Chile

15. April 2011 19:39; Akt: 15.04.2011 19:39 Print

Salvador Allende soll exhumiert werden

Die sterblichen Überreste des früheren chilenischen Präsidenten sollen laut einem Gerichtsentscheid exhumiert werden. Damit soll festgestellt werden, wie Allende ums Leben gekommen war.

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Salvador allende war am 11. September 1973 während eines Militärputsches von General Augusto Pinochet gestorben. (Bild: Keystone)

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Die Justiz in Chile hat eine Exhumierung der sterblichen Überreste des früheren Präsidenten Salvador Allende angeordnet. Richter Mario Carroza gab am Freitag einem entsprechenden Antrag von Allendes Familie statt.

Laut Carroza soll die Exhumierung in der zweiten Maihälfte erfolgen. Sie soll fast 40 Jahre nach Allendes Tod dabei helfen zu klären, ob er getötet wurde oder Selbstmord beging.

Allende war am 11. September 1973 im Alter von 65 Jahren während des Militärputsches von General Augusto Pinochet gestorben, als die Luftwaffe den Präsidentenpalast angriff. Die Autopsie durch ein Militärspital in Santiago de Chile sowie Zeugenangaben ergaben damals, dass sich der sozialistische Präsident eine Kugel in den Kopf geschossen hatte.

Auch Allendes Familie geht von Selbstmord aus. Menschenrechtler stellten diese These aber in Zweifel. Nach Angaben von Allendes Tochter, der sozialistischen Abgeordneten Isabel Allende, war der Antrag der Familie symbolischer Natur. Die Justiz hätte die Exhumierung der Leiche aufgrund von im Januar aufgenommenen Ermittlungen allerdings ohnehin angeordnet.

Die Untersuchung zu den Todesumständen Allendes ist Teil einer umfassenden Überprüfung von 725 weiteren bislang nicht untersuchten mutmasslichen Menschenrechtsverletzungen während der Pinochet- Diktatur 1973 bis 1990. Während der 17 Jahre wurden in Chile etwa 3150 Menschen ermordet oder verschwanden spurlos.

(sda)