Nach Todesfall

10. September 2013 14:21; Akt: 11.09.2013 00:46 Print

Rumänien erlaubt Tötung von Strassenhunden

Nachdem ein Rudel Strassenhunde in Bukarest einen 4-jährigen Jungen getötet hat, verlangte der Präsident ein Gesetz, das die Tötung der Hunde erlaubt. Ein solches liegt nun vor.

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Am 2. September 2013 wurde der vierjährige Ionut Anghel in der rumänischen Hauptstadt Bukarest von Hunden zu Tode gebissen. Er hatte den Spielplatz in einem Park verlassen und hatte ein benachbartes, leerstehendes Gelände betreten. Dort hatten ihn Wachhunde attackiert. Zuvor hatte es geheissen, streunende Hunde hätten den Jungen zu Tode gebissen. Darauf forderte Rumäniens Präsident Trajan Baescu das Parlament auf, ein Gesetz zur Tötung von Strassenhunden zu verabschieden Das neue Gesetz soll ein schnelleres Töten von eingefangenen Strassenhunden ermöglichen. Dagegen wehrten sich Tierschützer. Ende September 2013 stufte das Verfassungsgericht das neue Gesetz als rechtens ein. Dieses wurde vom Verfassungsgericht als rechtens eingestuft. Für Tierschützer ein Verbrechen. Zuvor durften herrenlosen Hunde nur dann eingeschläfert werden, wenn sie nachweislich unheilbar krank oder aggressiv sind. Solche streundenden Strassenhunde waren für den Tod des vierjährigen Ionut verantwortlich gemacht worden. Allein in der rumänischen Hauptstadt Bukarest sollen etwa 65'000 herrenlose Hunde leben. Jährlich werden Tausende Menschen in ganz Rumänien von Streunern gebissen. Gemäss dem neuen Gesetz sollen streundende nach 14 Tagen in einem Tierheim eingeschläfert werden können. Eine Verpflichtung zum Töten besteht nicht - die Kommunen dürfen die Hunde weiter versorgen, falls deren Tierheime Kapazitäten haben. Anders als etwa in der Schweiz kastrieren rumänische Hundehalter ihre Vierbeiner in der Regel nicht. Um deren Nachwuchs kümmern sie sich oft nicht, häufig setzen sie ihn irgendwo aus. Um die Strassenhunde kümmert sich auch die Schweizer Tierschutzorganisation Netap - in Zusammenarbeit mit lokalen Tierschützern. Statt Tötungen sei eine Kastrationspflicht die Lösung für das Problem mit den streundenden Hunden, findet man bei Netap und hofft, dass das rumänische Parlament es ebenso sieht. Die Zustände in den rumänischen Tierheimen sind laut Tierschützern teilweise schockierend. Seit dem Tod des Kindes soll es vermehrt zu tödlichen Angriffen auf Strassenhunde kommen, berichten Tierschützer.

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Eine Woche nach der tödlichen Attacke von Strassenhunden auf ein Kleinkind hat Rumäniens Parlament die Tötung herrenloser Tiere erlaubt. Die Kommunen müssten die eingefangenen Hunde lediglich 14 Tage lang in Tierheimen versorgen, heisst es in dem mit grosser Mehrheit gefassten Beschluss.

Sollten sie bis dahin nicht adoptiert werden, dürften die Tiere eingeschläfert werden. Das Parlament widerspricht damit einem Urteil des Verfassungsgerichts von 2012, das Strassenhunde schützt. Etwa 100 Hundefreunde demonstrierten nach Medienangaben vor dem Parlament gegen die Entscheidung.

Zugleich vergrösserte die Tier-Aufsichtsbehörde ASPA die Zahl ihrer Hundefänger-Teams von bisher drei auf elf, wie deren Koordinator Razvan Bancescu sagte. Im Zusammenhang mit dem tödlichen Angriff auf das Kind ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen ASPA.

