«Offene Provokation»

14. Dezember 2019 19:56; Akt: 14.12.2019 20:00 Print

Sechs Männer begleiten Putin auf die Toilette

Putin schien sich beim Ukraine-Gipfel nicht wirklich sicher zu fühlen. Im Verhandlungsraum hatte er sogar einen bewaffneten Leibwächter dabei.

Ein Video des russischen Präsidenten sorgt im Internet für Stirnrunzeln. (Video: Twitter)
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Gleich sechs Männer begleiteten Kreml-Führer Wladimir Putin beim Ukraine-Gipfel am Montag im Pariser Élysée-Palast auf die Toilette. Wie das Video eines BBC-Journalisten zeigt, verlässt Putin während einer Verhandlungspause mit mehreren Personen das stille Örtchen. Ob es wirklich seine Leibwächter sind, ist nicht ganz klar.

Aber auch im Verhandlungsraum fühlte sich der russische Präsident anscheinend nicht ganz sicher. Dort stand ihm ein hünenhafter, bewaffneter Leibwächter zur Seite. «Das ist ungeheuerlich, Putin nimmt sich inzwischen alles heraus. Das kommt dabei heraus, wenn man ihm alles durchgehen lässt», sagt ein Ex-Chef eines deutschen Nachrichtendienstes zu «Bild».

«Offene Provokation und Drohung»

Seiner Meinung nach sei ein Bewaffneter bei solchen Verhandlungen im Raum «eine offene Provokation und Drohung». Er fügt an: «Stellen Sie sich vor, das macht jede Delegation – dann haben sie dort eine kleine Armee im Verhandlungsraum.»

Bei ihrem ersten Treffen in Paris haben sich der russische Präsident Wladimir Putin (67) und der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenski (41) unter der Vermittlung von Emmanuel Macron (41) und Angela Merkel (65) auf Schritte für einen Frieden in der Ostukraine verständigt. Dazu gehören eine Waffenruhe bis Silvester und ein Truppenabzug.

Umsetzung der Waffenruhe

Beim Pariser Ukraine-Gipfel sind weitere Schritte für eine Lösung des Konflikts in der Ostukraine beschlossen worden. Beim so genannten «Normandie-Treffen» sassen Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, der russische Präsident Wladimir Putin und dessen ukrainischer Amtskollege Wolodimir Selenski am Tisch.

Vereinbart wurde eine vollständige Umsetzung der Waffenruhe bis Ende des Jahres. Zudem soll es einen umfassenden Gefangenenaustausch bis Ende des Jahres geben. Obendrein verständigten sich die Parteien auf einen weiteren Truppenrückzug von der Frontlinie.

(mon/sda)