Internationaler Hilfseinsatz

13. März 2011 14:39; Akt: 13.03.2011 20:01 Print

Schweizer Helfer ins Krisengebiet unterwegs

Ein 25-köpfiges Team von Schweizer Spezialisten soll im Nordosten Japans nach Verschütteten suchen. Ihre Chancen, Überlebende zu finden, sind allerdings gering.

storybild

Die Schweizer Rettungsmannschaft ist am Sonntag Mittag Ortszeit in Tokyo eingetroffen. (Bild: Keystone/AP/Kyodo News)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Japan treffen immer mehr ausländische Helfer im Katastrophengebiet ein. Auch die Schweizer Helfer sind unterwegs zu ihrem Einsatzort. Das 25-köpfige Team sowie 9 Suchhunde trafen am Sonntag gegen Mittag (Ortszeit) in Tokio ein. Kurz nach der Ankunft stiegen sie in Busse um, die sie ins Einsatzgebiet rund 300 Kilometer nördlich von Tokio bringen, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage mitteilte. Um die Mittagszeit (MEZ, 20 Uhr Ortszeit) befanden sie sich etwa auf halber Strecke zwischen Tokio und dem Einsatzort.

Dem Schweizer Team gehören Hundeführer, Spezialisten für die technische Ortung, Koordinatoren sowie Experten für Umweltkatastrophen, Wasser, Medizin und Bau an. Sie werden in der Region eingesetzt, in der allein 10 000 Menschen vermisst werden. Dabei werde erst vor Ort entschieden, wo der Schwerpunkt des Einsatzes liegen wird, sagte Toni Frisch, Chef des Korps für humanitäre Hilfe, gegenüber Radio DRS.

Geringe Überlebenschancen

Die Hauptaufgabe des Schweizer Teams werde sein, verschüttete Menschen ausfindig zu machen. Die Opfer sollen mit Hilfe von Hunden und technischen Geräten in beschädigten Häusern und unter den vom Tsunami angespülten Trümmern geortet werden. Die Chance für das Schweizer Team, Überlebende zu finden, sei jedoch gering, sagte Frisch. Zwar könnten unverletzte Menschen mehrere Tage in eingestürzten Gebäuden überleben, wenn sie sich in Hohlräumen befänden. In jenen Trümmern, wo wegen des Tsunamis Wasser eindrang, sei die Chance zu überleben jedoch sehr klein.

Bisher gibt es nach Angaben des EDA keine Informationen, wonach sich unter den Erdbebenopfern Schweizer Bürgerinnen und Bürger befinden. «Bislang gibt es keine Hinweise über Schweizer Opfer», sagte Sprecher Georg Farago zu 20 Minuten Online. Knapp 1900 Schweizer sind in Japan gemeldet. Mit rund zwei Drittel konnte die Schweizer Botschaft in Japan bislang Kontakt aufnehmen. Die restlichen Personen werden nach wie vor gesucht.

Erschwert wird die Kontaktaufnahme durch die teils stark beschädigte Infrastruktur. Vor allem in den stark getroffenen Küstenregionen, in denen ebenfalls einige Schweizer Bürger leben, sei die Kontaktaufnahme schwierig.

Reisewarnung des EDA

Das EDA hat am Wochenende seine Reisehinweise für Japan angepasst: Es rät von allen Reisen in den Nordosten Japans, in die Präfekturen Nagano und Niigata sowie von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen ins übrige Japan ab.

Schweizer Staatsangehörigen, die sich im Katastrophengebiet und im Grossraum Tokio/Yokohama befinden, empfiehlt das EDA zu prüfen, ob ihre Anwesenheit in Japan derzeit erforderlich ist. Sollte dies nicht der Fall sein, wird empfohlen, eine temporäre Ausreise aus dem Land in Erwägung zu ziehen. Dies gelte insbesondere für Familien mit kleinen Kindern.

(kri/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Monique am 13.03.2011 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Danke dem schweizern Helfern

    Es freut mich sehr, das unser Helferteam auch dabei ist und ich wünsche ihm viel Erfolg. Jedes Leben, das man noch in dieser Situation reten kann ist ein grosses Gewinn. Es ist herzzerreissend, die Bilder aus Japan zu sehen.

  • irene am 14.03.2011 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    danke

    Meine Gebete sind bei den Helfern in Japan.

Die neusten Leser-Kommentare

  • irene am 14.03.2011 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    danke

    Meine Gebete sind bei den Helfern in Japan.

  • Monique am 13.03.2011 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Danke dem schweizern Helfern

    Es freut mich sehr, das unser Helferteam auch dabei ist und ich wünsche ihm viel Erfolg. Jedes Leben, das man noch in dieser Situation reten kann ist ein grosses Gewinn. Es ist herzzerreissend, die Bilder aus Japan zu sehen.