Chile

27. Januar 2011 19:15; Akt: 27.01.2011 19:21 Print

Salvador Allendes Tod wird neu aufgerollt

Fast vier Jahrzehnte nach dem Tod des chilenischen Staatschefs Salvador Allende bei einem Militärputsch nimmt die Justiz des Landes erstmals Ermittlungen zu den Umständen seines Todes auf.

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Salvador Allende wurde von Augusto Pinochet entmachtet und vielleicht auch ermordet. (Bild: Keystone)

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«Was bisher nicht ermittelt wurde, werden die Gerichte jetzt ermitteln», sagte Staatsanwältin Beatriz Pedrals am Donnerstag in Santiago de Chile. Sie soll in 726 Fällen von mutmasslichen Menschenrechtsverletzungen ermitteln - der Fall Allende ist einer von ihnen.

Beim Militärputsch unter General Augusto Pinochet am 11. September 1973 hatte die Armee den Präsidentenpalast eingekreist und aus der Luft bombardiert. Allende wurde später tot aufgefunden, als offizielle Todesursache galt bislang Selbstmord. Menschenrechtler stellten dies aber in Zweifel.

3150 Menschen ermordet

Während Pinochets 17 Jahre andauernder Diktatur wurden etwa 3150 Menschen ermordet oder verschwanden spurlos. Deswegen und wegen des Vorwurfs der Folter in 28 000 Fällen laufen derzeit Verfahren gegen rund 560 Militärs aus der Zeit der Diktatur.

Nachdem der zuständige Richter herausfand, dass es in zahlreichen Fällen keine Kläger gab, wurden diese der Staatsanwältin Pedrals übergeben. Sie ermittelt nun in den 726 Fällen, unter denen sich der des einstigen sozialistischen Staatschefs Allende befindet.

(sda)