Konflikt

22. Juli 2018 16:00; Akt: 22.07.2018 18:10 Print

Rohani warnt Trump vor «Mutter aller Kriege»

Irans Staatschef fordert von Donald Trump, seinen eingeschlagenen Polit-Kurs zu ändern. Zuvor wurde bekannt, dass die US-Regierung mit einer Kampagne für Unruhe im Iran sorgen will.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat im Konflikt mit den USA den Ton verschärft und mit einer Blockade der Ölexport-Routen am Persischen Golf gedroht. (Video: AP)
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Der iranische Präsident Hassan Rohani hat im Konflikt mit den USA den Ton verschärft und mit einer Blockade der Ölexport-Routen am Persischen Golf gedroht. «Nicht mit dem Schwanz des Löwen spielen, Herr Trump, das würden Sie bereuen», richtete sich Rohani am Sonntag mit einem persischen Sprichwort direkt an den US-Präsidenten.

Dieser war Anfang Mai aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und hatte neue Sanktionen gegen das Land angekündigt. Die Europäer hingegen bemühen sich, die Vereinbarung trotz des amerikanischen Drucks am Leben zu erhalten.

Der iranische Präsident unterstellte Trump, mit seinen Sanktionen eine Politik der Vernichtung des Irans zu beabsichtigen. «Die Amerikaner sollten aber wissen, dass Frieden mit dem Iran die Mutter aller Frieden ist (...) genauso wie ein Krieg die Mutter aller Kriege wäre», sagte Rohani vor iranischen Diplomaten in Teheran.

Mit Öl-Blockade gedroht

Zudem drohte Rohani erneut damit, die Strasse von Hormus zu schliessen. Die strategische Meerenge ist eine zentrale Schifffahrtsroute für internationale Öltransporte. «Wir haben immer die Sicherheit dieser Strasse garantiert», so der iranische Staatschef. Die USA sollten nicht mit dem Feuer spielen, dies könnten sie «für immer bereuen».

Schon während seines Besuchs Anfang des Monats in der Schweiz und Österreich hatte Rohani angedeutet, dass der Iran bei amerikanischen Ölsanktionen die Strasse von Hormus am Persischen Golf schliessen und damit den gesamten Ölexport der Region blockieren könnte.

Rückendeckung erhielt Rohani vom oberstem Führer der Irans, Ayatollah Ali Khamenei. Dieser erteilte Forderungen im eigenen Land nach Verhandlungen mit den USA eine klare Absage. Den Amerikanern könne und dürfe man nicht trauen. Der Ausstieg der USA aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 zeige, dass nicht mal ihre Unterschrift etwas wert sei.

US-Regierung fährt Kampagne gegen Iran

In der im Fernsehen übertragenen Rede ging Rohani auch auf Berichte über eine US-Aktion zur Destabilisierung des Landes ein: «Sie können nicht das iranische Volk aufhetzen, entgegen seiner eigenen Sicherheit und seinen eigenen Interessen», sagte Rohani an die Adresse Donald Trumps.

Die US-Regierung versucht mit Reden und Online-Beiträgen Unruhe im Iran zu stiften, beruft sich die Nachrichtenagentur Reuters auf US-Regierungsvertreter. So würden iranische Spitzenvertreter etwa durch übertriebene Darstellungen in ein schlechtes Licht gerückt, teilweise widersprächen sich die Informationen auch, kritisieren US-Experten.

Das Ziel: Druck auf den Iran auszuüben, damit dieser sein Atomprogramm und die Unterstützung militanter Gruppen beende. Die Kampagne von US-Aussenminister Mike Pompeo und Sicherheitsberater John Bolton läuft über Twitter und die farsische Version der Regierungsseite «Share America» und wandte sich in den letzten Wochen gezielt an iranische Bürger.

(kko/sda/afp)