29. April 2005 15:53; Akt: 29.04.2005 15:56 Print

Rumänien: Hochwasser steigt weiter

Die Regierung stellte erste Hilfsaktionen für die mehreren tausend Betroffenen in Aussicht. Auch das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) trifft Vorabklärungen.

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Die rumänische Regierung kündigte am Freitag umfassende Hilfen für die betroffenen Menschen im Südwesten des Landes an. An die rund 4000 Opfer der Überschwemmungen würden Lebensmittel im Gesamtwert von mehr als 130 000 Euro verteilt, erklärte Regierungschef Calin Tariceanu.

Das Umweltministerium in Bukarest versprach, bis zum Herbst würden die Betroffenen in der Region Timis neue Häuser erhalten. Bei einem Spenden-Marathon im Fernsehen waren am Donnerstagabend 400 000 Euro Spenden gesammelt worden.

Eine Mitarbeiterin des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) reist nächste Woche in die Region, wie von Seiten des SRK am Freitag zu erfahren war. Dort werde sie mit den Rotkreuzgesellschaften Rumäniens, Bulgariens und Kroatiens Vorabklärungen treffen.

140 Ortschaften

Hunderte von Rotkreuzhelfern seien dabei, die Betroffenen mit Decken, Matratzen und Wolldecken zu versorgen, erklärte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Berlin. Dringend gebraucht würden Pumpen, Lebensmittel, sauberes Trinkwasser, Zelte und Babynahrung.

Im Westen von Rumänien sind mehr als 140 Ortschaften von den Überschwemmungen betroffen, etwa 4000 Menschen wurden durch die Hochwasser in den vergangenen zwei Wochen obdachlos.

Hunderte von Häusern sind beschädigt, 406 Häuser wurden nach Angaben des rumänischen Umweltministeriums vollständig zerstört. Über dem Westen des Landes gilt seit Dienstag der Notstand.

Ungarn und Serbien

Für die kommende Woche erwarteten die Wetterdienste weitere heftige Regenfälle und steigende Pegel. Dies gilt auch für das Nachbarland Ungarn, wo alle aus Rumänien kommenden Flüsse weiter anschwollen. Mehrere Strassenabschnitte wurden unpassierbar.

Im Nordosten Serbiens wurden zahlreich Äcker überflutet. 35 Tonnen verendeter Tiere wurden eingesammelt. Die Kadaver müssen wegen Seuchengefahr vernichtet werden. Serbiens Präsident Boris Tadic kritisierte die unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen und die mangelhalfte Koordinierung bei der Flutbekämpfung.

(sda)