Drohungen erhalten

03. Juli 2019 10:50; Akt: 03.07.2019 11:07 Print

Rackete verschanzt sich an unbekanntem Ort

Die Sea-Watch-Kapitänin ist nach ihrer Freilassung von der Bildfläche verschwunden. Wohin sie ging, verrät die Hilfsorganisation nicht.

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Die freigelassene Kapitänin der «Sea-Watch 3», Carola Rackete, ist nach Angaben der deutschen Hilfsorganisation an «einem sicheren Ort». Ob sie weiter in der sizilianischen Stadt Agrigent oder in anderen Orten in Italien oder auch schon im Ausland ist, wollte Sea-Watch am Mittwoch nicht kommentieren. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass sie Italien verlassen habe. Kurz darauf korrigierte AFP die Angaben und berichtete, dass sich Rackete an einem unbekannten Ort in Italien befinde. Die 31-Jährige sei mehrfach bedroht worden.

«Wir wollen, dass sie in Sicherheit ist und dass sie erstmal nicht belagert wird», sagte Sprecher Ruben Neugebauer. «Sie wird jetzt erst mal schlafen.»

Vom Vorwurf entlastet

Am Vorabend hatte eine Ermittlungsrichterin in Agrigent den Hausarrest gegen die 31-Jährige aufgehoben. Rackete war am Wochenende ohne Erlaubnis der italienischen Regierung mit der «Sea-Watch 3» und 40 Flüchtlingen an Bord in den Hafen von Lampedusa gefahren und hatte dabei ein Schiff der Finanzpolizei gestreift.

Dabei habe sie sich nicht – wie ihr vorgeworfen wurde – wegen Widerstandes gegen ein Kriegsschiff strafbar gemacht, heisst es in der Erklärung der Richterin, die der Nachrichtenagentur DPA vorlag. Beim Schiff der Finanzpolizei habe es sich nicht um ein Kriegsschiff gehandelt.

Vernehmung am 9. Juli

Rackete habe nach ihrer Verpflichtung gehandelt, Menschen zu retten und in den nächsten sicheren Hafen zu bringen. Sie hätte keinen Hafen in Libyen oder Tunesien ansteuern können, weil in diesen Ländern Menschenrechtsverletzungen drohten. Malta sei zudem weiter weg als Italien gewesen.

Die Saga ist allerdings für Rackete nicht vorbei. Sie muss sich in Italien noch dem Vorwurf der Beihilfe zur illegalen Migration stellen. Dazu soll sie am 9. Juli vernommen werden. Bis dahin müsse sie wohl noch in Italien bleiben, so ihre Anwälte. Italiens Innenminister Matteo Salvini will Rackete so schnell wie möglich des Landes verweisen.

(vro/sda)