Bancescu legte den Ermittlern Dokumente vor, aus denen nach seinen Angaben hervorgeht, dass der private Tierschutzverein Caleidoscop im Jahr 2008 aus der Obhut von ASPA einen der Hunde adoptiert hat, der jetzt an der Attacke auf das Kind beteiligt gewesen sein soll. Die Staatsanwälte wollen klären, ob Caleidoscop für den Hundeangriff zur Verantwortung gezogen werden kann. Eine Anklage gibt es noch nicht.

In Bukarest leben etwa 65'000 Strassenhunde. Seit einer Woche gehen bei ASPA nach Angaben der Behörde täglich etwa 200 Beschwerden über diese Tiere ein. Vor der Attacke auf das Kind seien es nur 70 bis 80 Anzeigen pro Tag gewesen, erklärte ASPA.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bambi am 10.09.2013 15:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übelkeit

    Mir wird schlecht wenn ich das lese. Aber wie heisst es: Gottes Mühlen Mahlen langsam.... Und irgendwas bekommt jeder Mensch das zurück, was er gemacht hat.....

  • Natalie am 10.09.2013 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Töten ist wohl keine Lösung!

    Nur Rumänien ist leider nicht das einzige Land, dass solche Probleme hat. Ein Hundeleben ist nichts wert. Hunde werden irgendwo im Nirgendwo ausgesetzt, weil sie einem zu "lästig" geworden sind. Leckerlis für Hunde, mit Hunden spazieren gehen etc. gibt es dort kaum! Bei meinem Besuch in Rumänien hat mein Herz geblutet und ich hätte sie am liebsten alle mitgenommen :( Also liebe Politiker, ändert euer Gesetz besser dahingehend, dass die Hunde eine bessere Stellung haben! Es sollte härter durchgegriffen werden für jene, die Hunde aussetzen oder illegal aus dem Auto heraus verkaufen.

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  • Moni am 10.09.2013 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Mir wird einfach nur schlecht... Wie kann man nur so tierverachtend sein? die Politiker von Rumänien sollten sich was schämen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marie am 10.09.2013 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Bin extreme Hundefreundin

    Ich finde Rumänien in Bezug auf Hunde die grösste Schande Europas. Die tun nichts, um das Problem zu lösen. Erst jetzt, nach diesem tragischen Fall. Mich erstaunt es nicht, dass die Hunde das taten, und man kann es ihnen auch nicht vorwerfen. Mein Herz blutet, aber vielleicht ist es tatsächlich nicht schlecht, den Hundebestand einmal zu reduzieren. Aber dann sollen sich die Behörden auch gefälligst darum kümmern, dass streunende Hunde ein Zuhause bekommen oder artgerechte Heime einrichten. Das Ganze ist eine ungeheuerliche Schweinerei.

  • vanessa am 10.09.2013 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der mensch trägt die verantwortung

    der mensch ist und bleibt das primitivste lebewesen auf dieser welt. 65000 hunde zu töten kann doch um himmelswillen keine lösung sein. klar ist der tod des kindes tragisch, doch das makabere töten von unschuldigen hunden kanns nicht sein.

  • ale c. am 10.09.2013 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht so

    da die regierung es verpasst hat vorbeugende massnahmen zu unternehmen, gibt es wohl keine andere lösung. aber das schlimme und untragbare ist die art wie die hunde getötet werden. abscheulich... und das in einem land das mitglied der EU ist, die sich immer mit ihrer moderne und humanität brüstet.

  • Sara12 am 10.09.2013 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unrecht!! 

    Eine Frage ist Wieso sind die Hunde auf der Strasse? wegen denen die die Hunde MORDEN!!! Es sollten Hunde in Rumänien verboten werden und alle streuner holen und probieren zu retten und wenn nicht , dann einschläfern aber nicht erstechen oder erschiessen etc.

  • Clemens am 10.09.2013 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Katzen abschiessen

    wir in der Schweiz dürfen ja auch "streunende Katzen" abschiessen, ist vom Gesetz her LEGAL! also, warum kommen ausgerechnet die Schweizer auf die Idee sich dort einzumischen?