Mitgliederschwund

16. Mai 2016 08:27; Akt: 16.05.2016 08:27 Print

Schwarzen Cowboys von New York droht das Ende

von V. Dobnik - Im klassischen Western-Film ist der Cowboy stets weiss. Nicht so in der Millionenmetropole New York.

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Sie wollen so gar nicht in die Millionenmetropole New York passen: Dabei sind die Mitglieder des Verbands Schwarzer Cowboys echt. Sie betreiben Ställe und Koppeln am Rande von Queens. Ihre Mission: den Stadtkindern die Geschichten zu erzählen von den tausenden schwarzen Cowboys, die einst durch den Wilden Westen ritten.

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Wussten Sie, dass es in New York schwarze Cowboys gibt?
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«Wenn die Kinder uns sehen, mit unseren Fransenjacken und den Stiefeln, dann werden sie das ein Leben lang nicht vergessen», sagt Verbandspräsidentin Kesha Morse. Doch damit könnte es bald vorbei sein: Dem Verband gehen die Mitglieder aus, 18 sind es nur noch.

Reittherapie statt Cowboys

Und er verliert seine Ställe, die Cedar Lane Stables am Rande einer Hauptverkehrsstrasse zum Flughafen Kennedy. Die Black Cowboys unterlagen beim Bieterwettbewerb um die neue Lizenz der Gruppe GallopNYC. Diese bietet Reittherapien für Behinderte an und wird die Ställe im August übernehmen. Die Gruppe hat aber angekündigt, die Pferde der Cowboys gegen eine Vergütung weiterhin unterzubringen. Trotzdem bleibt die Zukunft der Cowboys unklar.

Die Cowboys geniessen die Ställe und ihre Umgebung. «Beim Reiten fühlt man sich frei», sagt Arthur «J.R.» Fulmore. Der 68-Jährige aus North Carolina war einst Automechaniker. «Ein Cowboy zu sein bedeutet, gut und ehrlich zu den Menschen zu sein und geradeheraus.» Sein Kollege Ellis «Mountain Man» Harris (78) wuchs auf einer Farm in Virginia auf, wurde Schweisser in New York und kam in den 70er-Jahren zu den Black Cowboys, nachdem er ein Rodeo in Harlem gesehen hatte.

«Mama» ist eine von drei Cowgirls

Anführerin der Cowboys ist die ehemalige Beamtin Kesha Morse. Die anderen Reiter nennen sie «Mama». Sie ist eine von drei Frauen unter den Mitgliedern des Verbands, von denen es bei der Gründung 1998 noch 60 gab.

Die Lizenz für die Cedar Lane Stables wurde vor drei Jahren ausgesetzt, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, das gut 45'000 Quadratmeter grosse Gelände und einige der Tiere seien vernachlässigt worden. 2012 starben sechs Pferde. Die Cowboys erklären, dafür seien einzelne Tierhalter verantwortlich gewesen, nicht der Verband. Dennoch mussten die Mitglieder damals ihre Tiere verlegen. Einige kehrten auch später nicht zurück.

Die Ställe wurden renoviert und die Cowboys bekamen 2014 ihre Lizenz zurück, unter der Bedingung, dass sie für das Wohl der Tiere direkt verantwortlich sind. 400 Dollar pro Pferd und Monat bezahlen sie heute.

Der Hufschmied als Hoffnungsträger

Für die Hoffnung des Verbands steht Marquise Jemmott, mit 22 Jahren das jüngste Mitglied. Er ist Hufschmied und lernte den Beruf von Tom Hannaberry, einem Meister seines Fachs. Hannaberry kümmerte sich über 30 Jahre lang um die Pferde in Cedar Lane.

Verbandspräsidentin Morse plant nun eine Zukunft an der Seite von GallopNYC, aber sie ist noch nicht sicher, welche Rolle ihr Verband dabei spielen soll. Sie hofft, dass einige junge Mitglieder neu hinzukommen. Die jungen Leute könnten dabei helfen, die Tiere zu pflegen und die Ställe instand zu halten, während sie gleichzeitig weg von den Strassen kämen, wo Drogen und Gewalt manche ihrer Altersgenossen das Leben kosten. «Bei einem Cowgirl oder einem Cowboy geht es um mehr als die Kleidung», sagt Morse. «Es bedeutet, die Ärmel hochkrempeln und hart arbeiten zu können.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Grosserbär am 16.05.2016 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das auch

    Und wie stets mit denn richtigen Indianer? Das sind doch die richtige "Amerikaner".

  • Max Hesd am 16.05.2016 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Verfälschtes Bild

    Es ist eine wenig bekannte Tatsache, aber erstaunlich viele Cowboys im Wilden Westen waren Schwarz. Genau so wie es erstaunlich viele schwarze Farmer gegeben hat. Schwarze waren nicht nur Sklaven im früheren Amerika, wenn es auch viele gab. Schade dass man sich nur sehr einseitig erinnert.

