Wunderlösung

22. Dezember 2011 14:47; Akt: 22.12.2011 16:43 Print

Schwuppdiwupp – und weg sind die Obdachlosen

Wohin mit 2000 Obdachlosen? In Fort Lauderdale, im US-Staat Florida, glaubt man eine Lösung dafür gefunden zu haben: Man schickt sie zu ihren Verwandten – mit einem Einweg-Ticket.

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Fort Lauderdale gilt als das Venedig der USA». (Bild: Keystone)

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Die Gemeinde Fort Lauderdale hat offenbar einen Weg für das Problem der Obdachlosen gefunden: Sie finanziert ihnen in der Vorweihnachtszeit die Rückfahrt in ihre Heimatdörfer, wenn Verwandte oder Freunde sich bereit erklären, die Menschen bei sich aufzunehmen. Die Sache hat einen einzigen Haken: Das geschenkte Ticket ist nur für die Hinreise gültig.

Laut lokalen Medien hat die Gemeinde 25 000 Dollar (umgerechnet 23 400 Franken) in ihr Vorhaben investiert. Fort Lauderdale ist damit nicht die einzige Stadt, die über ein solches Rückkehr-Programm verfügt. Auch andere Städte im US-Bundesstaat Florida planen ähnliche Aktionen.

Keine Abschiebung

Bobby DuBose, Vize-Bürgermeister von Fort Lauderdale, ist das einzige Mitglied der Gemeinde, dem das Programm «Wiedervereinigungsprogramm für Obdachlose» auf dem Magen liegt. «Ich glaube, man kann mit dem Geld etwas Besseres machen, als das Problem der Obdachlosen einfach so abzuschieben», sagt er.

Die Rückführ-Aktion finanziert sich aus einem Fonds von beschlagnahmten Geldern bei Kriminellen. «Wir werfen sie doch nicht raus», verteidigt sich Bürgermeister Jack Seiler gegenüber der Zeitung «Sun Sentinel». Die Stadt mit 165 000 Einwohnern hat laut letzten Hochrechnungen etwa 2000 Obdachlose.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Igor Rogi am 22.12.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Null-Rechnung

    Wie heisst es so schön: Aus den Augen, aus dem Sinn! Wenn das alle Städte machen, werden einfach die Obdachlosen herumgeschoben, aber obdachlos sind diese immer noch..

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  • Tom am 22.12.2011 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso??

    Die Frage ist, wollen die Verwandten die Obdachlosen überhaupt aufnehmen. Und wenn die Verwandten dann so lieb sind, wieso sind dann diese Obdachlosen überhaupt obdachlos. Dann hätte das ja nie soweit kommen müssen.

  • Florida Boy am 22.12.2011 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache

    Finde die Aktion ganz gut. Da das ganze natürlich sowohl für die Obdachlosen, als auch für die Familien freiwillig ist, denke ich nicht, dass man von einem Abschieben des Problems reden kann. Ich denke für die Betroffenen ist das vielleicht auch eine Chance wieder ins Leben zu finden. Ich kenne Florida gut und es gibt auch immer einige Aktionen der Kirchen für die Obdachlosen und manche Hotels geben ihnen Essen ab. Das ganze funktioniert einigermassen gut und in Fort Lauderdale ist die Situation auch besser als z.B. um Miami, wo es einige Ghettos gibt. Dade County ist da mehr der Brennpunkt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tinu am 22.12.2011 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Bei Verwandten können sie was anständiges essen, sich duschen und rasieren, neu einkleiden und haben wieder Umgang mit anderen Menschen. Ausserdem bekommen sie eine Adresse und somit auch die Möglichkeit, wieder einen Job zu finden und eine Wohnung usw. Ich finde das gut.

  • Tom am 22.12.2011 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso??

    Die Frage ist, wollen die Verwandten die Obdachlosen überhaupt aufnehmen. Und wenn die Verwandten dann so lieb sind, wieso sind dann diese Obdachlosen überhaupt obdachlos. Dann hätte das ja nie soweit kommen müssen.

  • superschwiiiiizzzzer am 22.12.2011 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    das sollten wir doch kennen!!!!

    das haben, die schweizer behörden, früher auch gemacht. mit den leuten aus dem armen haus, und sonstigen sozial schwachen. der deal wahr, ticket nach amerika, dafür abgabe des schweize bürger rechts. und somit wahren, die gemeinden, die armen häusler los.

  • ArmeMaus am 22.12.2011 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Probleme an Privat

    Wegen der ganzen Finanzkrise sitzen in den USA sogar Familien auf der Strasse. Aber die Profite dürfen sich die Reichen einstecken. Da mutet diese Aktion schon sehr scheinheilig an.

    • Bankywanky am 22.12.2011 21:23 Report Diesen Beitrag melden

      nicht einzelne, tausende

      es sitzen tausende Familien auf der Strasse, nicht vereinzelte und das nicht wegen der "Finanzkrise", sondern wegen der Abzockerkrise, nennt das Ding beim wahren Namen

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  • imperia am 22.12.2011 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    parallelen?

    wieso nicht? das hat zuerich seinerzeit mit den junkies vom platzspitz ja auch nicht anders gemacht.