Auf Demoflug in Asien

09. Mai 2012 13:45; Akt: 09.05.2012 21:24 Print

Russischer Superjet spurlos verschwunden

Bei einem Testflug über Indonesien ist eine russische Passagiermaschine verschollen. Es gibt wenig Hoffnung, dass die wohl 48 Menschen an Bord überlebt haben. Unter ihnen waren auch russische Diplomaten.

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Am 31. Mai ist im indonesischen Dschungel die zweite Blackbox des abgestürzten russischen Superjets gefunden worden. Sie soll bei dem Crash intakt geblieben sein. Das indonesische Milität findet am 15.5.2012 am Absturzort den Stimmenrekorder des Superjets. Aus der Luft ist das blau-weisse Suchoi-Logo deutlich zu erkennen. Zwei Tage nach dem Absturz kann am 11. Mai 2012 mit der Bergung der Leichen begonnen werden. Die Absturzstelle auf einem Hügel des Salak-Bergs südlich von Jakarta. Einen Tag nach dem Unglück entdeckten die Rettungskräfte am 10. Mai 2012 Wrackteile des russischen Flugzeugs. Die bislang entdeckten Wrackteile zeigen, mit welcher Wucht das Flugzeug aufgeprallt sein muss. Die Bergung der toten Passagiere war schwierig. Angehörige verzweifelt ... Der Pass einer der Piloten wurde gefunden. Testpilot Alexander Yablontsev (links) und seine Crew auf einem Flug am Tag vor dem Unglück. Er soll die Maschine auch beim Absturz gesteuert haben. Angehörige der Insassen des Flugzeugs schauen nach, ob ihre Verwandten auf der Passagierliste stehen. Indonesische Soldaten auf der Suche nach dem russischen Flugzeug, das am 9. Mai 2012 abgestürzt war. Am Tag des Absturzes wurde zuvor ein erfolgreicher Demonstrationsflug über Jakarta absolviert. Die Behörden nehmen DNA-Proben von Angehörigen, um die Toten identifizieren zu können, wenn sie dereinst gefunden sind. Eine verzweifelte Angehörige auf einem Gepäckband am Flughafen Halim Perdana Kusuma in Jakarta. An einer Pressekonferenz gibt der Chef der Such- und Rettungstruppen Auskunft über das Verschwinden des Superjets. Ein solches Flugzeug des Typs Suchoi Superjet 100 (SSJ 100) ist über Westjava vom Radar verschwunden.

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Ein russisches Passagierflugzeug mit über 40 Personen an Bord wird in Indonesien vermisst. Bei einem Vorführflug der Maschine vom Typ Suchoi Superjet 100 sei der Funkkontakt abgebrochen, teilte die Rettungsbehörde des Landes am Mittwochabend (Ortszeit) mit.

An Bord der Maschine seien bis zu 48 Insassen gewesen, sagte der Chef der indonesischen Luftfahrtbehörde, Herry Bakti Singoyudha, in Jakarta. «Wir suchen noch danach», ergänzte er. «Wir wissen nicht, was passiert ist.»

Zuvor sei das Flugzeug über Westjava im Sinkflug bis auf 2000 Meter heruntergekommen. Ein namentlich nicht genannter russischer Luftfahrtexperte sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax, es gebe wenig Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang. An Bord seien acht Russen und 36 Vertreter indonesischer Fluggesellschaften gewesen. Andere Quellen sprachen von insgesamt 46 Insassen. Nach Angaben der Rettungskräfte waren mehrere Diplomaten der russischen Botschaft, Vertreter von Fluggesellschaften und Journalisten unter den Passagieren.

Schlechtes Wetter als Ursache?

Um 14.33 Uhr Ortszeit sei man letztmals in Kontakt mit der Maschine gestanden, sagte der Chef der indonesischen Such- und Rettungsbehörde der «Jakarta Post». Die Piloten hätten gefunkt, dass in der Gegend des Mount Salak sehr schlechtes Wetter herrsche. Die Rettungskräfte hätten sich mit zwei Helikoptern auf die Suche gemacht. Das Wetter habe sie aber zum Umkehr gezwungen, weshalb man nun am Boden suche, verstärkt durch Militär und Polizei. Die einsetzende Dunkelheit und schlechte Wetterbedingungen erschwerten jedoch die Rettungsarbeiten. Der Sprecher des indonesischen Verkehrsministeriums, Bambang Ervan, sagte, mindestens zwei Helikopter hätten die Suche abgebrochen.

Gemäss Angaben des Nachrichtensenders «Al Jazeera» hätte der Flug höchstens eine halbe Stunde dauern sollen. Bereits am Vormittag sei ein Testflug problemlos durchgeführt worden.

Das Flugzeug war um 14.00 Uhr (Ortszeit, 09.00 Uhr MESZ) vom Flughafen in Jakarta abgehoben und sollte nach 50 Minuten wieder zurückkehren.

Ein Sprecher des russischen Luftfahrtkonsortiums OAK bestätigte in Moskau, dass auch die Funkverbindung mit der Maschine während des Tests in der Nähe von Jakarta abgerissen sei, berichtete die Agentur Interfax. Ein namentlich nicht genannter russischer Luftfahrtexperte sagte, es gebe wenig Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang.

Suchoi auf Kundenfang in Asien

Die wahrscheinlich abgestürzte Maschine war auf einem Demonstrationsflug, bei denen Luftfahrtverantwortlichen der neu entwickelte Flugzeugtyp vorgeführt werden sollte. Nach Angaben des indonesischen Verkehrsministeriums sollte das Flugzeug einige Runden in der Hauptstadtregion drehen und dann wieder auf dem Flughafen von Jakarta landen.

Der Flugzeugbauer Suchoi befindet sich nach Angaben der russischen Botschaft in Jakarta derzeit auf einer Werbetour in Asien. Der auch mit westlicher Technik ausgestattete Superjet 100 ist das erste Passagierflugzeug, das in Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion entwickelt wurde.

(rme/sda/ap)