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  • Carma80 am 16.05.2016 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also...

    Ich sag nur Django. Das ist ein Cowboy.;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Carma80 am 16.05.2016 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also...

    Ich sag nur Django. Das ist ein Cowboy.;)

    • B. Bill am 16.05.2016 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Carma80

      Nee. Cowboys haben Vieh gehütet. Django war ein Revolverheld, wenn auch ein Erfundener. Nicht jeder der Stiefel und einen Stetson trug, war ein Cowboy.

    • beatus am 16.05.2016 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Carma80

      jeeee

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  • Max Hesd am 16.05.2016 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Verfälschtes Bild

    Es ist eine wenig bekannte Tatsache, aber erstaunlich viele Cowboys im Wilden Westen waren Schwarz. Genau so wie es erstaunlich viele schwarze Farmer gegeben hat. Schwarze waren nicht nur Sklaven im früheren Amerika, wenn es auch viele gab. Schade dass man sich nur sehr einseitig erinnert.

    • Biker am 16.05.2016 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Max Hesd

      Ist so nicht korrekt. Erst nach dem Bürgerkrieg und der Abschaffung der Sklaverei, hatten Schwarze die Möglichkeit, ein selbständiges Leben zu führen. Zumindest in den meisten Gegenden.

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  • damisi am 16.05.2016 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild für Strassenkinder?

    Mir egal ob schwarz oder weiss...ich sehe auf fast allen Bildern (bis auf die im Stall) gestresste, verspannte Pferde und einen Reiter mit harter Hand. Sind nicht gerade Vor(zeige)bilder.

  • Grosserbär am 16.05.2016 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das auch

    Und wie stets mit denn richtigen Indianer? Das sind doch die richtige "Amerikaner".

  • lisa am 16.05.2016 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja auch voll daneben

    Es gab nunmal keine Schwarzen Cowboys. Es kommt ja auch kein Weisser darauf draussen in Queens eine Baumwollplantage anzulegen und sich als Sklave zu verkleiden um den Kindern zu zeigen wie das war als Sklave.

    • Bruce am 16.05.2016 09:49 Report Diesen Beitrag melden

      Ein Viertel

      Sie beziehen Ihre falschen Informationen offensichtlich aus Hollywood-Filmen. Es waren ca. 1/4 der Cowboys Afroamerikaner.

    • Tom am 16.05.2016 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lisa

      Doch , die gab es ! Buffalo Soldiers wurden sie genannt ! Wegen ihrem gelocktem Haar !

    • Tudnix Zursach am 16.05.2016 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lisa

      Der Vergleich hinkt und stinkt gewaltig. Haben Sie mal wieder ihre weisse Kapuze aus der Schublade gekramt? Nach der Aufhebung der Sklaverei 1865 waren gut ein Drittel der Cowboys indogener oder eben afrikanischer Abstammung.

    • Ueli am 16.05.2016 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lTudnixzurSac, hm, indogen

      heisst zwar "einheimisch", aber in der Sache haben Sie vollkommen recht.

    • Pitri am 16.05.2016 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lisa

      dieser Vergleich hinkt ja gewaltig. Im übrigen klar gab es schwarze Indianer,aber das kommt davon wen mann nur Western Filme im TV schaut

    • romantexas am 16.05.2016 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lisa

      lisa du hast ja sowas von keine ahnung! hast du die amerikanische geschichte studiert? sehrwohl gabs schwarze cowboys(farmers) es wahren "freie" d.h keine sklaven. zudem hatte es eine hundertschaft schwarzen bei den beiden kriegen sezions und bürgerkrieg. also ab zur nächsten bibliothek und lese!

    • Marzella Inversini am 16.05.2016 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lisa

      Schliesse mich der Mehrheit der Kommentare an. Gab und gibt schwarze Cowboys, auch weiblichen Geschlechts. Die Buffalo Soldiers hingegen waren Soldaten, die nach dem Sezessionskrieg die Frontier sicherten. Mit minimalem Lohn und schlechter Ausrüstung. Waren halt keine Weisse. Ritten auf ungepolsteter Sitzfläche des Sattels. Unvorstellbar heute.

    • Miss Eule am 16.05.2016 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ueli

      Wenn schon richtigstellen, dann ganz: Es heisst indigen. ;-)

    • Biker am 16.05.2016 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lisa

      Doch. Es gab schwarze Cowboys, sowie es auch schwarze US Kavalleristen gab. Die Buffalo Soldiers. Nur hat Hollywood die schwarzen Cowboys kaum jemals thematisiert.

    • Biker am 16.05.2016 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tom

      Auch falsch. Denn das waren keine Cowboys, sondern US Kavalleristen.

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