Kolumbien

14. Juni 2019 10:05; Akt: 14.06.2019 10:05 Print

Schweizerin wartet seit 5 Tagen am Flughafen

Taxifahrer, Angestellte und Reisende rätseln in Santa Marta, Kolumbien, über eine Frau, die den Flughafen nicht verlassen will. Sie wartet auf ihre Familie, die wohl nie kommen wird.

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Die Schweizerin A. E.* ist vor knapp einer Woche in Santa Marta, Kolumbien, am Flughafen angekommen. Seither wartet sie dort, berichten lokale Medien. Sie könne nicht weggehen, weil ihr Mann und ihr Sohn sie dort abholen wollten, erklärte E. gegenüber den Medien. Doch bis heute ist niemand gekommen.

Tagsüber verbrachte die 48-jährige Schweizerin ihre Zeit auf dem Areal um den Flughafen, kaufte sich Lebensmittel und benutzte die Toiletten. Nachts zog sie sich zum Schlafen an den Strand zurück.

E. wirkte besorgt und traurig

Als sie von Verantwortlichen des Flughafens angesprochen worden sei, habe die Schweizerin erklärt, sie könne nicht weg. Ihr Mann und ihr Sohn würden sie abholen. Einige Taxifahrer gaben an, sie hätten die Frau am Sonntag in Begleitung eines Mannes gesehen, der ihr gesagt habe, er komme gleich wieder zurück, aber er sei nie wieder aufgetaucht.

Der Zeitung «El Tiempo» zufolge wirkte die Schweizerin besorgt und traurig. Spanisch spreche sie nicht, dafür führte sie Selbstgespräche. Zwar stellte sie keine Gefahr gegenüber Drittpersonen dar, doch Taxifahrer, Flughafenangestellte und Reisende waren bereits auf die Frau aufmerksam geworden. Auch die Behörden haben sich mittlerweile eingeschaltet.

Angehörige sind in der Schweiz

Diese haben dank der Hilfe eines Übersetzers mit der Frau gesprochen. Es scheint, als habe sie ein psychologisches Problem, erklärte eine Mitarbeiterin gegenüber der Zeitung. Man müsse jedoch weitere Abklärungen vornehmen, um zu entscheiden, wie man mit der Frau umgehen müsse.

Sie vom Flughafen wegzubringen, war aber nicht so einfach. E. gab an, sie könne nirgends hin, weil ihre Angehörigen sie dann nicht finden würden. «Sie sagte, sie warte auf ihre Söhne und ihren Mann. Das Besorgniserregende ist, dass die Frau gemäss Nachforschungen in Absprache mit der Schweizer Botschaft keine registrierten Familienangehörigen auf kolumbianischem Territorium hat und es keine Vermisstenanzeige für sie gibt», erklärte der Leiter des örtlichen Büros der Frauenhilfe.

Die Migrationsbehörden wollen nun mit den Angehörigen in der Schweiz Kontakt aufnehmen, damit die Frau in ihre Heimat zurückkehren kann.

*Name der Redaktion bekannt

(vro)