US-Präsidentenwahlkampf

25. Dezember 2011 10:14; Akt: 25.12.2011 15:36 Print

Rückschlag für Perry und Gingrich

Virginia gilt bei den Vorwahlen für die US-Präsidentschaft als Schlüsselstaat. Für Newt Gingrich, einen der aussichtsreichsten Bewerber, könnte es aber auch die Endstation seiner Hoffnungen sein.

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: Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses hat bislang eine Achterbahnfahrt erlebt. Mit dem Sieg bei der Vorwahl in South Carolina war er zuletzt ganz oben. Unklar ist, wie lange dies so bleibt, denn Gingrich schleppt viel Ballast mit sich herum. : Der Ex-Gouverneur von Massachusetts und Multimillionär gilt als mehrheitsfähig. Doch viele Konservative tun sich schwer mit dem Mormonen, sie halten ihn für zu glatt und abgehoben. Nach gutem Start in die Vorwahlen ist er zuletzt in Rücklage geraten. Der 53-jährige Italoamerikaner sass zwölf Jahre für den Bundesstaat Pennsylvania im Senat, ehe er 2006 abgewählt wurde. Er politisiert am rechten Rand der Partei. Lange war er ein krasser Aussenseiter, doch in Iowa gewann er knapp gegen Romney. : Der Texaner hat mit seinen libertären, staatskritischen Ansichten eine grosse Fangemeinde erobert. Diese hat ihm bei den bisherigen Vorwahlen zu teilweise guten Resultaten verworfen. Eine Chance auf die Nomination hat er trotzdem nicht. Der Gouverneur von Texas stieg im August ins Rennen ein und erreichte in den Umfragen sofort Spitzenwerte. Doch nach einigen Patzern stürzte er immer tiefer ab. Nach schwachen Ergebnissen in Iowa und New Hampshire stieg er aus dem Rennen aus. : Er war Gouverneur von Utah, US-Botschafter in China und ist bekennender Mormone, wie Mitt Romney. Huntsman wollte sich als moderate Alternative zu diesem anbieten, doch wirklich durchsetzen konnte er sich nie. Am 16. Januar warf er das Handtuch. Die Kongressabgeordnete aus Minnesota hat fünf eigene und 23 Pflegekinder. Sie ist eine Favoritin der Tea-Party-Bewegung und berüchtigt für ihr loses Mundwerk. Nachdem sie bei der Vorwahl in ihrem Geburtsstaat Iowa nur den letzten Platz belegte, gab sie ihre Bemühungen auf. Der ehemalige Chef einer Pizza-Kette inszeniert sich als Anti-Politiker und kommt damit vor allem bei der Tea-Party-Bewegung an. Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und peinliche Patzer haben ihm jedoch geschadet - so sehr, dass er am 3. Dezember 2011 seine Kandidatur vorläufig auf Eis gelegt hat. Mit seiner zupackenden Art hat er sich als Gouverneur von New Jersey schnell Respekt verschafft. Für viele Republikaner ist er ein Hoffnungsträger, doch am 4. Oktober 2011 stellte Christie ein für allemal klar, dass er nicht kandidieren wird. : Die ehemalige Gouverneurin von Alaska erhält viel Aufmerksamkeit, doch ob sie in der Lage wäre, gegen Barack Obama zu gewinnen, haben viele bezweifelt. Am 5. Oktober 2011 hat sie ihren Verzicht auf eine Kandidatur bekanntgegeben. Der Bruder von George W. Bush (l.) hat sich als früherer Gouverneur von Florida Respekt verschafft. Einen weiteren Bush im Weissen Haus will er den Amerikanern aber offensichtlich nicht zumuten. «Ich kandidiere nicht», hielt er in einer Mitteilung fest. Der Kongressabgeordnete von Wisconsin hat den radikalen Budget-Sparplan der Republikaner entworfen. Das macht ihn für viele in der Partei zu einem möglichen Kandidaten, doch Ryan will davon bislang nichts wissen. Der populäre Gouverneur von Indiana und Budgetdirektor in der Regierung von George W. Bush galt als Favorit der Parteiführung. Am 22. Mai 2011 erklärte er jedoch aus Rücksicht auf seine Familie den Verzicht auf eine Kandidatur. : Dem ehemaligen Gouverneur von Arkansas gelang 2008 zum Auftakt der Vorwahlen ein Überraschungssieg. Dieses Mal hat der Baptistenprediger frühzeitig das Handtuch geworfen. : Der Gouverneur von Minnesota hat versucht, sich als solider Konservativer zu profilieren. Allerdings fehlt es ihm an Charisma. Im Juli stieg er als erster Kandidat aus dem Rennen aus. Der New Yorker Immobilienmogul sorgte mit markigen Sprüchen für Furore und erklomm in den Umfragen kurzzeitig den Spitzenplatz. Dann krebste er zurück: Seine vermeintliche Präsidentschaftskandidatur war wohl nur ein Werbegag für seine TV-Show «The Celebrity Apprentice».

