SPD

18. August 2019 06:20; Akt: 18.08.2019 06:20 Print

Scholz tritt wegen fehlender Bewerbungen an

Der deutsche Finanzminister will Vorsitzender der Sozialdemokraten werden und erklärt, warum.

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Der Politiker kann die Situation nicht ignorieren, darum bewirbt er sich um den Vorsitz: Olaf Scholz beim Tag der offenen tür der Bundesregierung in Berlin. (17. August 2019) (Bild: Keystone/Christoph Söder/DPA)

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Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat seine Kandidatur für den SPD-Vorsitz mit den zuvor mangelnden Bewerbungen prominenter Genossen begründet. «Natürlich hat mich die Debatte über die Frage bewegt, warum aus der Spitze der Partei keiner antritt. Es tut der SPD nicht gut, wenn es so rüberkommt, als ob sich keiner traut. Das stimmt ja nicht. Auch nicht für mich», sagte Scholz der «Bild am Sonntag».

Scholz hatte mit Verweis auf seine Regierungsämter und die dadurch entstehende Zeitbelastung eine Kandidatur lange ausgeschlossen. Seine Kehrtwende begründete er nun so: «Ich bin nicht eitel genug, um mich für den einzig Richtigen zu halten. Aber ich bewerte die Lage neu. Aus Verantwortung für die SPD habe ich damals gesagt, dass ich den Parteivorsitz nicht anstrebe. Nun sind einige Wochen ins Land gegangen. Viele von denen, die ich gern an der Spitze gesehen hätte, kandidieren nicht. Das kann ich nicht ignorieren.»

Scholz betonte, dass er «natürlich» auch während der Kandidatur mit den 23 Regionalkonferenzen das Finanzministerium leiten werde. «Es geht hier gerade nicht um Arbeitsbelastung, sondern um die SPD.» Über seine Siegchancen bei dem Mitgliederentscheid über den SPD-Vorsitz äusserte sich Scholz zurückhaltend. «Es wird eine wichtige und spannende Auseinandersetzung.»

Das anstehende Verfahren zur Suche einer Parteispitze kommt die SPD teuer zu stehen. SPD-Sprecher Philipp Geiger sagte auf Anfrage der «Welt am Sonntag», die Partei rechne mit bis zu 1,7 Millionen Euro Ausgaben für Briefwahl, Saalmieten und Reisekosten. Erst 2018 hatte die SPD eine Summe in ähnlicher Grössenordnung für ein Mitgliedervotum über die dritte Beteiligung an einer grossen Koalition ausgegeben.

Seit Anfang 2018 verloren die Sozialdemokraten dem Blatt zufolge zudem mehr als 37'000 Mitglieder. Die Zahl der Genossen sei von damals 463.723 auf 426.352 Ende Juni dieses Jahres gesunken. Bei den Abgängen handele es sich keineswegs vorwiegend um Sterbefälle, sondern dem Vernehmen nach zum grossen Teil um Austritte.

(afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tim am 18.08.2019 08:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hihi

    Die SP wird auch bald fallen.In Deutschland han sie es gemerkt,leider gibt es in der Schweiz noch ein paar Bahnhofklatscher.

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  • Tell's Lady am 18.08.2019 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grosse Opferbereitschaft

    Ja, klar. Jetzt muss er sich halt für das Land opfern, obwohl er das ja gar nicht will oder das Rampenlicht nie suchte. Wenn die Pflicht für das Land ruft, muss man zum leiden bereit sein. Er wäre mit dieser selbstlosen Haltung auch noch ein geeigneter Kandidat für die Nationalratswahlen.

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  • Tell's Lady am 18.08.2019 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Funiciello

    Schade, dass Funiciello keine Deutsche ist. Sie hätte sich schon vor langer Zeit zur Verfügung gestellt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • LM AA am 19.08.2019 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialfall sein, muss sich wieder lohnen

    Die SPD hat sich von Schröder ein schönes Ei legen lassen. Ohne kriminell zu sein, lässt sich auch in Deutschland nicht von den Harz IV-Leistungen leben. Vielleicht müsste die SPD mal da ihren Focus draufsetzen.

  • Rolf am 18.08.2019 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rote Finanzatombombe

    Das ist der Sozi, der die beiden maroden Grossbanken in Deutschland fusionieren wollte . Natürlich mit voller Risikoübernahme des deutschen Steuerzahlers.

    • Badener am 18.08.2019 22:00 Report Diesen Beitrag melden

      Oh Neuigkeiten

      Von was redest du hier,von maroden Banken.Die Deutsche Bank ist trotz der Mrd Strafen immer noch solvent und die Fusion würde von der Commerzbank angestrebt.Welches Ausfallrisiko besteht denn,muss doch wissen auf was ich mich einzustellen habe.

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  • Peter Sturzenegger am 18.08.2019 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Er muss, obwohl er gar nicht will

    Einen grösseren Schleimschleicher als diesen Herr Scholz gibt es nun effektiv in der Politik nicht. Er ist Sinnbild für den Untergang einer einst grossen Volkspartei.

    • Analyst am 18.08.2019 22:03 Report Diesen Beitrag melden

      Ein Kenner der Szene?

      Kannst du auch nur ein einziges mickriges Beispiel deiner Analyse des Herrn Scholz einbringen.Oder möchtest du dein Wissen für dich behalten.Es sei den leeres Geschwätz Ist dein Steckenpferd.

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  • Lupe am 18.08.2019 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heutige Welt

    Für die Linken SPler ist der Zug abgefahren. Ihre agressive und für das Volk teure und falsche Politik hst in der heutigen Welt kein Platz mehr. Die Nehmerzeozen dind bald vorbei.

  • KUrt am 18.08.2019 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Die sozialistische Partei Deutschlands

    Ich wünsche der SPD, Die nicht verstehen kann, warum die Bürger Sorgen und Nöte haben. Und auch nicht auf diese eingehen will, ein ganzes Prozent. Verdient in den Untergang.