Bahrain

15. März 2011 12:01; Akt: 15.03.2011 12:03 Print

Saudiarabische Einmischung stösst sauer auf

Die Stationierung arabischer Truppen in Bahrain ist international auf Kritik gestossen.

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Saudiarabische Truuppen erreichen Bahrain. (Bild: Keystone/AP)

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Sowohl die USA als auch der Iran und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon warnten vor einer weiteren Eskalation der Krise zwischen den vorwiegend schiitischen Demonstranten und der sunnitischen Herrscherfamilie.

Der Iran verurteilte die Entsendung saudiarabischer Truppen zur Unterstützung des unter Druck geratenen Königs. Die «Anwesenheit ausländischer Truppen in Bahrain ist inakzeptabel», sagte der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Ramin Mehmanparast, am Dienstag. Jede Einmischung von aussen mache die Situation nur noch komplizierter.

Viele Beobachter am Golf sind der Meinung, dass die iranische Führung ihre schiitischen Glaubensbrüder in Bahrain und Saudi- Arabien gegen die sunnitischen Herrscher dieser Staaten aufwiegelt.

Strategische Bedeutung

Der Sprecher des Weissen Hauses, Jay Carney, rief die Staaten des Golfkooperationsrates dazu auf, «Zurückhaltung zu zeigen, die Rechte des Volkes von Bahrain zu respektieren und in einer Weise zu handeln, die den Dialog unterstützt und nicht untergräbt.»

Für die USA ist Bahrain von strategischer Bedeutung, da die 5. Flotte der US-Marine, dort ihren Stützpunkt hat. Der Stützpunkt ist Teil der westlichen Drohkulisse im Atomstreit mit dem Iran.

Saudi-arabische Truppen in Bahrain

Saudi-Arabien hatte am Montag rund 1000 Soldaten nach Bahrain geschickt. Die Vereinigten Arabischen Emirate entsandten etwa 500 Polizisten. Diese Truppe, die offiziell als Teil einer schnellen Eingreiftruppe des Golfkooperationsrates (GCC) gilt, hat nach Angaben arabischer Militärexperten die Aufgabe, im Notfall den Königspalast und die Behörden des Landes zu schützen.

Sie sollen dem Vernehmen nach nicht gegen Demonstranten vorgehen. Dem Golfkooperationsrat gehören neben Saudi-Arabien und den Emiraten auch Bahrain, Kuwait, Oman und Katar an.

(ap)