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In den USA haben die beiden republikanischen Politiker Rick Perry und Newt Gingrich einen Rückschlag im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur erlitten. Beide schafften es für die parteiinterne Vorwahl im Bundesstaat Virginia nicht auf die Wahlzettel.

Beide hätten nicht die nötigen 10'000 Unterschriften vorlegen können, um bei den Vorwahlen am 6. März im Bundesstaat Virginia anzutreten, teilte die republikanische Partei in dem Ostküstenstaat am Samstag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Nach Informationen der «Washington Post» hatten die Wahlkampfteams beider Politiker versichert, mehr als 11'000 Unterschriften für die Vorwahlen in Virginia hinterlegt zu haben. Das wurde von den Verantwortlichen in Virginia jedoch bestritten.

Virginia kommt bei den Vorwahlen der Republikaner eine Schlüsselrolle zu. In der Regel wird dort bei der Präsidentenwahl für republikanische Kandidaten gestimmt; 2008 jedoch konnte der Demokrat Barack Obama dort gewinnen.

Romney gegen Paul

Perry und Gingrich müssen nun im Nominierungsprozess auf die vielen Delegiertenstimmen aus Virginia verzichten, die im Falle eines ganz knappen Rennens entscheidend sein könnten. Insbesondere für Gingrich, der das Bewerberfeld zur Zeit in vielen Umfragen anführt, könnte dies ein empfindlicher Schlag sein.

Seine härtesten Konkurrenten Mitt Romney, Ex-Gouverneur von Massachusetts, und der Kongressabgeordnete Ron Paul sind bei der Virginia-Wahl dabei.

Die momentan aussichtslosen Bewerber Jon Huntsman, Michele Bachmann und Rick Santorum schafften es dagegen ebenfalls nicht auf den Wahlzettel.

Kompliziertes Prozedere

Die Vorwahlen in den USA sind eine ganz besondere Form der basisdemokratischen Kandidatenkür. Da Obama erneut antritt, durchlaufen nur die republikanischen Bewerber das komplizierte Abstimmungsverfahren.

Nach dem Auftakt am 3. Januar in Iowa folgen Vorwahlen in dichtem Takt, ehe am 6. März in mehr als zehn Bundesstaaten, darunter Virginia, abgestimmt wird. Bei diesem «Super Tuesday» (Super- Dienstag) kristallisiert sich oft ein klarer Favorit heraus.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nele am 25.12.2011 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Neiiin

    nicht schon wieder Paul = Bush

  • Ron Paul Supporter am 25.12.2011 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ron Paul for President!

    Ron Paul for President! Er ist der einzige Kanidat, der gegen die vielen Kriege der Amerikaner, gegen die hohe Staatsverschuldung von Amerika und für die Prüfung der "Federal Reserve" (Nationalbank von Amerika) ist. Diese Dinge sind schon lange überfällig in den vereinigten Staaten und dringend nötig. Wenn es jemand schafft Amerika wieder aufzurichten, dann ist es Ron Paul!

  • A.S. am 25.12.2011 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ron Paul 2012

    Ron Paul soll gewinnen

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  • Ron Paul Supporter am 25.12.2011 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ron Paul for President!

    Ron Paul for President! Er ist der einzige Kanidat, der gegen die vielen Kriege der Amerikaner, gegen die hohe Staatsverschuldung von Amerika und für die Prüfung der "Federal Reserve" (Nationalbank von Amerika) ist. Diese Dinge sind schon lange überfällig in den vereinigten Staaten und dringend nötig. Wenn es jemand schafft Amerika wieder aufzurichten, dann ist es Ron Paul!

  • Nele am 25.12.2011 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Neiiin

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  • A.S. am 25.12.2011 17:48 Report Diesen Beitrag melden

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