Philippinen

13. Januar 2020 06:47; Akt: 14.01.2020 10:27 Print

Satellitenbilder zeigen den Vulkan-Ausbruch

Der Taal stiess erst Rauchwolken in den Himmel, jetzt fliesst Lava. Die Behörden warnen vor einem sehr gefährlichen Ausbruch – Zehntausende sind bereits auf der Flucht.

Infarotaufnahmen des Satelliten Himawari-8 zeigen die Aschewolke des Vulkans Taal. Sie stieg bis 15 Kilometer hoch.
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Auf den Philippinen haben die Behörden die Menschen davor gewarnt, in ihre Häuser in der Nähe des Vulkans südlich von Manila zurückzukehren. Der Vulkan Taal spuckte auch am Dienstag erneut Lava und Asche.

Es gilt weiterhin die Warnstufe 4 von 5. Das seismologische Institut Phivolcs hatte zuvor erklärt, innerhalb von Stunden oder Tagen sei ein «gefährlicher, explosiver Ausbruch» möglich. Um die 45'000 Menschen hatten sich in Sicherheit gebracht.

Innerhalb eines Radius von 14 Kilometern um den Vulkan leben aber nach Uno-Schätzungen fast 460'000 Menschen. Phivolcs-Chef Renato Solidum warnte davor, diese Zone zu betreten. «Die Bewohner dürfen noch nicht zurückkehren, die Gefahr ist immer noch da.» Seit Sonntag wurden laut Philvolcs mehr als 200 vulkanische Beben registriert.

Ein Toter bei Unfall

Auf Bildern ist zu sehen, wie Strassen und Autos von Ascheschlamm überzogen sind. In Calamba kam am Montag ein Mann bei einem Verkehrsunfall im Ascheregen ums Leben, drei Menschen wurden laut Polizei verletzt.

Vulkanausbruch auf den Philippinen

Der Schulunterricht in der Region fiel aus, Behörden schlossen. Antonia Bornas, die leitende Vulkan-Beobachterin beim Institut Phivolcs, sagte, es sei noch nicht klar, wie lange der aktuelle Ausbruch dauern werde.

Wie das Philippine Institute of Volcanology and Seismology (Phivolcs) mitteilte, wurde die Eruption des Vulkans am Sonntag von Erdbeben begleitet. Das Institut warnte, dass es zum plötzlichen Ausstoss von Dämpfen und zu hohen Konzentrationen tödlicher Gase kommen könne.

Eindrückliche Fotos zeigen Blitze, die sich rund um die Aschewolke des Vulkans entladen und die Szene apokalyptisch wirken lassen. Die Wolke reichte bis zu 15 Kilometer in die Höhe.

Der Flugverkehr von und nach Manila wurde am Sonntag eingestellt, wie Flightradar berichtete. Am Montag hatte sich die Aschewolke vom Flughafen verzogen, so dass der Betrieb am Mittag teilweise wieder aufgenommen werden konnte. Fast 200 In- und Auslandsflüge waren gestrichen worden.

«Hoffe, das wir bald nach Hause fliegen können»

Ein Leser-Reporter hat mit seiner Verlobten gerade zweieinhalb Wochen Ferien auf den Philippinen verbracht. Geplant war, am Sonntag wieder zurück in die Schweiz zu fliegen. Doch dazu kam es nicht. «Alle Flüge wurden gestrichen», so der Mann. «Alle mussten aus dem Airport raus und sich ein Hotel suchen. Niemand weiss, wann der Flughafen den Luftverkehr wieder aufnimmt.» Trotz der langen Wartezeiten seien alle ruhig geblieben.

Angst – aufgrund des Vulkanausbruchs – habe er nicht: «Draussen am Flughafen war es zwar unangenehm, die Asche im Mund zu spüren. Jetzt bin ich aber im Hotel und in Sicherheit. Ich hoffe einfach, dass wir bald nach Hause fliegen können.»

Der Taal liegt auf der philippinischen Hauptinsel Luzon etwa 66 Kilometer südlich von Manila in der Provinz Batangas. Der Vulkan ist ein beliebtes Ziel von Touristen, vor allem aufgrund des im Vulkankessel gelegenen Sees samt Insel.

Er ist nach dem Mayon der zweitaktivste Vulkan des südostasiatischen Inselstaats. Laut dem philippinischen Institut Phivolcs ist er seit dem Jahr 1572 insgesamt 33 Mal ausgebrochen. Der bislang letzte grosse Ausbruch war 1977, der verheerendste 1911 - damals starben mehr als 1300 Menschen.

(vro/rab/kat/sda)