Glückskette sammelt weiter

03. Dezember 2013 06:00; Akt: 03.12.2013 06:13 Print

Schweizer spenden über 30 Mio für Taifunopfer

30,7 Millionen Franken sind bei der Glückskette bislang eingegangen. Es kommt den Opfern des Taifuns Haiyan auf den Philippinen zugute - allerdings zunächst erst ein Teil davon.

Bildstrecke im Grossformat »
Die Kleinsten bekommen die Folgen des Taifuns Haiyan am härtesten zu spüren. Besonders dramatisch ist die Lage in einer kleinen Krankenhaus-Kapelle. Sie wurde kurzerhand zur improvisierten Säuglingsstation umfunktioniert. Als der Sturm kam, wurden 20 Babys auf der Intensivstation der Klinik versorgt. Ärzte und Mitarbeiter trugen ihre Schützlinge aus der verschlammten Ruine in eine Kapelle ein Stockwerk höher, drei oder gar vier Babys wurden jeweils in die Plastikbettchen auf Rädern gelegt, die sonst nur einen Säugling beherbergen. Bis Samstag mussten die Betreuer in der Nacht bei Kerzenlicht arbeiten. Dann spendete eine Glühbirne mit Hilfe eines Dieselgenerators spärliches Licht. Tagsüber kam die Sonne. Viele medizinische Geräte fehlen in der Kirche. So muss Genia Mae Mustacisa (mitte) ihrem drei Tage alten Säugling von Hand Luft in die Lungen pumpen. Zum Teil wechseln sich die Eltern Tag und Nacht ab. Auch ausserhalb der Kapelle ist die Lage auf den Philippinen am 18. November noch immer prekär. Fast vier Millionen Menschen sind obdachlos. Hunderttausende warten nach wie vor auf Nahrung, sauberes Wasser und ein Dach über dem Kopf. Trotz der Hilfslieferungen und Spenden aus aller Welt campieren viele hungernd, durstig und ohne sanitäre Anlagen im Freien. Taifun «Haiyan» hatte am 8. November Sturmfluten mit meterhohen Wellen ausgelöst, die Hunderte Meter ins Landesinnere rollten und Häuser, Autos und Bäume fortrissen. Die offizielle Zahl der Toten stieg ständig. Mindestens 3976 Menschen kamen durch den verheerenden Wirbelsturm ums Leben, wie die Katastrophenschutzbehörde gestern am Sonntagabend mitteilte. Die internationale Hilfe läuft deshalb auf Hochtouren. Auch die Schweizer Glückskette sammelt heute Montag am nationalen Sammeltag Geld zugunsten der Opfer des zerstörerischen Taifuns «Haiyan». Es werden in den SRG-Studios in Bern, Chur, Genf, Lugano und Zürich Telefonzentralen eingerichtet. Bis jetzt haben Herr und Frau Schweizer laut der Glückskette 7,1 Millionen Franken gespendet. Mit den Spenden werden Hilfsprojekte von Partnerhilfswerken mitfinanziert. 13 Partnerhilfswerke sind derzeit schon in den Krisengebieten im Einsatz. Nach US-Militärangaben wurden 118 Tonnen an Nahrungsmitteln, Wasser und Material für Notunterkünfte verteilt.

Die Glückskette hat am 18. November zum Spenden aufgerufen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Für die Opfer des Taifuns Haiyan auf den Philippinen sind bei der Glückskette bis am Montagabend Spenden in der Höhe von 30,7 Millionen Franken eingegangen. Dies entspricht einer Verdoppelung des Standes am Ende des Sammeltages von Mitte November, wie die Glückskette mitteilte.

In Absprache mit den Partnerhilfswerken setzt die Glückskette für die unmittelbare Nothilfe und die ersten Wiederaufbauanstrengungen acht Millionen Franken ein. Die restlichen Spendengelder werden in einer zweiten Phase ab März 2014 für Wiederaufbau- und Rehabilitationsprojekte verwendet, wie es weiter heisst.

3,5 Millionen Menschen leben weiter in Notunterkünften

Zwölf der 25 Partnerhilfswerke der Glückskette seien derzeit auf den Philippinen im Einsatz. Neben der Verteilung von Hilfsgütern zur Abdeckung von Grundbedürfnissen, konzentrierten sie sich auf die Wiederinstandstellung von Unterständen und Unterkünften wie auch auf die Verteilung von Geräten und Gegenständen zur Wiederaufnahme erster wirtschaftlicher Aktivitäten.

Der Wirbelsturm war am 8. November quer über die Philippinen gefegt und hatte meterhohe Sturmfluten ausgelöst, die alles mit sich rissen. Mehrere tausend Menschen kamen ums Leben. Im betroffenen Gebiet können laut der Glückskette 3,5 Millionen Menschen weiterhin nicht mehr an ihrem Wohnort leben.

(sda)