10 Jahre Haft

12. April 2019 07:39; Akt: 12.04.2019 08:02 Print

Schweizer nach Mord an Backpackerinnen verurteilt

Ein Genfer wurde im Zusammenhang mit der Enthauptung zweier skandinavischer Touristinnen in Marokko zu 10 Jahren Haft verurteilt.

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Einer der beiden Schweizer, die nach der Ermordung und Enthauptung zweier skandinavischen Backpackerinnen in Marokko verhaftet wurden, muss zehn Jahre ins Gefängnis. Wie «RTS» berichtet, wird Nicholas P. beschuldigt, einer terroristischen Organisation anzugehören. Dem 33-jährigen Genfer wird ausserdem vorgeworfen, das Verbrechen nicht gemeldet zu haben.

Die Verurteilung wurde von seiner Familie bestätigt. Sein Anwalt wird am Freitag Berufung einlegen. Er sagt: «Der einzige Beweis ist ein Polizeibericht auf Arabisch.»

Im Gegenteil zum weiteren Schweizer, der zurzeit in einem Gefängnis in Marokko sitzt, sagte der nun Verurteilte, dass er die Killer der Touristinnen nicht gekannt hatte. Da der 33-Jährige jedoch mit anderen IS-Terroristen in Kontakt stand, wurde er verurteilt.

Keinen Kontakt zur IS-Führung

Die beiden skandinavischen Rucksacktouristinnen waren Mitte Dezember enthauptet worden. Die Leichen der 24-jährigen Dänin und ihrer vier Jahre älteren norwegischen Freundin wurden am 17. Dezember in einer einsamen Gegend des Atlas-Gebirges gefunden.

Insgesamt wurden mindestens 20 Menschen wegen mutmasslicher Verbindungen zu der Tat festgenommen. Die vier Hauptverdächtigen in dem Fall wurden in Marrakesch gefasst. Die Männer hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Terrormiliz Islamischer Staat die Treue geschworen. Offenbar hatten sie aber keinen direkten Kontakt zur Führung der sunnitischen Fanatiker in Syrien und im Irak.

(fss)