Italien

27. Januar 2020 01:51; Akt: 27.01.2020 12:36 Print

Salvini droht Niederlage bei Regionalwahl

In der Emilia-Romagna zeichnet sich eine Niederlage der rechtsradikalen Lega ab. Das geht aus Nachwahlbefragungen sowie einer ersten Hochrechnung hervor.

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Matteo Salvini will im Falle eines Sieges die Regierung in Rom stürzen: Der Politiker im Senat in Rom. (11. Juli 2019) (Bild: Keystone/Claudio Peri)

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In den am Sonntagabend veröffentlichten Befragungen von Wählern beim Verlassen der Wahllokale lag die sozialdemokratische PD bei 52 Prozent, während die Lega nur auf 48 Prozent kam. Der frühere Innenminister Matteo Salvini hatte darauf gesetzt, im Falle eines Wahlsiegs in der Emilia-Romagna die Regierung in Rom zu Fall bringen und Neuwahlen durchsetzen zu können.

Der Mitte-Links-Kandidat der Sozialdemokraten, Stefano Bonaccini, kam laut einer Hochrechnung für den Sender La7 am Sonntag auf 51,8 Prozent der Stimmen. Die Kandidatin der rechten Lega Salvinis, Lucia Borgonzoni, unterlag demnach mit 41,5 Prozent.

Salvini hoffte auf Sieg

Sollte sich das Ergebnis bestätigen, wäre das eine grosse Enttäuschung für Oppositionschef Salvini. Die Wahl in der industriestarken Region gilt als besonders wichtig für die Regierung in Rom aus Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten, da die Emilia-Romagna seit jeher in linker Hand ist. Ein Verlust an die Lega wäre ein schwerer Schlag, der die sowieso schon unbeliebte Regierung weiter destabilisieren würde. Salvini hatte bei der Wahl auf einen Sieg gehofft, um seinen Machtanspruch auf nationaler Ebene zu untermauern.

Zeitgleich wurde auch in Kalabrien gewählt, wo sich laut Prognosen die Mitterechts-Kandidatin der Partei Forza Italia, Jole Santelli, klar durchsetzte. Sie bekam demnach zwischen 49 und 53 Prozent der Stimmen.

Schwere Schlappe

Die Fünf-Sterne-Bewegung musste bei beiden Wahlen laut Prognosen eine schwere Schlappe einstecken. In der Emilia-Romagna bekam die Protestbewegung demnach nur zwischen 2 und 5 Prozent der Stimmen. Angesichts des drohenden Desasters war Aussenminister Luigi Di Maio bereits letzte Woche vom Posten als Parteichef zurückgetreten.

Die Koalition aus Sternen und PD regiert seit September 2019. Die beiden ungleichen Parteien hatten sich zusammengeschlossen, nachdem der damalige Innenminister Salvini das vorherige Bündnis mit den Sternen aufgekündigt hatte. Beide Parteien kämpfen mit internen Streitigkeiten und mit schlechten Umfragewerten und haben in mehreren Regionalwahlen schwere Schlappen hinnehmen müssen.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • br am 27.01.2020 05:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Patriot

    ich finde es Tragisch wenn Patreotismus als Rechtsradikal ausgelegt wird.

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  • Anton Müller am 27.01.2020 05:57 Report Diesen Beitrag melden

    seit ihr sicher?

    wie genau definiert ihr rechtsradikal? Für Grenzen und das eigene Volk? Rechtsradikal ist nach meinem Verständnis das Gegenteil von Linksradikal, also jemand der politisch Sachen von 3. Personen zerstört oder Menschen angreift oder dazu aufruft..?? Hilfe bitte

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  • Josef am 27.01.2020 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    Niederlage?

    Aus dem Artikel geht nicht hervor, ob die Lega Stimmen gewonnen hat. Hat sie an Wähleranteil gewonnen, ist aber nicht stärkste Partei geworden, wäre sie trotzdem die Siegerin. Absicht des Journalisten oder nur Flüchtigkeitsfehler?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ab Warten am 27.01.2020 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Die Altparteien in ganz EU sind Blind.

    Es ist ja auch erst der beginn. Manchmal denke ich alle meinen die Rechten seien schon immer so stark gewesen. Der Wandel läuft und je nach dem wie die EU es handhaben wird (Unkontrollierte Einwanderung und Billionen fürs Klima siehe VdL.) Wird sich zeigen wer längerfristig eine Schlappe einfahren wird. Man kann jeden Bogen überspannen.

    • Peterryan am 27.01.2020 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ab Warten

      da sind Sie Holzweg mein Lieber. Wenn wir wachsam bleiben, die Justiz ihre Aufgabe erfüllt haben solche Individuen keine Chance an die Hebel der Macht zu kommen.

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  • h.p.heusser am 27.01.2020 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unbedeutend

    Eine Regionalwahl die keine Macht hat. Eine Region mit weniger als 5 Millionen Einwohnern haben nicht einmal ein kleines Zeichen zu Gunsten der Sozialdemokraten gesetzt. Vielmehr ist der beachtliche Wählerzuwachs der Lega zu beachten.

  • DavidBelfort am 27.01.2020 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    grande salvini

    forza salviniiii

    • Peterryan am 27.01.2020 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @DavidBelfort

      stronzo salvini viva la papa

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  • Bes am 27.01.2020 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umdenken

    Damit es Italien mal besser gehen würde, müsste die Schwarzarbeit eingestellt werden und wenn jeder ordentlich sein Einkommennversteuern würde , so wäre mehr Geld für Infrastruktur vorhanden , voraus gesetzt, dass mal eine gute Regierung das Zepter übernimmt. Bringt langfristig niemandem was , wenn ganze Häuser schwarz gebaut werden und vieles unter dem Tisch gehandelt wird, dafür jammern und immer Schuldige suchen. Die Wirtschaft muss angekurbelt werden, dann gibts mehr Jobs , mehr Steuererträge, mehr Renten, gute Schulen, gute Strassen, also Schluss mit Schmarotzertum

    • John Livers am 27.01.2020 17:58 Report Diesen Beitrag melden

      Forza Salvini

      Darum, wählt Salvini damit er mit dem Schmarotzertum aufräumt!

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  • Wulline am 27.01.2020 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsrutsch

    Ich finde es tragisch, wenn Rechtsradikalismus als Patriotismus ausgelegt wird. Uns sollte jeder Rechtsrutsch Sorgen machen, haben wir denn nichts gelernt?

    • John Livers am 27.01.2020 18:02 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht verwechseln: Rechts und NAZI.....

      Sie verwechseln Rechts mit NAZINIALSOZIALISTEN solche Zeiten will sicher niemand mehr, aber etwas mehr Ordnung und Disziplin täte schon Italien gut!!

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