Nestlé im Visier

02. November 2011 18:38; Akt: 03.11.2011 01:25 Print

Robert Mugabe droht der Schweiz

Der Präsident von Simbabwe ist sauer, weil seiner Entourage die Einreise in die Schweiz verweigert wurde. Im Gegenzug will der 87-jährige Diktator nun Schweizer Unternehmen enteignen.

Robert Mugabe droht ausländischen Unternehmen mit der kompletten Enteignung, falls die Sanktionen gegen Simbabwe bestehen bleiben. (Video: Youtube/tigerone1970)
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Robert Mugabe wollte Ende Oktober mit seiner Ehefrau, seinem Bodyguard und vier Ministern an einer Konferenz der Internationale Fernmeldeunion (ITU) in Genf teilnehmen. Doch die Schweizer Behörden verweigerten die Einreise aufgrund von Sanktionen, welche die EU 2002 wegen der schlechten Menschenrechtslage in Simbabwe erlassen hatte und die von der Schweiz mitgetragen werden. Mugabe selbst hätte aufgrund seiner diplomatischen Immunität als Staatschef einreisen können.

Er sei über den Entscheid der Schweiz «überrascht und traurig» gewesen, sagte Mugabe am Montag vor Journalisten in Harare. Er habe die Schweiz für ein neutrales Land gehalten, aber jetzt habe sie ihr «boshaftes» Gesicht gezeigt. Dann drohte er Schweizer Unternehmen mit Vergeltungsmassnahmen: «Wenn die Schweiz keine Besucher aus Simbabwe will, warum sollte sie dann in Simbabwe Geld verdienen?», fragte er rhetorisch.

Obwohl er keine konkreten Namen nannte, galt die Warnung vermutlich dem Lebensmittelhersteller Nestlé, der in einer Fabrik in Harare Milchpulver und Getreideflocken herstellt. Auf diese hat Mugabe schon seit längerem ein Auge geworfen: Anlässlich seines 87. Geburtstags Anfang Jahr drohte Mugabe Nestlé mit Enteignung. Grund war deren Weigerung, Milch von seiner persönlichen Farm zu kaufen, die ihrerseits im Zug der staatlichen Kampagne gegen weisse Farmer enteignet worden war.

(kri)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steven am 13.09.2012 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Nur alles schön vorbereiten

    Als ich in Zimbabwe war, fragte ich einen Schweizer Hausbesitzer, ob er keine Angst vor Enteignung habe. Er meinte nein, sein Haus sei aus Holz und brenne schneller als es enteignet werden könne.

  • manuel am 03.11.2011 04:26 Report Diesen Beitrag melden

    bravo ch weiter so

    freut einem ,endlich mal was positives zu lesen. wau endlich ist die schweiz konsequent geblieben und die einreise verweigert.herr mugabe nestle hat in harare jahre einige arbeitsplätze gebracht

  • Paul Buchegger am 03.11.2011 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Nach Sturz nach Den Haag

    Also wenn Mugabe auch einmal gestürzt werden sollte und dabei überlebt, wird er klar ein Fall für den Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Dieser Mann hat soviel Unheil und Leid unter der eigenen Bevölkerung angerichtet, dass er dafür vor ein Gericht gehört.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Steven am 13.09.2012 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Nur alles schön vorbereiten

    Als ich in Zimbabwe war, fragte ich einen Schweizer Hausbesitzer, ob er keine Angst vor Enteignung habe. Er meinte nein, sein Haus sei aus Holz und brenne schneller als es enteignet werden könne.

  • Kapitän Iglu am 16.12.2011 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Mugabe?

    Ich habe immer gedacht, es heisst "Zugabe"?;-) Die Diktatoren haben es heute nicht einfach. Ausserdem: Menschenrechtlich bedenkliche Lage (oder so ähnlich). He, wir sind Mitglied der UNO, wir müssen das auch umsetzen, was wir unterschreiben! Der Sohn von Gadhafi wurde festgenommen von der Polizei, der war im Hotel und da darf die Polizei sehr wohl einen Typen festnehmen! Ich weiss nicht mal wo Simbawe überhaupt liegt...?

  • Peter Stoffel am 03.11.2011 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Mugabe wird untergehen

    Mugabe hat sein blühendes Land von Anfang an zugrunde gerichtet. Mit der Ausweisung der Weissen hat er haufenweise Arbeitsplätze vernichtet und sein Land in tiefste Armut gestürzt. Ob er es allerdings schafft, sich mit dem Riesen Nestlé erfolgreich anzulegen bezweifle ich sehr.

  • Hans Christoffel am 03.11.2011 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Rigoros reagieren

    Weiss der überhaupt, dass sein Countdown schon läuft? Wenn er Glück hat, stirbt er altershalber. Seit es Nestle gibt sind schon etliche Diktatoren ums Leben gekommen, Nestle ist aber immer noch da. Entwicklungshilfe streichen, die bekommt das Volk sowieso nicht. Gelder einfrieren in der Schweiz.

    • Ruth am 13.09.2012 07:41 Report Diesen Beitrag melden

      Rigoros

      Genau getroffen, endlich mal einer der Klartext spricht: Entwicklungshilfe auf der ganzen Länge streichen, d.h. überall wo solche Diktatoren herrschen und ihre Landsleute unter dem Hund behandeln. Die Industriestaaten sollten solche Herrscher gleich behandeln wie sie ihre eigenen Leute unterdrücken. Bravo H. Chr.

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  • Paul Buchegger am 03.11.2011 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Nach Sturz nach Den Haag

    Also wenn Mugabe auch einmal gestürzt werden sollte und dabei überlebt, wird er klar ein Fall für den Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Dieser Mann hat soviel Unheil und Leid unter der eigenen Bevölkerung angerichtet, dass er dafür vor ein Gericht gehört.

    • Peter am 03.11.2011 15:36 Report Diesen Beitrag melden

      Ironie der Geschichte

      Tönt gut, nur leider hat Simbabwe nur Diamanten, etwas Gold und Uran aber kein Oel. drum interessiert sich kein Land auf dieser Welt was dort alles verbrochen wird. Hätten sie Oel, wäre man gegen Mugabe schon lange vorgegangen.

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