nur spekulieren.

  • Cyber Punks - No Religion@all am 14.01.2020 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Cyber Corporation

    Information ist Macht, darum kontrollieren diejenigen die Welt, welche das Internet kontrollieren.