Wintersturm «Zina»

07. Januar 2015 14:18; Akt: 07.01.2015 15:04 Print

Schneechaos – Notstand im Nahen Osten

Heftiger Schneefall hat im Gazastreifen und im Westjordanland den Notstand ausgelöst. Im Libanon ist die Lage der syrischen Flüchtlinge durch den Wintereinbruch «dramatisch».

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Ein starker Wintersturm hat im Nahen Osten für Schneefall gesorgt und vielerorts das öffentliche Leben eingeschränkt. Auf den Golanhöhen, im Norden Israels sowie in den Bergen des Libanons und Syriens fiel Schnee, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Im Gazastreifen und dem Westjordanland wurde der Notstand ausgerufen. Ein acht Monate altes palästinensisches Baby starb in einem Flüchtlingscamp im Westjordanland bei einem Brand, den ein Ofen ausgelöst hatte.

Durch den Wintereinbruch spitzte sich auch die Lage der Hunderttausenden von syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge im Libanon zu. Die Situation der Menschen sei «sehr dramatisch», sagte der Sprecher des Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) in Beirut, Ron Redmond. Viele von ihnen leben in Zelten im Bekaa-Tal, das ebenfalls vom Sturm betroffen war. Laut UNHCR leben in der Region rund 400'000 Flüchtlinge. «Wir befürchten, dass das Schlimmste noch kommt», sagte Redmond am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Schnee blockiert viele Strassen

Nahe dem Ort Andschar versuchten Männer, die Zelte von der Last des Schnees zu befreien, um ein Einstürzen zu verhindern. In den Zelten drängten sich die Flüchtlinge um brennendes Holz. In dem Tal blieben Tankstellen, Banken, Schulen und die meisten Geschäfte geschlossen.

Der Wintersturm «Zina» fegt seit Dienstag mit Regen und Schnee über den Libanon. In der Hauptstadt Beirut musste zeitweilig der Flugverkehr ausgesetzt werden, wie die Zeitung «Daily Star» meldete. Schnee blockiere viele Strassen in höher gelegenen Regionen. In der Bekaa-Ebene an der Grenze zu Syrien liegen rund 35 Zentimeter Schnee.

Schulfrei in Jerusalem und Damaskus

Auch in Jerusalem hatten die Kinder schulfrei: Dort sagte der Wetterdienst eine Schneedecke von bis zu 25 Zentimetern voraus. In der syrischen Hauptstadt Damaskus legte der Schneefall den Verkehr lahm. Das Bildungsministerium schloss für zwei Tage Schulen und Universitäten. Der Kassiun-Berg, der sich direkt bei Damaskus erhebt, war schneebedeckt.

Auch in Pakistan gab es Wetterprobleme: In der Hauptstadt Islamabad musste der internationale Flughafen Benazir Bhutto wegen dichten Nebels vorübergehend geschlossen werden. Maschinen, die landen wollten, wurden nach Lahore umgeleitet.

(sda)