Yilmaz Celik

10. Dezember 2019 18:59; Akt: 10.12.2019 19:22 Print

Schweizer Musiker sitzt in türkischem Gefängnis

Der Basler Musiker Yilmaz Celik gab am Sonntag in der Türkei ein Konzert, kurz danach wurde er verhaftet. Beim EDA hat man Kenntnis vom Fall.

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Der Schweizer Musiker Yilmaz Celik wurde am Sonntag in der türkischen Provinz Tunceli festgenommen. Kurz zuvor hatte der 50-Jährige aus Pratteln BL ein Konzert in der gleichnamigen Stadt Tunceli gegeben. Celik, ein Kurde, sitzt derzeit in Untersuchungshaft im Hochsicherheitsgefängnis von Elazig.

Wie das Portal «Sendika 63» berichtet, lauten die Vorwürfe gegen Celik: Mitgliedschaft einer linken Organisation und Propaganda.

«Kein Mitglied der PKK»

Sein Sohn erklärte gegenüber 20 Minuten, dass es der Familie im Moment nicht möglich sei, Yilmaz Celik anzurufen. «Wir wissen nicht, wie es ihm geht, nur sein Anwalt darf ihn besuchen.»

Der Grund für die Verhaftung seines Vaters dürfte laut dem 27-Jährigen eine Verschwörung sein: «Sie haben ihn eingesperrt, nachdem ein Inhaftierter der Regierung seinen Namen gab.» Der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) gehöre sein Vater «sicher nicht» an, so der Sohn.

Der Musiker reise regelmässig in die Türkei, um Konzerte zu geben. «Er ist sehr bekannt. Dieses Jahr war er sicher schon mehr als sechsmal dort und es gab keine Probleme.» Ausserdem sei sein Vater nicht einmal Doppelbürger. «Er hat seinen türkischen Pass vor rund zehn Jahren abgegeben.»

Familie macht Druck auf Social Media

Am Dienstag wurde Celik einem Gericht in Tunceli vorgeführt. Die Angehörigen und Freunde des Musikers machen nun auf Rat von Amnesty International den Fall auf Social Media publik. Celiks Anwalt hat nur noch fünf Tage Zeit, um Einsprache gegen das Urteil zu erheben.

Beim EDA hat man Kenntnis vom Fall. Das Amt könne allerdings «aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes keine detaillierten Angaben über getroffene Massnahmen im Rahmen des konsularischen Schutzes» machen, teilte das EDA mit.

Der Basler Nationalrat Mustafa Atici (SP) unterstütze nun die Familie Celik, sagt der Sohn. Er selber werde nicht in die Türkei reisen, um seinem Vater zu helfen. «Uns wurde geraten, nicht zu gehen, weil es gefährlich ist. Zudem könnte ich meinen Vater nicht einmal besuchen.»

(kle)